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In dem Oberbarnimer Ortsteil finden einmal mehr Arbeiten für einen neuen Fernsehfilm mit Horst Krause statt. Am Freitag war Dreh für eine wichtige Szene der neuen Geschichte.

Drehtag
Wenn Ihlow bis nach Polen wandert

Thomas Berger / 01.09.2019, 12:00 Uhr
Ihlow (Freier Autor) Zwischendurch lässt Monika Schütze durchs Fenster kurz einen neugierigen Blick auf das Gewusel im Garten fallen, dann muss sich die Hausherrin wieder sozusagen unsichtbar machen. Denn tonangebend an diesem Tag sind Regisseur Bernd Böhlich und die Crew der Berliner Produktionsfirma mafilm GmbH, die auch für den neuen Streifen "Krauses Umzug" verantwortlich zeichnet. Es ist mittlerweile der siebte Film der Reihe um den Dorfpolizisten (Horst Krause), seine Schwestern Elsa (Carmen-Maja Antoni) und Meta (Angelika Böttiger) und das märkische Dörfchen Schönhorst, das im Film unter anderem von Ihlow verkörpert wird.

An diesem Tag ist Ihlow gewissermaßen bis nach Polen gewandert. "ul. Morska", ist ein Schild mit dem polnischen Straßennamen an eine Ecke des Hauses von Monika Schütze montiert. Und etwa 100 Meter entfernt neben der staubtrockenen Straße haben zwei Helfer gerade noch eine Hinweistafel im Grasstreifen vor der Hecke montiert: "Swieze Jajka 500 m". Mit einem Pfeil in die Richtung, aus der später "Hottie" auf dem alten Motorrad mit Seitenwagen angetuckert kommt. Besuch bei seiner unter fortschreitender Demenz leidenden Schwester Elsa, die zu Schulfreund Lubo (Victor Choulmann) nach Pommern gezogen ist.

Das Wiedertreffen der drei und ein Vier-Augen-Gespräch der beiden Männer über Elsas Zustand ist die zentrale Szene, die an diesem Tag in Ihlow abgedreht wird. Inklusive des Ankommens vorneweg, das relativ fix im Kasten ist. Bei dem Miteinander am Tisch, wo Elsa gerade mit dem Einlegen von Gurken beschäftigt ist, geht es um verschiedene Kameraperspektiven. Das zieht die Arbeit an dem, was nachher im Film nur zweieinhalb Minuten ausmacht, notgedrungen in die Länge.

Böhlich hat sich seine drei Darsteller gleich früh um halb elf an den Tisch im Garten geholt. Horst Krause ist seitens der Maske schon fast fertig, Carmen-Maja Antoni hat noch Lockenwickler im Haar. Böhlich will aber schon mal die Szene durchsprechen. Zwar hat er seine klaren Vorstellungen, wie das Ganze aussehen soll, wie Elsa noch mal mit der leeren Schüssel entschwindet, womit die Männer kurz ungestört sind. Doch es geht eben nicht nur um den Text, den alle draufhaben, sondern auch alles zwischen den Zeilen. Also um Blickkontakt, gezielte Pausen, Körperhaltungen, den Tonfall eines Satzes.

Während dieser vorletzten Absprachen ist draußen die Schiene für die Kamera aufgebaut worden, eine Minute vor 11 Uhr erklingt dann erstmals Böhlichs lautes "Und bitte" – das finale Signal, dass nun (nachdem zunächst am Himmel noch ein Flugzeug entschwinden musste) absolute Ruhe herrscht, jeder an seinem Platz ist, weil gedreht wurde. Schon im zweiten Anlauf, Krause tuckert nun noch zwei Meter weiter vor als bei der Probe, ist alles gut. Umbauen, alles wechselt ins Garteninnere für die Szene am Tisch.

Schwitzen am Set

Einmal klappt etwas mit der ersten Umarmung nicht, eine Stolperfalle im Boden neben dem Platz von Krause muss beseitigt werden. Und immer wieder müssen den Darstellern Schweißperlen von der Stirn getupft werden – das Thermometer pendelt um die 30-Grad-Marke. Wie gut, dass aufmerksame Helfer am Set zwischendurch neue Wasserflaschen bringen. Während der technischen Umbauten ziehen sich die Schauspieler in den Schatten zurück. Nicht nur Krause wünscht sich einen Mini-Ventilator.

Im Film, der wieder Weihnachten in der ARD gezeigt wird, geht es auch um Meta, deren Mann Rudi (Tilo Prückner) sowie die junge Köchin Paula (Pauline Knof), die im Gasthof der Familie hilft. Ebenso spielen deren Sohn Timo, sein leiblicher Vater und Bürgermeister Stübner (Boris Aljinovic) eine Rolle, der ein Auge auf Paula geworfen hat.

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