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Radtour
Premiere bei der Friedensfahrt: Erinnerung an Kriegsbeginn vor 80 Jahren

Ulf Grieger / 27.08.2019, 09:58 Uhr - Aktualisiert 27.08.2019, 10:51
Sydowswiese (MOZ) Es war eine Premiere für die Gedenk- und Friedensfahrt: Zum ersten Mal gab es Sommersonnenwetter.

Die Veranstalter konnten rund 80 Teilnehmer aus Letschin und Genschmar begrüßen, aber auch Seelower wie Anna-Katharina und Udo Schulz, Lothar Ebert und die Landtagsabgeordneten Kristy Augustin (CDU) und Simona Koß (SPD).

Von Kuhherde begleitet

Auf der Fahrt zum Friedenskreuz auf dem Garnischberg wurden die Radler schon von einer großen Rinder-Herde der "Uckermärker" begrüßt, die hinterm Weidezaun so neugierig war, dass sie die Radler begleitete und sich unterhalb des Berges während der Andacht lautstark bemerkbar machten. Dank der Hilfe der Letschiner und Sophienthaler Feuerwehr gab es auf der Bergkuppe Sitzbänke.

Am 25.08.2019 bei strahlenden Sonnenschein sind die  Radler zum Garnischberg von Sydowswiese, den Deichen entlang gefahren. Eine kleine aber doch sehr große Gruppe gedachte der Kriegsopfer und  auch der Opfer die sinnlos ermordet wurden. Kein Krieg, keine AfD mahnten die Redner.
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Kleine Friedensfahrt für den großen Frieden

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Letschins Bürgermeister Michael Böttcher mahnte in Bezug auf den Kriegsbeginn vor 80 Jahren, die Zeichen der Zeit zu verstehen und alles zu tun, um für ein friedliches Miteinander im Oderbruch, in Brandenburg, in Deutschland und Europa einzutreten. Er erinnerte an die Reichspräsidentenwahl 1932, als weitsichtige Stimmen bereits vor der Kriegsgefahr gewarnt hatten, die mit der Wahl Hindenburgs und Hitlers verbunden ist. Vizelandrat Friedemann Hanke erinnerte an das Leid, das der Krieg über die Menschen gebracht hat. Er bat um eine Schweigeminute und verlas im Anschluss Texte aus Briefen deutscher Kriegsgefangener. An die Verbrechen von Wehrmacht und SS erinnerte Ulf Grieger. Er verlas polnische Zeitzeugenberichte von den ersten Kriegstagen, als die Soldaten entsprechend des Hitler-Befehls mit äußerster Brutalität gegen die polnische und jüdische Bevölkerung vorgegangen waren.

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6. Friedensfahrt um den Polder

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Lokale Berichte von 1939

Pfarrer Daniel Dubek zitierte aus der Bergpredigt und mahnte für die Gegenwart, Frieden zu stiften. Er betonte die Gleichheit aller Menschen und verurteilte die Bestrebungen heutiger Politiker, Menschen zu klassifizieren, wie es die Nazis mit ihrer Rassenideologie getan haben. Nach einer Fahrt auf Altem und Neuem Oderdeich trafen sich die Radler an der Badestelle Sydowswiese, wo das vom Ökologischen Hof der Arbeitsinitiative Letschin gefertigte Insektenhotel eingeweiht wurde. Am Von-Haerlem-Blick konnten die Teilnehmer eine originale Kipplore bestaunen. Die stellte der Eisenbahnverein zur Verfügung, um zu zeigen, wie Reichsarbeitsdienst  und Kriegsgefangene den Damm geschüttet haben. Martin Porath hatte lokale Zeitungsbeiträge vom Herbst 1939 laminiert und ausgestellt.

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