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Jubiläum
"Mit 100 unterwegs"

Bärbel Kraemer / 24.08.2019, 08:00 Uhr
Bad Belzig Vor 100 Jahren wurde die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet. Das Jubiläum wird bundesweit gefeiert. Am Dienstag stoppte die AWO-Jubiläumstour - sie steht unter dem Motto "Mit 100 unterwegs" - auch in Bad Belzig.

Im Gepäck: ein buntes Bühnenprogramm, diverse Infostände, Spiel und Spaß für Kids. In einer Gesprächsrunde stellten sich mit Anja Schmollack (CDU), Claudia Sprengel (DIE LINKE), Günter Baaske (SPD), Andreas Koska (Bündnis 90/Die Grünen) und Tim Kehrwieder (FDP), zudem Direktkandidaten zur Landtagswahl vor.

Bei Kaffee und Kuchen, letzteren hatten die Damen des Bad Belziger Ortsvereins gebacken, war Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Über das Engagement der AWO in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Ihr Handeln ist von fünf Werten bestimmt: Solidarität, Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und Toleranz.

Der kleine AWO-Chor des Bad Belziger Ortsvereins überraschte seinerseits mit einem besonderen Geburtstagsgeschenk für die 100-jährige Arbeiterwohlfahrt. Sie brachten unter anderem ein Geburtstagslied aus der Feder von Elfi Krieg zu Gehör - geschrieben eigens für den großen Tag.

Der bot den Mitgliedern des Bad Belziger Ortsvereins zugleich Gelegenheit, vorab etwas Geburtstagsluft zu schnuppern. "Wir werden im nächsten Jahr 30 Jahre alt", so Ortsvereinschefin Marie-Luise Jeschke.

In dieser Folge waren auch die hiesigen AWO-Damen der ersten Stunde immer wieder gefragte Gesprächspartner. Zu ihnen gehört Renate Krawez. "Der Anfang war nicht einfach. Es war eine aufregende Zeit damals", erinnert sich die Bad Belzigerin und erzählt wie es zur Gründung des Ortsvereins durch eine Handvoll engagierter Damen kam. Bis zur Wende waren sie als Gemeindeschwestern tätig. "Wir waren damals quasi übrig", so die Ruheständlerin. Mit der Arbeitslosigkeit, in die sie in dieser Folge rutschten, konnten und wollten sie sich auch mit Blick auf die bisher von ihnen versorgten Patienten nicht zufrieden geben. Gertrud Meißner aus Lütte, damals Sozialamtsleiterin in der neuen Kreisverwaltung, versprach zu helfen und mit den Damen nach einer Lösung zu suchen. Pflegeangebote wie sie heute existieren, gab es damals in den so genannten neuen Ländern noch nicht. Bald darauf eröffnete sich für die engagierten Damen die Gelegenheit, in die alten Bundesländer zu fahren um zu hospitieren, zu sehen, wie die häusliche Pflege dort organisiert ist. Im Anschluss an die Weiterbildungsreise stand fest, dass ein Träger für die aufzubauende Sozialstation gebraucht wird. "Das DRK winkte damals ab, die Volkssolidarität auch", so Renate Krawez. Unterstützung kam jedoch von Seiten des SPD-Ortsverbandes. In dieser Folge entstand der Kontakt zur AWO. Bald darauf, 1990, folgte die Gründungsversammlung des Ortsvereines in der Gaststätte Benke. Mit einer handvoll Mitarbeitern begann die Arbeit vor Ort. Unendlich viel Herzblut brachten die Damen der ersten Stunde ein. Da wundert es nicht, dass es auf dem Geburtstagsfest der 100 Jahre alten Arbeiterwohlfahrt auch immer wieder hieß: "Weißt du noch, damals bei uns".

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