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Bürgermeisterwahlen
HGBV-Kandidat Gierschner: "Leegebruch muss grüner werden"

Ihm liegt an einer ökologischen Ausrichtung Leegebruchs: Frank Gierschner tritt für den HGBV zu Wahl an.
Ihm liegt an einer ökologischen Ausrichtung Leegebruchs: Frank Gierschner tritt für den HGBV zu Wahl an. © Foto: privat
Friedhelm Brennecke / 23.08.2019, 11:30 Uhr
Leegebruch (MOZ) Beim Handwerks-, Gewerbe- und Bürgerverein (HGBV) drückt er den Altersdurchschnitt. Erst dieses Jahr ist Frank Gierschner dem Verein beigetreten, seit April ist der 43-Jährige neuer Vorsitzender des HGBV, in dem es zuvor zu Zerwürfnissen gekommen war. "Hätte ich nicht den Vorsitz übernommen, hätte es niemand gemacht und der HGBV hätte nicht mal zur Kommunalwahl antreten können", sagt Gierschner. Jetzt will er es wirklich wissen und tritt an, um Bürgermeister von Leegebruch zu werden.

"Ich packe es an", steht auf seinem Wahlplakat. Das meint der gebürtige Oranienburger ernst. "Ich will etwas bewegen in der Gemeinde, in der es wahrlich noch eine Menge zu tun gibt", sagt Gierschner, der als Objektleiter im Facilitymanagement  bei einem großen Unternehmen in Berlin arbeitet und dort auch die Interessen der Belegschaft im Betriebsrat vertritt. Seit 2016 ist Gierschner, der vor vielen Jahren schon erste kommunalpolitische Erfahrungen bei der Oranienburger SPD sammelte, Leegebrucher, hat in der 7 000-Einwohner-Gemeinde ein Haus gekauft und  fühlt sich mit seiner Frau recht wohl in Leegebruch.

Solaranlage aufs Rathaus

Verwaltungserfahrung bringt der neue HGBV-Chef indes noch nicht mit. Die Arbeit im Rathaus kennt er bisher nur aus der Sicht eines Bürgers.  Für Politik habe er sich hingegen immer interessiert,  Parteien stehe er inzwischen skeptisch gegenüber. "In der Gemeinde müssen wir aber mit allen Parteien reden, allerdings dürfen wir die Dinge nicht zerreden", warnt Gierschner, der zielorientiert arbeiten will.  Das passiere jedoch leicht, wenn Ideologien statt Bürgerinteressen eine Rolle spielten.

"Für mich ist völlig klar, wo ich stehe und wessen Interessen ich vertreten werde", sagt er. Dass ihm seine Kandidatur für die Gemeindevertretung  mit 120 Stimmen noch kein Mandat bescherte, führt er darauf zurück, dass er noch nicht bekannt genug war. Das soll sich im Bürgermeisterwahlkampf ändern.

Frank Gierschner  will Druck machen, dass in Leegebruch stärker auf Nachhaltigkeit gesetzt wird. Da müsse sich die Kommune  ganz anders aufstellen, dürfe sich alternativen Energien nicht verschließen. "Eine Photovoltaikanlage auf dem neuen Gemeindezentrum hätte doch gleich mit installiert werden müssen", findet der HGBV-Chef, der auch Ladestationen für E-Fahrzeuge in der Gemeinde vermisst. Der Discounter Lidl werde wohl der erste sein, der mit seiner neuen Filiale ein solches Angebot schaffe. Andere Kommunen seien da wesentlich weiter. Etwa Hohen Neuendorf, sagt Gierschner, der selbst ein Elektro-Auto fährt und damit bestens zufrieden ist. Leegebruch müsse und könne auch noch grüner werden. Dafür  will er auf einem kommunalen Gelände an der Veltener Straße Bäume pflanzen lassen.

Nicht nur Hochwasser

Dass die Gemeinde das zweifellos wichtige Thema Hochwasser vordringlich behandele, könne er durchaus nachvollziehen.  "Aber das Handeln der Kommune darf sich nicht darin erschöpfen", gibt er zu bedenken.  So müsse zunächst die Kommunikation  zwischen Gemeindeverwaltung und Bürgern deutlich verbessert werden, fordert der HGBV-Bürgermeisterkandidat, der dazu stärker die Leegebruch-Homepage und soziale Medien nutzen möchte. Nachholbedarf gebe es auch bei der Unterstützung der Jugendarbeit in der Kommune. Dabei könne sich das, was der Jugendclub bereits leiste, absolut sehen lassen, findet Frank Gierschner.

Beschlüsse, die die Gemeindevertreter schon gefasst hätten, müssten endlich umgesetzt werden, fordert Gierschner. Er erinnert dabei an den Bau einer Mehrzweckhalle, die neben dem Gemeindezentrum an der Birkenallee 1 entstehen soll, und an die Einsetzung eines Seniorenbeauftragten. Dass die Buslinien 800 und 824 wegen der Baustelle Durchlass in der Eichenallee jetzt vorübergehend über die Gartensiedlung und die Veltener Straße verkehren, will Gierschner zur ständigen Routenführung machen. "Auf dieser Strecke können viel mehr Menschen den ÖPNV nutzen", findet er. Das sei zu unterstützen. Für einen dafür eventuell nötigen Ausbau der Veltener Straße müsse versucht werden, an Fördermittel zu kommen.

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