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Mit 46 Kindern wird das Team um Kathrin Müller ins Jahr 2020 gehen. Mit der Übergabe des Neubaus in Lüdersdorf hat sich vieles verändert.

Kita-Betreuung
Die "Pusteblume" wächst und gedeiht

Anett Zimmermann / 25.08.2019, 11:30 Uhr
Lüdersdorf (MOZ) Auf dem Eckgrundstück Wirtschaftshof 18 wässert Matthias Schuch am Freitagvormittag die Grünflächen. "Das ist unser Hausmeister", freut sich Kathrin Müller. Sie leitet die Awo-Kita "Pusteblume" in Lüdersdorf, die im Frühjahr ein neues Gebäude gleich neben dem alten bezogen hat. Bis zu 81 Kinder können im Neubau betreut werden. "Im Dezember werden es 46 Kinder sein", sagt Kathrin Müller und fügt hinzu: "Bis Juni 2020 dann 60." Entsprechend der Kinderzahl müsse schließlich ja auch das Personal aufgestockt werden. Hinzu komme der recht hohe Bedarf an Betreuungszeiten. 30 Stunden seien die Regelzeit, doch allein im Bereich der unter Dreijährigen gebe es drei Kinder, die zehn Stunden am Tag betreut werden müssten. "Viele Eltern pendeln", weiß die Kita-Chefin und auch, dass manche der Mütter und Väter ihre Kinder nur einmal am Tag sehen. "Da bringt er sie morgens zu uns und kommt erst nach Hause, wenn sie bereits im Bett liegen. Nachmittags holt dann die Mutter, die morgens vor dem Aufstehen los muss, die Kleinen."

Neben Matthias Schuch stellen sich im Eingangsbereich auch Jenny Dürrlich und Marina Wartenberg mit Foto und ein paar Zeilen den Eltern vor. Erstere gehört seit April zum Team. "Sie hat für unseren Träger zuvor in Bad Freienwalde gearbeitet, vor 25 Jahren bei uns schon mal Schwangerenvertretung gemacht und die Bauarbeiten verfolgt", erzählt die Kita-Chefin. Der Anfang im neuen Haus habe gut geklappt. "Da wir ganzjährig Kinder aufnehmen, war das gut zu händeln." Die Zahl sei von 38 auf 42 gewachsen. "23 davon sind unter drei Jahre alt." Marina Wartenberg und Matthias Schuch arbeiten seit diesem Monat in der Einrichtung, in der nun sechs Erzieherinnen und drei technische Kräfte beschäftigt sind. Für die Raumpflege habe eine Frau aus dem Dorf gewonnen werden können, freut sich Kathrin Müller über eine weitere Personalie und hat bereits die nächste im Blick. Ab November absolviere Vanessa Förster, eine angehende Erzieherin, ihr Praktikum in der Kita. "Sie hat vor drei Jahren ihren Bundesfreiwilligendienst bei uns gemacht und kommt nun für sechs Monate", berichtet Kathrin Müller und auch davon, dass die Ausbilder in Lobetal die Lüdersdorfer Einrichtung bisher als nicht geeignet eingestuft hatten. Das "Einfamilienhaus" nebenan erfüllte offensichtlich nicht die Auswahlkriterien. Das inhaltliche Konzept, das auf Vielfalt setzt, konnte die baulichen Defizite nicht ausgleichen. Doch die junge Frau sei beharrlich geblieben. "Der zuständige Lehrer hat sich bereits im Neubau umgesehen", sagt Kathrin Müller. Vanessa Förster werde sich im U3-Bereich ausprobieren können, ergänzt sie und hofft, die einstige Freiwillige auch als künftige Kollegin gewinnen zu können.

Marco Büchel, Landtagsabgeordneter der Linken, habe vor wenigen Tagen ebenfalls die Einrichtung besucht. Der von ihm vor drei Jahren gespendete Apfelbaum soll dann im Herbst umgepflanzt werden, schaut Kathrin Müller auf weitere anstehende Dinge. Laufkarten für die Feuerwehr sind zum Beispiel auch auf der Liste notiert. Ortswehrführer Thomas Gieseler sei Initiator einer Begehung mit Vertretern mehrerer Nachbarwehren gewesen, um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. "Sie waren im Juni hier und von der Größe des Hauses doch etwas überrascht." Unterdessen erfreue sich ein Geschenk zur offiziellen Übergabe des Neubaus im Mai ungebrochener Beliebtheit: das Bobby-Car der Lüdersdorfer Feuerwehr. "Es ist auf unseren Spielfluren der Renner", erzählt Kathrin Müller und verrät, dass die Erzieherinnen den "Einsatz" hin und wieder hinauszögern müssen. Den Hinweis, dass das Fahrzeug in der Garage oder Werkstatt stehe, würden die Kinder aber akzeptieren können.

Daran, dass es nun viele bewegliche Sachen, darunter eine Bücherkiste und einen Verkleidungsschrank auf Rollen gibt, hätten sich Kinder wie Erzieherinnen schnell gewöhnt. "Hier ist ja alles ebenerdig", sagt Kathrin Müller, nennt aber gleich weitere Vorzüge: "Das macht uns in der Gruppenarbeit flexibler und ist auch rückenfreundlicher."

Als vollen Erfolg bezeichnet die Kita-Leiterin übrigens den Tag der offenen Tür gleich nach der offiziellen Übergabe. "Wir haben in den vier Stunden 200 Besucher gezählt." Eine Anfrage aus Hessen habe es zuvor bereits telefonisch gegeben. "Die Familie ist inzwischen nach Wriezen zurückgezogen. Die beiden Kinder sind ab September bei uns."

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