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In diesem Jahr hat es noch geklappt, alle Kinder mit einem Hortplatz zu versehen, doch in Zukunft könnte es eng werden. Das Sozialdezernat prüft daher die Einrichtung eines Zentralhortes für das Brandenburgische Viertel.

Kinderbetreuung
Zentralhort gegen Platzmangel

Erst seit wenigen Tagen in Betrieb: die "Außenstelle" des Hortes Kinderinsel an der Spreewaldstraße 20/22 im Brandenburgischen Viertel.  Erzieherin Ramona Böhme bastelt mit den Kindern und unterstützt sie bei den Hausaufgaben.
Erst seit wenigen Tagen in Betrieb: die "Außenstelle" des Hortes Kinderinsel an der Spreewaldstraße 20/22 im Brandenburgischen Viertel.  Erzieherin Ramona Böhme bastelt mit den Kindern und unterstützt sie bei den Hausaufgaben. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 23.08.2019, 10:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Im Hortbereich gibt es aktuell keine Warteliste in Eberswalde. Alle Anträge, so erklärt Sozialdezernent Jan König auf Anfrage,  konnten zum Schuljahresbeginn positiv beschieden werden. Im Klartext: Alle Kinder im Grundschulalter sind versorgt. Möglich wurde dies laut König dank einer kurzfristig umgesetzten Übergangslösung fürs Brandenburgische Viertel, wo der Bedarf besonders groß ist.

In Kooperation mit der Bildungseinrichtung Buckow wurde am 1. August an der Spreewald­straße 20/22 – befristet für (zunächst) zwei Jahre – eine Außenstelle des Hortes "Kinderinsel" eröffnet. Für 55 Mädchen und Jungen. Der Verein, der am Standort selbst mit dem "Kleeblatt" eine kleine Kita unterhält, habe die Räume zur Verfügung gestellt. Die Stadt wiederum sei Träger des Hortes, betreibe ihn also.

Verwaltung will Zentralhort

So weit die gute Nachricht. Die weniger gute: Perspektivisch fehlen nach wie vor Hort-Plätze im Brandenburgischen Viertel. Entsprechend Schulentwicklungsplan des Landkreises Barnim geht der Dezernent für das Quartier von einem Bedarf aus, der sich um die 150 Plätze bewegt. Gleichzeitig, dies sei aufgrund der räumlichen Situation an der Grundschule "Schwärzesee" klar, müsse für den jetzt dort integrierten Hort "Kinderinsel" eine andere Lösung gefunden werden.

Weshalb die Stadt eine Art Zentralhort im Kiez eben für etwa 150 Kinder schaffen will. Dafür sieht die Rathausspitze prinzipiell, wie bereits berichtet, zwei Möglichkeiten: entweder per Neubau oder per Umnutzung des Vereinshauses der Genossenschaft an der Havellandstraße 15, kurz H 15 genannt.

Mitte September will Jan König dem Fachausschuss die Vorzugsvariante der Verwaltung präsentieren. Wie dieser Vorschlag aussieht, "kann ich allerdings noch nicht sagen". Auch nicht nach den Gesprächen, die er in den vergangenen Wochen mit dem Vorstand der 1893 geführt hat. Vonseiten der Genossenschaft gebe es eine grundsätzliche Bereitschaft, die H 15 für das Projekt bereitzustellen.  Noch ringe er mit sich, gesteht König, der in beiden Varianten Vor- und Nachteile sieht.

So lasse sich beispielsweise die H 15 deutlich schneller umsetzen, mit Sicherheit auch preiswerter. Die Kehrseite: In dem Fall müssten einige Mieter, einige Vereine umziehen, räumt der Dezernent ein, um sogleich zu versichern: "Sollte diese Variante zum Tragen kommen, bedarf es eines umfangreichen Umzugsmanagements, das selbstverständlich von Anfang an in die Planung einzubeziehen ist."

Zwölf neue Erzieher eingestellt

Auch wenn es in der Rathausspitze also noch kein favorisiertes Modell gibt, aus dem politischen Raum gibt es bereits eine erste Stellungnahme. So spricht sich Carsten Zinn (fraktionslos), selbst im Brandenburgischen Viertel zuhause, eindeutig für die "zukunftsorientierte A-Variante" aus, die für ihn heißt: Bau eines modernen Bürger- und Stadtteilzentrums 2.0 mit angegliedertem Hort. Und auch der Standort ist für den Stadtverordneten klar, nämlich das Areal der abgerissenen Grundschule an der Kyritzer Straße.

Parallel arbeitet das Fachamt aktuell an der Belegung noch offener Krippenplätze. Anfang September geht bekanntlich der Anbau an der Kita "Spielhaus" in Ostende mit 41 Plätzen in Betrieb. Mit Blick auf die Erweiterungen habe die Stadt seit 1. Juli zwölf neue Erzieher, darunter drei männliche Kollegen, eingestellt, so König. Zusätzliche Kita-Plätze entstehen 2020 bis 2022 zudem durch drei freie Träger: evangelischer Kindergarten (Erweiterung), Kita Little England (Ersatzneubau) sowie Kita-Neubau der Johanniter.

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