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Drei Monate lang wurde ein neuer Bürgersteig im Schorfheide-Dorf gebaut. Zunächst mit Straßenausbaubeiträgen geplant, muss die Gemeinde die Kosten selbst tragen.

Verrechnet
Flaniermeile fürs Dorf

Vollbracht: Der alte Weg war eine Sandpiste aus alter DDR-Zeit und für die älteren Eichhorster eine Zumutung. Ortsvorsteher Wulf Gärtner (2.v.l.), Bürgermeister Uwe Schoknecht, Anwohnerin Marlies Sonntag und BRB-Chef André Kosemund weihten am Freitag das neue Trottoir aus Pflaster ein.
Vollbracht: Der alte Weg war eine Sandpiste aus alter DDR-Zeit und für die älteren Eichhorster eine Zumutung. Ortsvorsteher Wulf Gärtner (2.v.l.), Bürgermeister Uwe Schoknecht, Anwohnerin Marlies Sonntag und BRB-Chef André Kosemund weihten am Freitag das neue Trottoir aus Pflaster ein. © Foto: susan hasse
Susan Hasse / 08.09.2019, 06:30 Uhr
Eichhorst (MOZ) Künftig kann man im Schorfheide-Dorf Eichhorst trockenen Fußes und ohne Stolperfallen durch das Dorf flanieren. Ein neuer Bürgersteig, der das Zentrum mit dem Besucherparkplatz am Ortseingang verbindet, wurde Freitag offiziell von der Gemeindeverwaltung übergeben. "Der Gehweg ist ein gutes Beispiel, wie Dinge gut zusammenlaufen", meint Bürgermeister Uwe Schoknecht. So entschied sich die Verwaltung spontan während des Baus, den Weg um weitere 37 Meter bis zur Anhöhe am Ortsausgang zu verlängern. Bei Regen lief nämlich das Regenwasser den Berg hinab und spülte Unmengen Sand an. Das verteuerte die Maßnahme um 11.000 Euro. Insgesamt muss die Gemeinde 65.000 Euro für den 295 Meter langen im Fischgrätenmuster gepflasterten Bürgersteig berappen. Eingestellt in den Haushalt war deutlich weniger. Dass es nun mehr ist, hat nicht mit steigenden Baupreisen zu tun, sondern mit Wahlgeschenken aus Potsdam. Das  Bauamt kalkulierte bei der Planung mit den Straßenausbaubeiträgen der Anwohner. Rund 40 Prozent der Kosten, was rund 24.000 Euro entspricht, sollten die Anlieger übernehmen. In einer Einwohnerversammlung im Januar wurden den Anwohnern Zahlen genannt, alle waren einverstanden und freuten sich auf den neuen Gehweg. Unverhoffte Schützenhilfe kam von den BVB/Freie Wähler, die im Frühjahr eine Kampagne zur Abschaffung der in ihren Augen ungerechten Straßenausbaubeiträge, startete. Im Wahlkampf fiel die Forderung, die  mit einer erfolgreichen Volksinitiative befeuert wurde, auf fruchtbaren Boden. Die rot-rote Regierung schaffte die Beiträge kurzerhand ab und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

Die Finanzierungslücke trägt vorläufig die Gemeinde. "Wir fordern das Geld vom Land zurück", kündigt Schoknecht an. Er glaubt allerdings nicht, dass das Land am Ende in vollem Umfang die Kosten übernimmt.

Wahlgeschenk wird teuer

"Wir hätten uns auch beteiligt", meint eine Anwohnerin. Hauptsache sei, dass der Bürgersteig begehbar ist. Mehrere Anwohner kamen zur  Übergabe, um die neuste Investition im Ort zu begutachten. Das Eberswalder Bauunternehmen BRB kam ebenfalls und wurde allseits für seine ordentliche Handwerkerarbeit gelobt. Auch der Ortsbeirat ist des Lobes voll: Die Baufirma habe immer darauf geachtet, dass der Verkehr fließen kann. Auch die Verwaltung habe gut agiert, als sie entschieden hat den Gehweg bis auf die Anhöhe zu verlängern, so Ortsvorsteher Wulf Gärtner. Weil das Bauprojekt so gut funktioniert habe, hätte Eichhorst auch gleich weitere Ideen, was noch gemacht werden könnte...

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