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Wahlposse
Fehlender Stimmzettel wieder aufgetaucht

Blumen zum Sieg: Amtsdirektor Detlef Krause (l.) gratuliert Gerd Regler zur erfolgreichen Neuwahl.
Blumen zum Sieg: Amtsdirektor Detlef Krause (l.) gratuliert Gerd Regler zur erfolgreichen Neuwahl. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 22.08.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 22.08.2019, 08:35
Pinnow (MOZ) Da war doch noch was? Richtig. Ein Zettelchen. Mit einem Kreuz drauf. Exakt dieses Zettelchen war plötzlich verschwunden bei der heiß umstrittenen Wahl des neuen Amtsausschussvorsitzenden von Oder-Welse. Zehn Mitglieder hat der Amtsausschuss. Aber nur neun Stimmzettel landeten in der Wahlurne. So jedenfalls verkündete es die Wahlleiterin. Verblüffung in der Runde: Hatte wohl jemand einen mitgehen lassen? Theoretisch möglich. Das würde als Enthaltung gewertet, so die Erklärung schon im Vorfeld.

Das ominöse Zettelchen setzt aber nur den i-Punkt auf den zweiten Wahlakt im Pinnower Amtsgebäude. Denn diesmal war es offenbar nicht so leicht, den Chef des Amtsausschusses für die neue Legislaturperiode zu bestimmen. Schon der erste Akt Anfang August sorgte für Verblüffung, weil Amtsinhaber Gerd Regler (FDP) vor der Sitzung überraschenderweise verkündet hatte, entgegen anders lautender Gerüchte gar nicht antreten zu wollen.

Enttäuschung bei Podschadel

Also stand der vom Pinnower Bürgermeister Walter Kotzian vorgeschlagene Gerd Podschadel (CDU) nun allein im Rennen. Doch für ihn gab es in der geheimen Abstimmung nur fünf Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen. Das reichte nicht. Ein zweiter Wahlgang fällt aber in solchen Fällen aus, in denen es nur einen Kandidaten gibt.

Wegen gescheiterter Wahl wurde die Sitzung ohne neuen Amtsausschusschef unterbrochen. Nächster Versuch am Dienstagabend in Pinnow. Nun stand Gerd Regler aus Berkholz-Meyenburg doch wieder als Kandidat zur Verfügung, ebenso Gerd Podschadel. Ein Dritter fand sich nicht.

Die Wahlleiterin stellte die Wahlurne auf Geheiß von Amtsdirektor Detlef Krause in die aus Pappe errichtete Wahlkabine. So sollte niemand sehen, falls sich doch jemand enthalten wolle, lautete die Begründung. Zehn gingen hinein, aber nur neun Zettelchen schüttelten die Amtsdamen aus.

Ergebnis: Nur noch drei Stimmen für Gerd Podschadel, fünf für Gerd Regler. Einer hatte mit zwei Kreuzen wohl absichtlich ungültig gemacht. Ein Versehen lässt sich angesichts der doch sehr einfachen Wahlangelegenheit ausschließen. Doch das Ergebnis hätte nicht gereicht für eine gültige Entscheidung, denn im ersten Wahlgang muss ein Kandidat die Sitzmehrheit (also mindestens sechs) bekommen. Allerdings kam es dann doch nicht zum zweiten Wahlgang. Wieder eine Überraschung: Die Wahlleiterin entdeckte das fehlende Zettelchen schließlich doch noch. In der Wahlurne. Da war dann die noch fehlende Stimme für Gerd Regler drauf.

Enttäuschung bei Gerd Podschadel, Blumen für den alten und neuen Amtsausschussvorsitzenden. Der kündigte an, für alle anstehenden Probleme im Amt eine Lösung zu finden. Stellvertreter wurde Marcel Duckert aus Landin. Ohne geheime Wahl.

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