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Förderung
Medewitz kämpft weiter für den Stundentakt am Bahnhof

Das kleine Örtchen Medewitz verfügt über einen Bahnhof und kämpft um einen stündlichen Stopp der Züge.
Das kleine Örtchen Medewitz verfügt über einen Bahnhof und kämpft um einen stündlichen Stopp der Züge. © Foto: privat
red / 23.08.2019, 08:23 Uhr
Medewitz Der Heimatverein Medewitz hat sich erfolgreich am bundesweiten Wettbewerb "miteinander reden" der Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt und erhält eine Förderung für ein neues Projekt: "Stundentakt für Medewitz! Wir planen einen Wildobst-Wanderweg, um die Nutzung unseres Bahnhofs zu stärken." Die Projektförderung läuft bis Ende 2020, geplant sind unter anderem mehrere Veranstaltungen, eine symbolische Baumpflanzungsaktion und die Gestaltung einer Karte.

Robert Pulz, Vorsitzender des Heimatvereins Medewitz: "Wir freuen uns sehr über die Förderung, weil wir ein wichtiges Anliegen haben, das wir damit noch einmal stärker nach vorn bringen können. Eigentlich müsste es das Anliegen aller in der Region und im Land sein, denn es geht um vorausschauende Politik, es geht um die Entwicklung der kleinen Orte, um die Verbindung von Stadt und Land. Medewitz ist klein, aber wir haben eine Zukunftschance! Weil wir einen Bahnhof im Ort haben, und weil dort Züge direkt nach Berlin fahren. Sie fahren stündlich vorbei, halten aber leider seit 2014 nur im Zweistundentakt an. Wir wollen erreichen, dass die Züge wieder im Stundentakt halten, damit unsere Pendler besser zur Arbeit kommen und damit wir auch als Ort attraktiver werden und neue Zuzügler gewinnen können. Und so an der positiven Entwicklung teilhaben können, die in anderen Orten entlang der Strecke des RE 7 ja bereits deutlich sichtbar ist. Im Nachbarort Wiesenburg ist ein neuer Ortsteil geplant, ein ‚Kodorf‘ mit Coworking Space direkt am Bahnhof. Das zeigt, welche Entwicklungschancen die Bahnanbindung auch für kleine Orte bietet. Wir haben schon mehrfach vergeblich an die Verkehrsministerin von Brandenburg, Kathrin Schneider, appelliert, denn sie hat die Entscheidung getroffen, dass die Züge hier nur alle zwei Stunden anhalten, und nur sie, oder ein anderer Minister, kann sie wieder rückgängig machen. Das wollen wir jetzt endlich erreichen."

Im Rahmen des neuen Projekts soll nun eine konkrete touristische Maßnahme entwickelt werden, die die Nutzung des Bahnhofs stärken und die Forderung nach dem Stundentakt wirksam unterstützen kann: es geht um die Planung eines "Wildobst-Wanderwegs", der vom Bahnhof Medewitz zum Nachbarbahnhof Wiesenburg führen soll. Ein solcher Weg kann nach Auffassung des Heimatvereins den Ort für Touristen attraktiver machen und passt auch gut zu Medewitz, das von blaubeerreichen Wäldern umgeben ist. Er kann das Profil des Naturparks Hoher Fläming stärken und den Kunstwanderweg, der von Bad Belzig nach Wiesenburg führt, ideal ergänzen. Gemeinsam mit den regionalen Akteuren soll jetzt ein nachhaltiges Konzept für den Weg entwickelt, die Unterstützung der Verwaltung gewonnen und die Finanzierung für die notwendigen Anpflanzungen gesichert werden.

Die Bürger von Medewitz kämpfen schon seit Jahren für die Wiedereinführung des Stundentakts. Bereits im Jahr 2015 waren die Medewitzer im Potsdamer Landtag vorstellig geworden und hatten der Ministerin eine Unterschriftenliste und eine Petition überreicht. 2016 haben die Medewitzer eine Demonstration am Bahnhof organisiert und einen Offenen Brief an die Ministerin gerichtet, der die Probleme infolge der Taktausdünnung umfassend beschrieb und zugleich die Zukunftschancen aufzeigte, die eine stündliche Direktanbindung nach Potsdam und Berlin für den Ort eröffnet. Bisher blieben alle Bemühungen ohne Antwort und ohne Erfolg.

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