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80 Jahre nach Kriegsausbruch
Klare Botschaft am Schloss Oranienburg

Vor 80 Jahren: Das Foto auf dem Plakat zeigt das Oranienburger Schloss am 1. September des Jahres 1939. Daneben ist ein Zitat von Anne Frank zu lesen, darunter steht: "Nie wieder!"
Vor 80 Jahren: Das Foto auf dem Plakat zeigt das Oranienburger Schloss am 1. September des Jahres 1939. Daneben ist ein Zitat von Anne Frank zu lesen, darunter steht: "Nie wieder!" © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 23.08.2019, 19:30 Uhr - Aktualisiert 24.08.2019, 11:47
Oranienburg (MOZ) Anlässlich des Beginns des Zweiten Weltkriegs am 1. September vor 80 Jahren rufen die Stadt Oranienburg und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gemeinsam zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie auf. Dazu wurde am Freitag ein 100 Quadratmeter großes Banner an der Schlossfassade befestigt, auf dem das Schloss in der Zeit der Machterfgreifung durch die Nationalsozialisten zu sehen ist. Darauf ist neben der Forderung "Nie wieder!" ein Zitat aus dem Tagebuch von Anne Frank zu lesen: "Ich sehe, wie die Welt allmählich in eine Wildnis verwandelt wird."

"Die Geschichte Oranienburgs und seines Schlosses hat zwei Seiten: Einerseits den Geist der Offenheit und Toleranz, den Prinzessin Louise Henriette vor mehr als 350 Jahren nach Oranienburg brachte und damit Fortschritt und Lebensfreude gedeihen ließ. Andererseits die verhängnisvollen Auswirkungen tiefster Intoleranz, als im Schloss die SS-Truppen für das Konzentrationslager Sachsenhausen untergebracht waren und unmenschliche Verbrechen in Oranienburg geplant und ausgeführt wurden", sagte der Generaldirektor der Schlösserstiftung, Christoph Martin Vogtherr. Aus diesem historischen Gegensatz erwachse Verantwortung für Erinnerung, Weltoffenheit und Toleranz in Gegenwart und Zukunft.

Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) sagte, Oranienburg sei sich seiner Geschichte und Verantwortung bewusst. "80 Jahre, nachdem von Deutschland Tod und Zerstörung ausgingen und 60 Millionen Tote in ganz Europa die Folge waren, wollen wir ein sichtbares Zeichen der Mahnung setzen, wohin Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus führen", sagte Laesicke.

Der Bürgermeister erinnerte außerdem an einen Besucher der Gedenkstätte, gegen den die Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen Volksverhettung und Störung der Totenruhe einen Strafbefehl beantragt hatte. "Gerade in Zeiten, in denen Gäste der AfD-Bundestagsabgeordneten Alice Weidel in der Gedenkstätte Sachsenhausen den Holocaust leugnen, ist es wichtig, Haltung zu zeigen und für Vielfalt, Toleranz und Demokratie einzustehen."

Die Plakat-Aktion weißt außerdem auf Veranstaltungen der Schlösserstiftung, der Stadt und der Gedenkstätte Sachsenhausen anlässlich des Kriegsbeginns vor 80 Jahren hin, in denen es um die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts geht.

Weitere Informationen unter :www.oranienburg.de/nie-wieder

Gegendemo zurAfD-Kundgebung

Am Montag um 18 Uhr findet vorm Schloss eine Wahlkundgebung der AfD mit den Spitzen der Partei statt. Zur Gegendemo "Oranienburg abschirmen" ruft das Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt auf. Demonstrationsteilnehmer sollen bunte Schirme mitbringen und damit für eine bunte Gesellschaft werben.⇥kd

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