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Finanzspritze
Angermünde bekommt Geld für Feuerwehr-Unterricht

Ministerbesuch: Karl-Heinz Schröter (l.) überreicht am Feuerwehrgerätehaus zwei Förderschecks zur Unterstützung des Schulprojektes und der Nachwuchswerbung. "Ihr könnt stolz auf euch sein", gibt er den Schülern mit auf den Weg.
Ministerbesuch: Karl-Heinz Schröter (l.) überreicht am Feuerwehrgerätehaus zwei Förderschecks zur Unterstützung des Schulprojektes und der Nachwuchswerbung. "Ihr könnt stolz auf euch sein", gibt er den Schülern mit auf den Weg. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 22.08.2019, 07:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Mit zwei Schecks ist der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter am Mittwoch nach Angermünde gekommen. Die übergab er der Feuerwehr und dem Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde für die Förderung der Nachwuchsarbeit.

2907,26 Euro sind für die Anschaffung von 15 Schutzausrüstungen der Jugendlichen aus der Ehm Welk-Oberschule gedacht, die Feuerwehr-Unterricht als Wahlpflichtfach haben. "Wir sind stolz, jetzt alle Schüler einkleiden zu können. Schutzkleidung ist wichtig", sagte Stadtbrandmeister Jürgen Duckert. Seit 2014 wird an der Ehm Welk-Oberschule das Unterrichtsfach Feuerwehr angeboten. Außerdem stellt das Land für die Anschaffung eines Transportfahrzeugs für die Jugendfeuerwehr 13 068 Euro zur Verfügung, das künftig in Görldorf stehen wird.  Die restlichen 40 Prozent der Anschaffungskosten als Eigenanteil des Brandschutzträgers sind bereits zugesichert.

Zusammenarbeit funktioniert

Die Finanzausstattung sei eine Folge der funktionierenden Zusammenarbeit von Schule und Feuerwehr, sagte Bürgermeister Frederik Bewer. "Was hier geleistet wird, hat eine große Außenwirkung, die sich potenziert. Ich hoffe auf noch weitere Anlässe, uns zu treffen, um das Ehrenamt Feuerwehr zu stärken."

Schulleiter Frank Bretsch, der seine Schüler am Mittwoch ebenfalls am Feuerwehrdepot besuchte, freut sich über den Erfolg des Projekts. In den Dörfern gäbe es wenige Arbeitsplätze vor Ort. Deshalb hätten Feuerwehren Nachwuchsprobleme. "Wenn eine Schule einen so großen Einzugsbereich hat, dann muss man auch Verantwortung für das Umland übernehmen", meinte er. "Ich freue mich, dass das Projekt so gut angelaufen ist und wir immer wieder Truppleute aus der Schule entlassen können."

Es sei wichtig, das tolle Unterrichtsprojekt bekannt zu machen, meinte der Minister und erzählte, dass der Facebook-Eintrag von seinem ersten Besuch in Angermünde innerhalb kürzester Zeit 121 000 Leser hatte. "Das Projekt wurde nicht nur mit dem Gefällt-mir-Button quittiert, sondern regte zum Nachmachen an", berichtete er. Angermünde sei nicht mehr alleine. Auch in Klosterfelde und in Nauen wird seit diesem Schuljahr Feuerwehrunterricht angeboten. Weitere Schulen wollen im nächsten Jahr damit starten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde das Projekt an einer Schule eingeführt.

Mit Mut Neuland betreten

"Ich weiß, dass die Angermünder Feuerwehr nach Baden-Württemberg eingeladen wurde, um das Projekt vorzustellen. Ist das nicht schön, wenn man sieht: Brandenburg macht Schule, Angermünde macht Schule?", so Karl-Heinz Schröter. "Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Ihr seid Vorbilder für alle", bescheinigte er den Beteiligten, denen er für den Mut, Neuland zu betreten, Dank sagte. Den Schülern wünschte er nicht nur gute Abschlüsse in Mathe und Deutsch, sondern auch im Wahlpflichtfach Feuerwehr.

Der Vorsitzende des Uckermärkischen Feuerwehrverbandes, Lutz Timm, konnte noch eine gute Nachricht drauf setzen. Die Feuerwehr soll eine interaktive Tafel bekommen, die mit jeder Menge PC-Technik bestückt ist. Diese kann für Großschadenslagen eingesetzt werden und ist auch für die Unterrichtsgestaltung nutzbar.

Wahlpflichtfach Feuerwehr

Feuerwehr als Wahlpflicht-Unterrichtsfach gibt es an der Ehm Welk-Oberschule seit 2015. Die Idee hatte Schulleiter Frank Bretsch, der den Spielraum im Ganztagskonzept und Rahmenlehrplan nutzen wollte, um die freiwilligen Feuerwehren bei der Nachwuchssicherung zu unterstützen. Neunt- und Zehntklässler, die Mitglied der Jugendfeuerwehr sind, erhalten Unterricht im gut ausgestatteten Feuerwehrdepot und werden in zwei Jahren zum Truppmann ausgebildet. Da die Ehm Welk-Oberschule einen großen Einzugsbereich hat, profitieren vom Projekt auch Wehren bis hin zum Amt Gartz im Norden sowie Oderberg und Joachimsthal im Barnim.⇥kun

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