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Am 1. September sind in Hoppegarten Bürgermeisterwahlen. Heute im Porträt: Amtsinhaber Karsten Knobbe (Linke).

Wahl
Bürgermeister Karsten Knobbe tritt erneut zur Wahl in Hoppegarten an

Tritt für die Linke an: Amtsinhaber Karsten Knobbe
Tritt für die Linke an: Amtsinhaber Karsten Knobbe © Foto: Privat
Martin Stralau / 24.08.2019, 09:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Kompetenz und Engagement sind die Schlagwörter, mit denen Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) auf Wahlplakaten dafür wirbt, ihm erneut das Vertrauen zu schenken. Zur Kompetenz zählt der 59-jährige Rechtsanwalt, dass er mit den Leiterinnen der vier gemeindlichen Fachbereiche als "Partner auf Augenhöhe" debattieren kann. "Ob bau- und finanzrechtliche oder verwaltungstechnische Fragen – wenn sie mir etwas vorlegen, verstehe ich ihre rechtliche Argumentation", sagt er. Das sei wichtig. "Denn alle Entscheidungen haben eine Rechtsgrundlage. Wir müssen gemeinsam entscheiden können."

Unter Engagement versteht Knobbe sein bisheriges Wirken für die Gemeinde "mit 60 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche". Engagement sei für ihn aber auch, sich für kleine Vereine und Unternehmen genauso einzusetzen wie für große Investoren. Seit 1995 lebt der gebürtige Berliner in Hoppegarten, "wie 80 Prozent der Einwohner, die seitdem hergezogen sind". Mit seiner Frau hat er in einer Patchwork-Familie sechs Kinder im Alter von 16 bis 38 Jahren großgezogen. Die jüngste Tochter ist Mitglied beim TSC Strausberg, in der Abteilung Rhönrad. Dort hilft Knobbe als Fahrer und Fotograf.

Am Bürgermeisteramt, das er seit 2012 bekleidet, mag er am meisten, "dass man etwas gestalten kann, dass man merkt, wie sich Entscheidungen umsetzen". Seinen Stil bezeichnet er als "nicht nachtragend". Sein oberstes Ziel sei es, konträre Interessen und Meinungen zusammenzubringen, zu versuchen, auch auf die Personen zuzugehen, "von denen man harsch kritisiert wird". Wie das funktioniert, habe er beim Studium für Internationale Beziehungen, "dem Studium der Diplomatie" in Moskau gelernt – ebenso wie Französisch, Englisch und Russisch. "In einer internationalen Gemeinde wie Hoppegarten sind zumindest die beiden letzten Sprachen essenziell", verweist er auf viele Besuche von Delegationen aus dem Ausland.

Zu einem möglichen Wahlvorteil sagt der Fan von Kurt Tucholsky und Heinrich Heine: "Jeder Bürgermeister hat einen gewissen Amtsbonus, weil er einen Tick bekannter ist als die anderen." Dass es auch anders laufen kann, hat er bei seiner Wahl vorgemacht. "Als ich 2011 antrat, war ich Quereinsteiger und gerade mal ein halbes Jahr sachkundiger Einwohner."

Gute Kommunalpolitik könne man nur machen, wenn man in der Landespolitik hinreichend vernetzt ist, weiß Knobbe aus Erfahrung. Er nennt das Beispiel Kaiserbahnhof. "Es war ein langer Kampf mit den Ministerien, eine Ausnahmegenehmigung für Fördermittel zur Sanierung zu bekommen, weil wir nicht in die Fördergebietskulisse fallen."

Im Falle seiner Wiederwahl hat sich Knobbe drei Kernthemen als Ziele gesetzt: "Ich will das Projekt vollenden, dass in Hoppegarten nach zwölf und 13 Jahren das Abitur abgelegt werden kann", sagt er zum Ersten. Mit dem Bund als Eigentümer verhandele er seit vier Jahren über die KWO-Fläche als Schulstandort. Hier gehe es nur noch "um die Präzisierung des Kaufpreises". Die Gespräche mit dem Träger liefen seit drei Jahren. "Er wird ab nächstem Sommer eine siebte Klasse als Abiturklasse am Standort der alten Grimm-Grundschule beschulen." Knobbe rechnet damit, dass der Schulbetrieb auf dem KWO-Areal 2022 starten könnte.

Investition in Infrastruktur

Die Gemeinde für ältere Bürger lebenswerter zu machen, nennt er als zweites großes Ziel. "Radwege, Bürgersteige, Straßen – hier müssen wir nachjustieren." Außerdem wolle er sich für die Entwicklung einer Mustersiedlung einsetzen, die alles aufgreife, was zu einem nachhaltigen Leben dazugehöre. "Von alternativen Energiequellen bis hin zu neuen Arbeitsformen. Eine Mikrostadt, die grün, zukunftsorientiert und modern ist." Wo in Hoppegarten die Siedlung entstehen kann, darüber wolle er nach der Wahl debattieren. Als Größenordnung nennt Knobbe 1000 Einwohner, aber keine zusätzlichen. "Zuzug wie in den vergangenen 20 Jahren wollen wir nicht mehr, da besteht parteiübergreifend Konsens."

Bei einem MOZ-Wahlforum stellen sich Karsten Knobbe und die anderen Kandidaten – Kerstin Dittrich, Thomas Scherler und Sven Siebert – am 28. August, 18 Uhr, im Gemeindesaal Hoppegarten den Fragen von Interessierten.

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