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Kampfhunde
Tiere kommen nach Serbien

Tierheim-Chefin Ute Valentin und ihr Mitarbeiter Roland Zahn mit einigen Staffordshire Terrier-Welpen im Zwinger.
Tierheim-Chefin Ute Valentin und ihr Mitarbeiter Roland Zahn mit einigen Staffordshire Terrier-Welpen im Zwinger. © Foto: Dietmar Puttins
Dietmar Puttins / 21.08.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 21.08.2019, 08:20
Wiesenau Eine rasche Entwicklung nimmt der Fall der am Freitag vom Ordnungsamt Brieskow-Finkenheerd sichergestellten 14 Staffordshire Terrier auf einem Gehöft im Wiesenauer Ortsteil Kunitz Loose. Der Eigentümer, der die im Land Brandenburg wegen ihrer Gefährlichkeit verbotenen Hunde hielt, bekommt zunächst einen Großteil der Tiere zurück und darf sie außer Landes bringen. Da er nach der Hundehalterverordnung eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat beging, sieht das Ordnungsamt keine rechtliche Handhabe, sein Eigentum dauerhaft einzuziehen. Das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen den Hundehalter läuft jedoch weiter.

Die Tiere stammen aus Serbien

Dieser will nach übereinstimmenden Angaben und mit Erlaubnis des Ordnungsamtes die Tiere in sein Heimatland, nach Serbien, transportieren, woher die Tiere auch stammen.

Im Beisein von Vertretern des Veterinäramtes Beeskow sollen deshalb heute Vormittag zwölf Tiere aus dem Tierheim an der Oderlandstraße in Eisenhüttenstadt abgeholt werden, wohin das Amt die Tiere einwies: zehn Welpen sowie eine erwachsene Hündin und ein ausgewachsener Rüde. Die ersten Voraussetzungen für die Ausreise schuf gestern eine Tierärztin im Tierheim. Nachdem sie an den zwölf Tieren jeweils links am Hals einen auslesbaren Chip anbrachte und diese gegen Tollwut impfte, stellte sie für jeden Hund einen EU-Heimtierausweis aus. Die Kosten dafür muss der Hundeeigentümer aus Kunitz Loose tragen.

"Unsere amtlichen Tierärzte", sagt Amtstierärztin Petra Senger, die das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt im Landkreis leitet, "werden die Arbeiten der Tierärztin prüfen und beglaubigen, damit die Tiere ins Ausland reisen können."

Drei Tiere wünscht der Hundeeigentümer zu behalten. Zwei davon, eine Hündin und ein Rüde, sind noch im Tierheim untergebracht. Das 15. Tier, eine tragende Hündin, verblieb von Anfang an beim Eigentümer, weil im Tierheim kein Platz mehr war. Es sei jetzt wichtig, genau zu ermitteln, "worin der Verstoß des Hundeeigentümers besteht", sagt Brieskow-Finkenheerds Amtsdirektor Danny Busse.

Laut Impfpässen für zwölf Tiere, die jetzt ins Ausland gebracht werden sollen, handele es sich tatsächlich um American Staffordshire Terrier. Sogenannte Listenhunde, die nach den Rasselisten der Brandenburger Hundehalterverordnung von 2004 als gefährlich gelten und bei uns verboten sind. Ferner sei dem Verdacht nachzugehen, dass der Hundehalter die Tiere züchtete. Bewiesen, so Danny Busse, sei das nicht.

Bluttest soll Klarheit bringen

Bei den zwei im Tierheim noch verbleibenden Hunden, so der Amtsdirektor, soll ein Bluttest Klarheit schaffen, ob ihnen Merkmale eines Listenhundes zuzuschreiben sind. Diese Tiere will der Mann behalten und hatte gegenüber dem Amt dargelegt, dass er diese im guten Glauben als Mischlinge erworben habe, was die Impfbücher auch so ausweisen. Die bei ihm verbliebene und tragende Hündin, so Danny Busse, sei eine französische Bulldogge, deren Haltung in Brandenburg nicht verboten ist. Wann das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren, dessen Kosten der Hundehalter zu tragen hat, zum Abschluss gebracht wird, lässt sich heute noch nicht sagen.

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