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An der Oberschule Klosterfelde gibt es eine "Feuerwehrausbildung" – am Mittwoch schaute Innenminister Karl-Heinz Schröter vorbei.

Wahlpflichtfach
Unterricht mal anders

Unterricht in der Feuerwache: Der stellvertretende Gemeindewehrführer Marcus Funk erklärt den Schülern die sogenannten wasserführenden Armaturen. Insgesamt haben sich 16 Schüler, darunter drei Mädchen, für das Wahlpflichtfach "Feuerwehrausbildung" entschieden.
Unterricht in der Feuerwache: Der stellvertretende Gemeindewehrführer Marcus Funk erklärt den Schülern die sogenannten wasserführenden Armaturen. Insgesamt haben sich 16 Schüler, darunter drei Mädchen, für das Wahlpflichtfach "Feuerwehrausbildung" entschieden. © Foto: Wolfgang Raitin
Kai-Uwe Krakau / 04.09.2019, 21:18 Uhr
Klosterfelde (MOZ) Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter strahlte über das ganze Gesicht. "Heute ist ein guter Tag für den Brandschutz und die Schulen", verkündete der SPD-Politiker am Mittwoch in Klosterfelde. Gemeinsam mit Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher und Barnim-Landrat Daniel Kurth (beide SPD) war er am Mittag in die Feuerwache des Wandlitzer Ortsteils gekommen. Dort wollte er sich nicht nur über das Wahlpflichtfach "Feuerwehrausbildung" an der Oberschule informieren, sondern auch ein kleines finanzielles Geschenk überreichen. So erhielten dann auch Bürgermeisterin Jana Radant (parteilos) und Gemeindewehrführerin Anke Müller aus Schröters Händen einen Scheck in Höhe von 2813, 16 Euro – gedacht für die Anschaffung von Bekleidung für die Jugendfeuerwehr.

Bundesweites Interesse

Der brandenburgische Innenminister erinnerte in seiner kurzen Rede daran, dass die Idee einer Feuerwehrausbildung an Schulen zuerst im uckermärkischen Angermünde umgesetzt wurde. Damit auch weitere Bildungseinrichtungen diese Möglichkeit anbieten können, habe man dann zunächst einen Lehrplan erarbeiten müssen. Dieses Vorhaben sei vom zuständigen Bildungsministerium "mit Nachdruck und der erforderlichen Priorität" vorangetrieben worden. "Aber auch die jeweiligen Schulträger haben die sächlichen Voraussetzungen geschaffen", lobte Schröter. Nach seinen Angaben wird noch in diesem Jahr eine Schule in Nauen eine Feuerwehrausbildung anbieten. Weitere Bildungseinrichtungen in den Landkreisen Oberhavel und Oberspreewald-Lausitz werden 2010 folgen. "Wir haben auch viele Anfragen aus anderen Bundesländern zu diesem Projekt", so der SPD-Politiker.

Staatssekretär Drescher zeigte sich begeistert, dass "so viele Schüler bei der zweijährigen Ausbildung mitmachen". Nach dem erfolgreichen Abschluss erhalten die Schüler das Zertifikat "Truppmann 1", das sie zum Dienst in der freiwilligen Feuerwehr berechtigt.

"Wir haben nun eine gute Möglichkeit, uns den Nachwuchs heranzubilden", betonte der stellvertretende Kreisbrandmeister Rainer Sachse.  Es gebe eigentlich nichts Schöneres als die Feuerwehr. "Wir sind da, um anderen Menschen zu helfen", sagte der Werneuchener.

"Ich interessiere mich für das Thema", sagte Florian Scharner zu seiner Entscheidung für das Wahlpflichtfach. Es sei durchaus möglich, dass die Ausbildung später auch bei seinem Berufswunsch eine Rolle spielt, so der 14-Jährige.

Für die Unterweisung der Schüler wird vor allem der stellvertretende Gemeindewehrführer Marcus Funk zuständig sein. An diesem Mittwoch erhielten die jungen Leute zunächst einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen des Brand- und Katastrophenschutzes. Anschließend ging es um die sogenannten wasserführenden Armaturen.

Feuerwehrausbildung an Schulen

Für die Feuerwehrausbildung von Schülern gibt es im Land Brandenburg drei Möglichkeiten: An Ganztagsschulen können Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. Darüber hinaus ist es den Bildungseinrichtungen freigestellt, einen entsprechenden Wahlunterricht anzubieten. Der dritte Weg ist, wie an der Oberschule Klosterfelde, das Wahlpflichtfach. Dort wird mit der Jahrgangsstufe 9 begonnen. ⇥au

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