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Was macht eigentlich ein Bürgermeister? Die MOZ hat Uwe Schoknecht einen Tag begleitet und zeigt, was vom Nachfolger erwartet wird.

Jobprofil
Viele Bälle in der Luft

Susan Hasse / 25.08.2019, 11:45 Uhr
Finowfurt (MOZ) In acht Tagen wählen die Bürger der Gemeinde Schorfheide ihren neuen Bürgermeister. Wir haben Bürgermeister Uwe Schoknecht einen Tag lang begleitet und erstellen eine Art Jobprofil für die vier Kandidaten.

Vorab kurz gefasst: Der Bürgermeister in Schorfheide hat viel zu tun: Er ist Außenminister, Verkehrs- Bau-, und Wirtschaftsminister sowie Lobbyist und Botschafter zugleich. Nicht zu vergessen: Er ist Kummerkasten und Prellbock für die 10432 Bürger und Chef von rund 45 Mitarbeitern der Verwaltung.

Der Tag im Leben von Bürgermeister Uwe Schoknecht beginnt früh, sehr früh. Meist vor acht kommt er ins Büro, zuvor hält er am Blumenladen an, denn Geburtstage gibt es in der Gemeinde Schorfheide so einige. Im Büro liest Uwe Schoknecht die Post: Bürgeranfragen, Behördenbriefe und vieles mehr landen auf dem Schreibtisch des Wahlbeamten. Er beantwortet das Drängende und delegiert anderes an Mitarbeiter. Mit Petra Schäfer, seiner rechten Hand im Vorzimmer, bespricht er sodann Termine. Ab 9 Uhr empfängt er die ersten Besucher und bespricht sich mit den Mitarbeitern der Verwaltung.

Als Erstes steht an diesem Tag eine Besprechung mit Hauptamtsleiterin Angela Braun an. Sie war stellvertretend für den Bürgermeister bei einer Veranstaltung der Arbeitsagentur. Sie berichtet von den aktuellen Zahlen und den Förderprojekten der Arbeitsagentur. Zusammen überlegen die beiden, welche Rück­schlüsse für Schorfheide daraus zu ziehen sind. Von der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik geht es im Galopp zum nächsten Thema: Baurecht. In der Gemeinde Schorfheide wird seit jeher viel und gern gebaut. "Die Bagger müssen rollen", so die Devise von Uwe Schoknecht. Entsprechend viel gibt es zu planen, zu koordinieren und im Zweifel zu korrigieren. Im Meeting mit Bauamtsleiter Bert Siegel geht es um das Verbot für ein geplantes Baugebiet in Werbellin. Am Tag zuvor gab es ein aufreibendes Gespräch im zuständigen Ministerium in Potsdam. Nur, wenn die Gemeinde nachweist, dass es einen Bedarf an Bauland gibt, könnte die Landesplanung vielleicht noch umgestimmt werden. Dieser Nachweis bedeutet viel Arbeit, ist allen im Raum klar. Schoknecht bespricht mit den Mitarbeitern des Bauamtes das weitere strategische Vorgehen. Resignierend aufgeben ist für ihn jedoch  keine Option. Kampfgeist blitzt aus seinen Augen. In den vielen Jahren seiner Amtszeit musste er viel kämpfen und hat so einige Scharmützel gewinnen können.

Die Liste der Aufgaben ist lang

Zu guter Letzt steht an diesem Tag noch ein Treffen mit der Schulleitung der Oberschule Finowfurt auf dem Programm. Die Gemeinde ist Schulträger und daran interessiert, dass dort alles läuft. Torsten Tappert, seit Februar Schulleiter in Finowfurt, sprudelt voller Ideen und Projekten. Ihm sei aufgefallen, dass die Sparkasse keine Schulprojekte für Oberschulen fördere. Hier soll der Bürgermeister mal nachfragen, warum nur Geld an Gymnasien fließe und nicht nach Finowfurt. "Das mache ich", verspricht Schoknecht. Das sei ein Unding. Die Liste der Aufgaben am Ende des Tages ist lang: Sich hier nicht zu verzetteln, ist für Uwe Schoknecht gelernte Routine.

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