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Die Straße zwischen Lietzen und Dolgelin ist saniert und ausgebaut. Doch Leser Rainer Franz ist überzeugt, dass der Kreis beim Bau sparen wollte.

Infrastruktur
Straße saniert und doch unzufrieden

Saniert: Der Kreis hat die Straße zwischen Lietzen und Dolgelin erneuert. Eine Verbreiterung war nicht möglich.
Saniert: Der Kreis hat die Straße zwischen Lietzen und Dolgelin erneuert. Eine Verbreiterung war nicht möglich. © Foto: Matthias Lubisch
Doris Steinkraus / 22.08.2019, 06:45 Uhr
Lietzen/Dolgelin (MOZ) Der Landkreis habe die Knausrigkeit bei der Sanierung der Kreisstraße zwischen Dolgelin und Lietzen auf die Spitze getrieben, sieht es unser Leser Rainer Franz aus Fichtenhöhe. Selbst zwei Pkw könnten kaum aneinander vorbeifahren, ohne dass sie nicht auf einen etwa halben Meter breiten Seitenstreifen beiderseits der Bitumendecke ausweichen müssen. 2500 Quadratmeter Bitumendeckschicht inklusive Einbau wären nötig gewesen und hätten etwa 15 000 Euro gekostet, sieht es Franz. So sei die Straße, vor allem wegen der Kuppen, eine Gefahr.

Ausbaubreite war vorgegeben

Die Berechnungen unseres Lesers kann der Beigeordnete des Kreises, Rainer Schinkel, nicht  nachvollziehen. Die Straße habe vor der Deckenerneuerung eine Fahrbahnbreite von 3,30 bis 4,50 Meter gehabt, erklärte er auf MOZ-Anfrage. "Dazu kam ein unbefestigter Sommerweg, bestehend aus Betonrecycling, in einer Breite von etwa einem Meter." Eine Geschwindigkeitsbegrenzung habe es nicht gegeben, Entwässerungsmulden fehlten. Die Straße sei durch die ansteigenden Böschungen eingefasst gewesen. "Bei starken Regenfällen stand die Kreisstraße teilweise komplett unter Wasser", verdeutlicht Schinkel. 49 Bäume haben einen Abstand von der geplanten Außenkante der Fahrbahn bis zum Stamm von 0,30 bis 1,30 Meter.

Auf Grund des schmalen Straßengrundstückes im Baubereich sei keine Verbreiterung der Fahrbahn möglich gewesen. Sie sei jetzt 4,0 bis 4,50 Meter breit und habe beidseitig überfahrbare Bankette sowie Entwässerungsmulden in einer Breite von einem bis zwei Meter. "Die von Herrn Franz angesprochene Fahrbahnbreite von 5 Metern ist auf dem Straßengrundstück ohne Überbauung der Grundstücksgrenze breitenmäßig nicht ausführbar. Dafür hätte ein Planfeststellungverfahren eingeleitet werden müssen."

Zu der ausgewiesenen Bitumendeckschicht im Bereich der Verbreiterung, die Herr Franz beschrieben hat, kämen noch die notwendige Schulterverstärkung von 45 – 53 cm für Decke, Tragschicht, Profilausgleich und frostunempfindliches Material hinzu. Der Material- und Einbaupreis für die Straßen-Verbreiterung würden sich auf zusätzlich 150 000 bis 175 000 Euro belaufen. Bei seiner errechneten Summe von 15 000 Euro auf einer Länge von 2500 Metern käme ein Einheitspreis von 6 Euro/m² raus. "Damit kann keine Bitumendeckschicht, Unterbau inklusive Einbauleistung hergestellt werden", macht Schinkel deutlich.

Für die Deckenerneuerung mit Nebenanlagen wurden 573 000 Euro veranschlagt. Die Abrechnung der Maßnahme steht noch aus. Die Geschwindigkeit wurde in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt von 100 km/h auf 70 km/h herab gesetzt. Schinkel verweist auf die Straßenverkehrsordnung, wonach ein Fahrzeugführer nur so schnell fahren dürfe, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht. Mit der Polizei, dem Straßenverkehrsamt und dem Baulastträger sei eine Verkehrsschau geplant, um insbesondere die Sichtverhältnisse in den Kuppenbereichen zu überprüfen, kündigt Schinkel an.

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