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Brandenburger Hochschulen
Software hilft gegen Plagiate - Auch Studierende nutzen die Technik

An den Hochschulen in Brandenburg kommt es immer wieder zu Plagiatsverdachtsfällen, was das Anfertigen wissenschaftlicher Seminar- und Abschlussarbeiten angeht.
An den Hochschulen in Brandenburg kommt es immer wieder zu Plagiatsverdachtsfällen, was das Anfertigen wissenschaftlicher Seminar- und Abschlussarbeiten angeht. © Foto: dpa/Stephan Jansen
dpa / 24.08.2019, 09:47 Uhr
Potsdam (dpa) An den Hochschulen in Brandenburg kommt es immer wieder zu Plagiatsverdachtsfällen wissenschaftlichem Seminar- und Abschlussarbeiten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Suche nach Zitaten ohne korrekten Quellenhinweis hilft demnach auch entsprechende Software. "Die Wirtschaftswissenschaften berichten von zwei bis drei Verdachtsfällen pro Semester, an der juristischen Fakultät werden etwa zehn Verdachtsfälle pro Semester bei Seminararbeiten festgestellt", sagt Michaela Grün, Sprecherin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Auch andere Hochschulen im Land berichten von Betrugsversuchen oder Fehlern beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Es gebe aber auch Fachbereiche, an denen es sehr schwer werde, bewusst zu betrügen, berichtet Professor Thomas Kern von der Technischen Hochschule Brandenburg in Brandenburg/Havel. Demnach würden die Arbeiten im Fachbereich Technik von Hochschulbetreuern inhaltlich begleitet. "Die von mir betreuten Studenten sehe ich regelmäßig alle drei bis vier Wochen, um den Stand der Arbeit zu besprechen. Da sind Plagiate schwer möglich, denn wir diskutieren Ziele, Zwischenergebnisse und geplante Vorgehensweisen im Detail", sagt Kern.

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sind nur Einzelfälle von Plagiatsvorwürfen bekannt. "Ohne den Einsatz von Prüfsoftware war es in früheren Jahren sehr schwierig, systematische Prüfungen vorzunehmen", sagt Sprecherin Marita Müller. Insofern würden heute möglicherweise zwar mehr Plagiatsversuche entdeckt, was aber nicht bedeute, dass die Anzahl von Plagiaten zugenommen habe.

Oft steckt hinter Plagiatsverdachtsfällen nach ihrer Einschätzung keine böse Absicht: Fehler könnten auch entstehen, weil beispielsweise ausländische Studenten wissenschaftliches Arbeiten ganz anders gelernt hätten, sagt die Hochschulsprecherin. Deshalb bietet die BTU ihren Lehrenden und den Studierenden seit etwa zehn Jahren die Möglichkeit, eine Plagiatssoftware über eine Campuslizenz frei zu nutzen. "Damit können auch die Studierenden vorab selbst ihre Arbeiten auf Fehler überprüfen", erklärt Müller.

Genutzt werde das Angebot gern - vor allem von den internationalen Studierenden an der BTU, aber auch von ihren deutschen Kommilitonen. "Die Sensibilität gegenüber Plagiaten ist hinsichtlich der prominenten Fälle in den vergangenen acht Jahren gestiegen", sagt die BTU-Sprecherin. Auch in der Lehre setzte die Hochschule wie viele andere im Land verstärkt auf die Schulung ihrer Studenten beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.

Greifen diese Maßnahmen nicht, sehen sich die Hochschulen zu Sanktionen gezwungen. "Für Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten sieht der Regelfall so aus, dass Arbeiten, bei denen Plagiate nachgewiesen wurden, als nicht bestanden gewertet werden", sagt die Potsdamer Uni-Sprecherin Silvia Engel. Im Wiederholungsfall seien härtere Sanktionen bis hin zur Exmatrikulation möglich.

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