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Auszeichnung
Ruppiner Tor ist Denkmal des Monats

Damit es jeder weiß: Gransees Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD, links) und der stellvertretende Amtsdirektor Nico Zehmke befestigen die Plakette, die das Ruppiner Tor als Denkmal des Monats ausweist, am Bauwerk.
Damit es jeder weiß: Gransees Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD, links) und der stellvertretende Amtsdirektor Nico Zehmke befestigen die Plakette, die das Ruppiner Tor als Denkmal des Monats ausweist, am Bauwerk. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 25.08.2019, 09:30 Uhr
Gransee Eine Auszeichnung als Denkmal des Monats für das Ruppiner Tor, eine Ausstellungseröffnung zum Thema Fontane in seinem unmittelbaren Umfeld und abends dann noch ein Theaterstück im Klosterhof. In puncto Kulturterminen wartete am Freitag in Gransee ein enger Terminkalender.

Das Ruppiner Tor sei bereits das fünfte Denkmal des Monats der Stadt, sagte der stellvertretende Amtsdirektor Nico Zehmke bei der Begrüßung der Gäste. Und das Tor sowie die gesamte Silhouette der Stadt bietet heute nahezu den gleichen Anblick wie zu Fontanes Zeiten, womit der Bogen geschlagen war zur Ausstellung "Fontane in Gransee und Stechlin", die im Schatten des Tores nun auf Interessierte wartet. Darin werden die Erlebnisse Fontanes nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch in Meseberg, Menz, Neuglobsow sowie Zernikow anschaulich beleuchtet. Während sich die stadtwärtigen Tafeln eben Gransee selbst widmen, stehen auf den "feldwärtigen" die Orte der Umgebung im Mittelpunkt.

Sanierung erfolgte 1996

Als Denkmal des Monats werden Bauten ausgezeichnet, die beispielhaft saniert wurden. Eine erste Sanierung des Ruppiner Tores erfolgte 1996, so Zehmke weiter. Dabei diente die Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführte Rekonstruktion, die durch den damaligen Zeitgeist bestimmt war, als Vorlage. Ein genaues Baujahr lasse sich nicht bestimmen, wohl aber stehe fest, das eine hölzerne Anlage dem gemauerten Tor voranging. Bei archäologischen Ausgrabungen im Umfeld des Tores seien Hölzer gefunden worden, die Experten auf die Zeit um 1300 datierten.

Der heutige gute Zustand des Tores und vieler weiterer historischer Bauten, sei keine Selbstverständlichkeit, betonte Zehmke. Seit fast drei Jahrzehnten habe es sich die Stadt "mit Hingabe" zur Aufgabe gemacht, zu sanieren. Erklärtes Ziel sei es, diesen Prozess fortzusetzen. Exemplarisch nannte Zehmke, das Klosterareal, das in den kommenden Jahren angepackt werden soll.

Historie bestimmt das Stadtbild

Für Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD), der die Plakette für das Denkmal des Monats aus den Händen des Altlandsberger Bürgermeisters und Vorstandsmitglieds der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen, Arno Jaeschke, entgegennehmen konnte, ist die Historie selbst, für die das Tor steht, das erlebbarste Element in Gransee. Wer mit offenen Augen durch die Stadt gehe, könne an nahezu jeder Ecke darauf stoßen.

Offene Augen und ein Blick fürs Detail – damit war auch Gruschinske der Brückenschlag hin zu Fontane gelungen. Denn auch der märkische Schriftsteller sei genau dafür bekannt gewesen – Sinn fürs Detail. In jungen Jahren freilich habe ihn das noch abgeschreckt, gestand er und erinnerte an eine auf dutzende Seiten ausgewalzte Beschreibung Fontanes zur Beschaffenheit eines Hofes im Roman "Effi Briest".

Für Details, die der bei dieser Gelegenheit ebenfalls eröffneten Ausstellung, interessierten sich sogleich die Besucher, die die neuen Tafeln ausführlich in Augenschein nahmen.

Zur Arbeitsgemeinschaft

Die Arbeitsgemeinschaft gründete sich am 22. Mai 1992 mit dem Ziel, die historischen Stadtkerne vor dem Verfall zu retten, die historische Bausubstanz zu bewahren, mit neuem Leben zu füllen und dabei den hohen Ansprüchen des städtebaulichen Denkmalschutzes Rechnung zu tragen.

Die Mitgliedsstädte wurden vom damaligen Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg (aktuell: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung) in das Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen. Dieses Programm steht nur denjenigen Brandenburger Städten zu, die sich durch eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" zu den hohen Qualitätsanforderungen einer erhaltenden Stadterneuerung bekannt haben.

Aus den ehemals 20 Gründungsmitgliedern im Jahr 1992 sind inzwischen 31 Mitgliedsstädte der AG geworden. ⇥red

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