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Schulwald
Für jedes Schulkind ein Bäumchen

Conrad Kopsch unter einer herrlichen Buche. Im Schülerwald können nach seinen Vorstellungen verschiedene Baumarbeiten wachsen und gedeihen.
Conrad Kopsch unter einer herrlichen Buche. Im Schülerwald können nach seinen Vorstellungen verschiedene Baumarbeiten wachsen und gedeihen. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 22.08.2019, 12:21 Uhr
Bad Belzig Landauf und landab wird über den Klimawandel diskutiert und darüber, was man alles tun könnte und was nicht. Konkrete Beschlüsse lassen jedoch auf sich warten.

Folgen die Bad Belziger Stadtverordneten dem Vorschlag von Conrad Kopsch, könnte der Kur- und Kreisstadt diesbezüglich bald eine Vorreiterrolle zukommen. Am Montagabend stellte der 69-jährige Polarforscher im Ruhestand den Stadtverordneten seine Idee eines Schülerwaldes vor.

"Es ist zwar nur ein ganz winziger Mosaikstein, der aber das Bewusstsein schärfen würde", erklärte Kopsch. Er regte an, dass die Stadt jedem Kind, welches eingeschult wird, ein Bäumchen schenkt. Mit dazugehöriger Urkunde und einem Namensschild. Jahr für Jahr. Aktuell werden rund 70 Mädchen und Jungen eingeschult.

"Das kostet der Stadt nicht viel", ist sich der pensionierte Forscher sicher, der seinen Vorschlag genau durchdacht hat. Er empfiehlt der Kommune eigens dafür eine Kooperation mit dem Forst abzuschließen, der eine Fläche bereitstellt und festlegt, welche Baumarten gepflanzt werden sollten. "Die Fläche sollte nicht sehr weit von der Grundschule entfernt und jederzeit gut erreichbar sein. Damit die Schüler die Bäume pflegen können. In den ersten Jahren werden die Eltern natürlich helfen müssen, was jedoch gewollt sein sollte", erläutert er.

Im Lauf der Zeit könnte so ein Schülerwald entstehen, in dem die verschiedensten Baumarten wachsen. Dieser dürfte wiederum das Bewusstsein der Schüler schärfen und stärken, mit der Baumpflanzung einen aktiven Beitrag für das Klima und zur Verbesserung der Umgebungsluft getan zu haben. Nicht zu vergessen, dass im Schülerwald auch diverse Unterrichtsprojekte stattfinden könnten.

Die Stadtverordneten befanden Kopschs Vorschlag am Montagabend spontan für gut. Mehr noch. Als der Bad Belziger seine Anregung vorgetragen hatte, setzte fraktionsübergreifend Applaus aus den Reihen der Kommunalpolitiker ein.

"Wir nehmen ihren Vorschlag gern an", versicherte Stadtverordnetenvorsteher Ingo Kampf und richtete gleichzeitig einen Appell an Grundbesitzer. Da die Stadt kaum geeignete Flächen für das Vorhaben ausweisen kann, regte Kampf an, auch Bodeneigentümer um Unterstützung zu bitten. Wer Flächen für den Schülerwald zur Verfügung stellen und damit zur Verwirklichung des Projekts beitragen will, sollte sich an die Kommune wenden. In den kommenden Wochen soll in den Ausschüssen weitergehend über das Projekt beraten werden.

"Wenn sie nicht zulange diskutieren, dann könnte es jetzt noch umgesetzt werden, denn das Schuljahr hat erst angefangen. Auf keinen Fall dürfte es am Geld scheitern", so Kopsch weiter. Er ist sich sicher, dass andere Städte und Gemeinden dem Bad Belziger Vorbild folgen werden. "Ich möchte das Projekt Schülerwald jedoch nicht als Möglichkeit für Ausgleichspflanzungen verstanden wissen", betonte der Kurstädter. Mit Blick auf Kiefern und Buchen, die an ungünstigen Standorten in der Region aufgrund von Wassermangel bereits absterben, gab er aber auch zu bedenken: "Der Klimawandel wird uns zukünftig auch zwingen, andere Bäume als bisher zu pflanzen".

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