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Bahnhof
Ein Jahr nach der Eröffnung – Fahrradparkhaus wird angenommen

Demonstriert wie die Fahrradschienen funktionieren: Sven Dehler im Fahrradparkhaus am Bahnhof
Demonstriert wie die Fahrradschienen funktionieren: Sven Dehler im Fahrradparkhaus am Bahnhof © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 24.08.2019, 11:01 Uhr
Oranienburg (MOZ) Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des Fahrradparkhauses am Bahnhof Oranienburg ziehen Stadtverwaltung und ADFC eine positive Bilanz. Das Angebot werde gut angenommen, sagte Sven Dehler, beim Stadtplanungsamt für den Fahrradverkehr zuständig. Es gebe aber immer noch freie Plätze. Weiterhin würden gegenüber dem Bahnhof noch immer etwa 150 Fahrräder "wild" parken. Vor der Eröffnung des Parkhauses seien es doppelt so viele gewesen.

Sven Dehler vermutet, dass einige Radfahrer zu bequem sind und ihr Rad lieber am Straßenrand anschließen. "Im Fahrradparkhaus sind aber immer noch Plätze frei", sagt Dehler. Freie Kapazitäten würden auch durch die unterschiedlichen Fahrtrichtungen der Pendler entstehen: Oranienburger fahren morgens mit dem Fahrrad zum Bahnhof, schließen ihr Rad an und fahren mit der Bahn weiter. Wer in Oranienburg arbeitet, schließt das Rad eher über Nacht an und ist damit tagsüber in der Stadt unterwegs.

"Ich habe nur positive Reaktionen vernommen. Die Oranienburger sind zufrieden mit dem Parkhaus", sagt die frühere ADFC-Ortsgruppenvorsitzende Adelheid Martin. Das einzige Problem ist, dass auch im Parkhaus Fahrräder nicht sicher vor Diebstahl sind. Aber selbst eine Videoüberwachung würde keine absolute Sicherheit bringen. "Im Fahrradparkhaus in Bernau gibt es Kameras, aber auch dort kommt es zu Diebstählen", sagt Dehler. Der Einbau von Kameras sei letztlich auch eine Kostenfrage. Hohe Sicherheit bieten dagegen die neun abschließbaren Boxen, die für jeweils ein Jahr für 120 Euro gemietet werden können. Alle sind belegt. Es gebe aber auch nur fünf weitere Interessenten auf der Warteliste, sagt Dehler.

Ideen für Verkehrssicherheit

Ob die Kapazität der durchweg überdachten Stellplätze ausreicht, werde sich nach der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes zeige, sagt Stadtplanungsamtsleiter Christian Kielczynski. Denn dann werden auch die Fahrradständer vor der Post verschwinden, es wird weniger Möglichkeiten zum "wild" parken geben. Das Parkhaus könne durch weitere Module entlang des Bahndamms an der Stralsunder Straße ergänzt werden.

Dehler und Kielczynski führten am Freitag zwei Fahrradgruppen auf jeweils zweistündigen Touren durch Oranienburg, um die Verbesserungen der Fahrradinfrastruktur zu zeigen: zum Beispiel Fahrradstreifen auf der Lehnitzstraße, für Fahrräder freigegebenen Einbahnstraßen, neue Abstellmöglichkeiten in der Mittelstraße. Angeregt wurde dabei auch die sogenannten Flashbikes, die rechtsabbiegende Fahrzeuge mit einem Blinklicht vor vorfahrtsberechtigten Fahrrädern warnen. Anlass der Touren waren das zehnjährige Bestehen des Netzwerks Verkehrssicherheit Brandenburg und das 15-jährige Bestehen des Forums Verkehrssicherheit des Landes. In der Betrachtung von Sven Dehler wurde deutlich, dass sich Radfahrer an Neuerungen erst gewöhnen müssten. In der Lehnitzstraße werde das Rechtsfahrgebot inzwischen überwiegend eingehalten.

Platz für mehrals 1000 Fahrräder

1,7 Millionen Euro kostete das Parkhaus mit 1056 Stellplätzen und neun abschließbaren Fahrradboxen. Das am Bahndamm auf Betonstützen errichtete Parkhaus verfügt über zwei Etagen, die obere ist über zwei Rampen erreichbar und hat einen Zugang zum S-Bahnsteig.

Die Räder stehen jeweils übereinander, die oberen Fahrradständer sind auf Schienen befestigt, die herausgezogen und nach unten gedrückt werden müssen.⇥kd

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