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Wildnis
Balsam für Leib und Seele

Wildnispädagogin Isabel Knauf stellte mit den Teilnehmenden des Kurses Balsam selbst her.
Wildnispädagogin Isabel Knauf stellte mit den Teilnehmenden des Kurses Balsam selbst her. © Foto: P. Rückert
Pia Rückert / 23.08.2019, 08:34 Uhr
Grützdorf Das ist Balsam für Leib und Seele. Diese Worte benutzt Mensch im alltäglichen Leben oft. Jedoch sind damit nicht nur Erlebnisse oder Musik gemeint.

Beim Kräuterkurs der Wildnisschule Hoher Fläming in Grützdorf wurde "Balsam" wörtlich genommen. Unter Anleitung von Wildnispädagogin Isabel Knauf konnten die Teilnehmenden des Kurses selbigen ganz nach ihren Wünschen herstellen. Bereits einen Tag zuvor war man auf Kräuterpirsch in der Umgebung. Dabei wurden die Blüten vom Johanniskraut gesammelt und für ein Öl angesetzt. Tags darauf warteten nun alle gespannt auf die Herstellung von Balsam. Zu Beginn erzählte jeder Teilnehmende von seinen Momenten und Träumen in der Nacht, wobei auch lustiges zu Tage gefördert wurde. Schließlich wurde gemeinsam gesungen. Das schien auch den Vögeln zu gefallen. Ein Milan kreiste während des Liedes über den Köpfen der Teilnehmenden. "Die Vögel reagieren auf den Gesang", so Isabel Knauf. Oder war es vielleicht doch nur Zufall? Es gibt viele Möglichkeiten, Kräuter zu verarbeiten und bestimmte Stoffe aus ihnen heraus zu lösen. Von vielen genutzt wird das Trocknen, aber auch Wasser ist geeignet. Beim Trocknen ändert sich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die trockene Masse ist wie ein Konzentrat, Tee wäre hier als Beispiel zu nennen. Um einen Balsam herzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig sind die Grundstoffe im richtigen Mischungsverhältnis. Isabel Knauf hatte Öl, Fett und Wachs mitgebracht. Man kann normales Sonnenblumen- oder auch Olivenöl verwenden, sich aber auch einen Ölauszug selbst herstellen. Dazu werden Kräuter nach Belieben etwa eine halbe Stunde in Öl erwärmt und dann durchgeseiht. Als Fett eignet sich normales Schweinefett, aber auch Shea Butter oder Kokosfett kann genutzt werden. Schweinefett hat den Vorteil, dass es vom menschlichen Körper gut aufgenommen wird. Als Wachs verwendet man Bienenwachs, den gibt es in kleinen Pastillen zu kaufen. Schließlich kann jeder seinen Balsam mit ätherischen Ölen verfeinern, je nachdem, welcher Duft bevorzugt wird. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Jedoch ist Vorsicht bei der Dosierung geboten. Da die Öle sehr konzentriert sind, reichen einige Tropfen davon. Isabel Knauf empfiehlt zwischen fünf und zehn Tropfen. Aber das allerwichtigste ist das Mischungsverhältnis der drei Grundzutaten. Für den Balsam werden vier Teile Öl, vier Teile Fett und ein Teil Bienenwachs benötigt. Die Zutaten werden genau abgewogen. Dazu hatte Isabel Knauf eine alte mechanische Küchenwaage mitgebracht. Nun musste die Mischung erhitzt werden. Auf einem kleinen Feuer wurde in einem Topf Wasser erhitzt und ein zweiter mit der Mischung hineingestellt, ein Wasserbad sozusagen, wie es die Hausfrau vom Kochen kennt. Nun hieß er rühren und warten, bis sich alles aufgelöst hat. Inzwischen bereiteten die Teilnehmenden kleine Gläschen vor, in die sie einige Tropfen ihres Lieblingsduftes gegeben hatten. Schließlich wurden diese mit den geschmolzenen Zutaten aufgefüllt. Dabei kamen am Ende die verschiedensten Kombinationen zusammen. Eukalyptus für einen Hustenbalsam, Lavendel gegen Stress, Pfefferminze gegen Kopfschmerzen und Muskelverspannungen und Rosen fürs Herz. Zur Aufbewahrung eignen sich am besten dunkle Gefäße für eine lange Haltbarkeit.

Die Teilnehmer waren vom Ergebnis begeistert. Alle werden zu Hause weiter testen und probieren. Für die passenden und einfachen Rezepte eignet sich das Buch "Kinderwerkstatt Zauberkräuter".

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