Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Straßenverkehr
Es bleibt bei Tempo 70 in nur einer Richtung

Es bleibt dabei: In Richtung Norden gilt am Abzweig Seilershof Tempo 70. Das wollte der Ortsbeirat auch für die Gegenrichtung angeordnet wissen. Aus Dannenwalde kam Unterstützung. Doch der Antrag ist gescheitert.
Es bleibt dabei: In Richtung Norden gilt am Abzweig Seilershof Tempo 70. Das wollte der Ortsbeirat auch für die Gegenrichtung angeordnet wissen. Aus Dannenwalde kam Unterstützung. Doch der Antrag ist gescheitert. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 13.09.2019, 20:00 Uhr
Seilershof (MOZ) Von Süden aus müssen Autofahrer auf der B 96 von Tempo 100 auf 70 abbremsen, wenn sie die Kreuzung in Höhe Fischerwall passieren, aus Richtung Norden gilt diese Einschränkung nicht.

Darauf hatte Seilershofs Ortsvorsteher Heinz-Dieter Kakuschke im Frühjahr aufmerksam gemacht. Irgendwie widersinnig fand er das, zumal für Radfahrer, die die Straße in Ost-West-Richtung queren, das eine gefährliche Stelle sei.

Die Granseer Amtsverwaltung nahm sich der Sache an und beantragte kurz darauf bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, auch aus Richtung Norden Tempo 70 anzuordnen. Doch daraus wird nichts, wie sich nun herausstellte. Der Kreis lehnte eine entsprechende Anordnung ab. Darüber informierte Verwaltungsmitarbeiter Andreas Much jüngst bei der Sitzung des Hauptausschusses.

Wie aber begründet der Kreis die Ablehnung? Darüber gab Irina Schmidt von der Pressestelle des Landeskreises auf Nachfrage Auskunft. "Geschwindigkeitsbeschränkungen sind nur aufgrund von Verkehrsbeobachtungen oder Unfalluntersuchungen dort anzuordnen, wo ein vernünftiger umsichtiger Verkehrsteilnehmer selbst bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht erkennen kann, dass eine bestimmte Strecke oder Stelle nur mit einer verminderten, als die zulässige Geschwindigkeit, befahren werden darf", erläuterte sie die rechtlichen Grundlagen.

Konkret am Abzweig Seilershof handele es sich  aber um einen übersichtlichen Bereich. Der Knotenpunkt sei klar beim Heranfahren zu erkennen. Mittels Verkehrszeichen werde bereits auf die Gefahr kreuzender Radfahrer hingewiesen. Nach Angaben der Polizeidirektion Nord sei die Verkehrsunfalllage der zurückliegenden drei Jahre unauffällig, so Schmidt weiter. Somit liegen  keine zwingenden Gründe zur Anordnung eines Tempolimits vor. Diese werde im Übrigen auch vom Straßenbaulastträger, dem Landesbetrieb Straßenwesen, abgelehnt, gab Schmidt zu verstehen.

Warum aber müssen Autofahrer in Richtung Norden auf die Bremse treten, während nun in Fahrtrichtung Süden weiter Tempo 100 gilt? Dem Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung in der Gegenrichtung sei bereits vor rund zehn Jahren stattgegeben worden, so Schmidt, vor allem deshalb, weil das Befahren des Innenradius’ der Straße in Richtung Dannenwalde sehr viel unübersichtlicher sei, die Gegebenheiten also andere seien als in Nord-Süd-Richtung.

Rechtliche Grundlagen

Nach Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung (StVO) können die zuständigen Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenabschnitte aus Gründen von Sicherheit und Ordnung beschränken oder verbieten. Bei der Entscheidung ist zu beachten, dass Verkehrszeichen nur dort anzuordnen sind, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.

Der Paragraf 39 Absatz1 legt ferner fest, dass alle Verkehrsteilnehmer die Verhaltensvorschriften der Straßenverkehrsordnung eigenverantwortlich zu beachten haben. Pflichtgemäßes Verhalten können die Straßenverkehrsbehörden bei Ihren Entscheidungen grundsätzlich voraussetzen.⇥red

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG