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Gedenken in der Doppelstadt
Gabriele Neumann: "Wie spielt man Frieden?"

Auch Słubices Landrat Leszek Bajon und Bürgermeister Mariusz Olejniczak legten Blumen an der Gedenkstätte nieder.
Auch Słubices Landrat Leszek Bajon und Bürgermeister Mariusz Olejniczak legten Blumen an der Gedenkstätte nieder. © Foto: Nancy Waldmann
Nancy Waldmann / 24.08.2019, 06:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Zum zweiten Mal haben rund 60 Słubicer und Frankfurter am Freitag am Jahrestag des Hitler-Stalin-Pakts den Opfern von Stalinismus und NS-Herrschaft gedacht. Bei der zweisprachigen Veranstaltung an der Gedenkstätte im einstigen Stasi-Gefängnis sprachen unter anderem Bürgermeister Claus Junghanns, Eugeniusz Jurczenko vom Słubicer Verband der Sibiriendeportierten und die evangelische Pfarrerin Gabriele Neumann. In ihrer Rede erzählte sie eine Geschichte von Lew Tolstoi, der sich empörte als er Kindern begegnete, die "Krieg spielten". "Spielt lieber Frieden!", habe Tolstoi sie aufgefordert. "Wie spielt man Frieden?", stellten die Kinder ihm dann die schwere Frage, auf die bis heute eine Antwort gefunden werden müsse, so Neumann. Die Osteuropa-Historikerin Prof. Claudia Weber von der Viadrina nannte die unterschiedlichsten Gruppen, die Opfer der durch den Hitler-Stalin-Pakt entfesselten Gewalt wurden, etwa polnische Juden, die zwischen Bug und San hin- und herwanderten, um Deportationen zu entkommen bis zu Kommunisten, die geflohen waren und wieder an das Dritte Reich ausgeliefert wurden oder den Juden im Baltikum, die dank des Besatzers Stalin gerettet wurden. Weber formulierte die Aufgabe, Opferkonkurrenzen, die auch durch national geprägtes Erinnern entstehen, zu überwinden. Vor der Gedenkstätte legten der Słubicer Landrat Leszek Bajon und Bürgermeister Mariusz Olejniczak sowie Junghanns und der Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Wolfgang Neumann Blumen nieder. Der Pakt am 23. August 1939 besiegelte die erneute Zerschlagung und Besatzung des polnischen Staates durch Deutschland und die Sowjetunion.

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