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Freunde alter Geräte zeigen im Speicher Friedersdorf historische Technik und reparieren sie auch.

Radiobastler
Klang-Erlebnis per Stofflautsprecher

Wieder ein besonderes Vorführteil: Volker Maschler (l.) und Dirk Mahrenholz am restaurierten Lautsprecher Clamo. Er wurde vor dem Krieg produziert, funktioniert jetzt wieder.
Wieder ein besonderes Vorführteil: Volker Maschler (l.) und Dirk Mahrenholz am restaurierten Lautsprecher Clamo. Er wurde vor dem Krieg produziert, funktioniert jetzt wieder. © Foto: privat
Doris Steinkraus / 23.08.2019, 06:30 Uhr
Friedersdorf (MOZ) Die Radiobastler haben wieder ganze Arbeit geleistet. Im Rahmen der Dauerausstellung "Radios aus Oma & Opas Zeiten" im Kunstspeicher Friedersdorf gibt es stets neue historische Technik-Schätze, die von den Radiofreunden zu neuem Leben erweckt werden. Jetzt hat Volker Maschler aus Zechin einen Lautsprecher Clamo und Rundfunkempfänger Gloria 1W restauriert. Der Lautsprecher Clamo wurde von der AEG in den Jahren 1927 bis 1930 produziert und der Gloria 1W in den Jahren 1930 bis 1931 von der Firma Lumophon,  Bruckner & Stark, Nürnberg.

Drei Monate geduldiges Werkeln

"Den Lautsprecher hat mir jemand gebracht, der weiß, dass es unser Anspruch ist, nicht nur alte Geräte in der Dauerausstellung zu zeigen, sondern auch wieder flott zu machen", erklärt Karl-Heinz Boßan. Mit der Ausstellung wolle man an die Anfänge der Radiotechnik erinnern und auch deren Beständigkeit zeigen. "Bei diesem Lautsprecher gibt es noch kein Holz, sondern ist alles aus Stoff", erzählt Boßan. Volker Maschler habe drei Monate daran gearbeitet, um ihn wieder funktionstüchtig zu bekommen. Daneben bastelte er an einem alten Radio aus eigenen Beständen. Beides zusammen ist nun in einer Vitrine in der Dauerausstellung und wird die Funktionstüchtigkeit gern demonstriert.

Mittlerweile kämen fast an jedem Wochenende zur Sprechstunde des "Radio-Doktors" Besucher in die Dauerausstellung nach Friedersdorf und brächten alte Geräte mit, berichtet Karl-Heinz Boßan. "Sie finden sie bei Haushaltsauflösungen ihrer Eltern, verbinden damit Erinnerungen und wollen sie wieder repariert haben." Für die Radiofreunde ist jedes Gerät, das nicht mehr funktioniert, eine Herausforderung. Fast immer bekommen sie sie wieder flott. "Was natürlich viel Geduld und auch Fingerfertigkeit braucht", unterstreicht Boßan.

Der Radio-Doktor hilft

Er selbst sammelt seit seinem zwölften Lebensjahr Elektronenröhren aller Arten. Mittlerweile ist eine Sammlung von rund 17 000 Stück zusammengekommen. Man kann sie auf seiner auf seiner Internetseite finden. Über "Zugang" auf der Seite von anderen Röhren-Sammlern würde er sich freuen, sagt er.

Auch die Plauderstunden leisten ihren Beitrag, um alte Technik Jüngeren näher zu bringen. Die nächste widmet sich sprachlichen Stolperfallen in der Rundfunkgeschichte. Zu Gast ist kein Geringerer als der einstige Sprecher der Aktuellen Kamera Klaus Feldmann. Interessierte sollten sich den 14. September vormerken.

Infos unter www.khb-radios.de, Dauerausstellung Die bis So 11 bis 18 Uhr

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