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CCCamp im Ziegeleipark
Hacker unter sich

Burkhard Keeve / 22.08.2019, 10:19 Uhr
Mildenberg (MOZ) 5000 Computerspezialisten, Hacker und Netzaktivisten campieren zurzeit beim Chaos Communicaten Camp des Chaos Computer Clubs im Ziegeleipark Mildenberg. Thema sind dort auch die Folgen der Digitalisierung.

So einen Zulauf und Betrieb wäre dem musealen Ziegeleipark in Mildenberg öfter zu wünschen. Mehr als tausend Zelte, Camper, soweit das Auge reicht und Menschen aller Couleur, die einen neugierig betrachten. Schon knapp einen Kilometer vor dem ehemaligen Industriegelände müssen alle ihre Fahrzeuge verlassen und zu Fuß weitergehen. Sämtliche Parkplätze in Eingangsnähe sind längst belegt. Schon am 14. August wurde mit dem Aufbau des weltweit größten Hacker-Treffens begonnen. Eine unfassbare Logistik ist notwendig, um 5 000 Teilnehmer zu bändigen. Seit einem Jahr bereitet der Chaos Computer Club (CCC) das Chaos Communication Camp (CCCamp) vor. An fast alles wurde gedacht. Selbst für eine eigene Wasser- und Abwasserversorgung haben die Veranstalter gesorgt. Mehrere Kilometer Glasfaserkabel wurden verlegt und es gibt etliche WLAN-Hotspots. Es gibt Regel:  Hunde sind verboten, genauso wie offenes Feuer. Gasgrills sind erlaubt, die mit Kohle nicht. Fotos auch nicht. Außer es wird zugestimmt.

Mindestens 295 Euro hat jeder Teilnehmer für das fünftägige Festival bezahlt. Die Hacker kommen aus ganz Europa und  Amerika, die Festivalsprache ist englisch. Am Mittwoch schleppen sich noch etliche Teilnehmer des Camps mit schweren Taschen und Equipment ab. Manche haben Solarpannels dabei, um sich selbst mit Strom zu versorgen. Drinnen gibt es Burger, Pizza, Café-Buden und Bars. Überall sind die Zelte offen, locken Hängematten oder Liegekissen zum Entspannen. An vielen Stellen wird noch gebastelt und gezimmert, doch die großen Veranstaltungszelte und Bühnen stehen schon. Gibt’s Probleme reicht ein Hilferuf über Twitter. Bei Vorträgen und Workshops geht es auch um die gesellschaftspolitischen Folgen der Digitalisierung.

Die Hacker fühlen sich in Mildenberg als große Familie. "Endlich sehen wir uns mal von Angesicht zu Angesicht", sagt Matze vom CCC aus Hamburg. "Hacker wollen hinter die Kulissen blicken. Sie beschäftigen sich mit Datenbanken oder wie man zum Mond fliegt." Es ginge ihnen nicht nur darum, Technik zu verstehen und zu verbessern. Matze: "Es geht auch um Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Wir gehen so weit in die Tiefe, bis etwas Gutes dabei herauskommt."

Nicht alle lassen sich in die Karten blicken, sind kritisch gegenüber einer Berichterstattung. Skepsis schwingt mit bei ihnen, weil für sie der Begriff Hacker kriminalisiert und als Synonym verwendet wurde für einen, der illegal in Computersysteme eindringt.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

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