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In Golm bekommen Löschfahrzeuge Namen. Moritz heißt nun das Neue, das vom Flughafen Frankfurt am Main gespendet wurde.

Taufe
Feuerwehrauto von Golm heißt jetzt Moritz

Antreten für die Taufe: Mit Sekt bekommt das neue Löschfahrzeug von Golm seinen künftigen Namen. Die Kameraden würdigen damit die uneigennützige Hilfe eines Berufsfeuerwehrmanns.
Antreten für die Taufe: Mit Sekt bekommt das neue Löschfahrzeug von Golm seinen künftigen Namen. Die Kameraden würdigen damit die uneigennützige Hilfe eines Berufsfeuerwehrmanns. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 17.09.2019, 06:30 Uhr
Golm (MOZ) Völlig benommen schaut Klaus Moritz auf das, was da gerade vor sich geht: Feuerwehrleute enthüllen ein Tuch, das quer über die Frontschürze des auf der Wiese geparkten Löschfahrzeugs gespannt ist. Darunter kommt sein Vorname in weißer Schrift auf rotem Blech zum Vorschein. Dann spritzt Sekt über den Lack des frisch eingeweihten Feuerwehrwagens. "Das ist eine große Ehre, die mir hier zuteil wird. Damit habe ich nicht gerechnet", sagt Klaus Moritz. Künftig ist er immer mit dabei, wenn seine Kollegen zu Bränden oder Unfällen ausrücken, Sturmschäden beseitigen müssen oder Übungen absolvieren.

Nur 35 000 Kilometer gefahren

Er selbst kämpft weit entfernt für den Brandschutz, auf dem Flughafen Frankfurt am Main, hat familiäre Wurzeln in der Uckermark und kommt, wenn es der Dienst zulässt, zu jedem Fest nach Golm. Beim diesjährigen Feuerwehrausscheid nun nimmt die Truppe das neue Löschfahrzeug in Betrieb. Und dieses Geschenk kam auf Betreiben von Klaus Moritz einmal quer durch Deutschland in die Uckermark. Der völlig intakte Wagen ist vom Flughafen aufgrund seines Alters von 19 Jahren ausgemustert worden, zeigt aber gerade mal 35 000 Kilometer auf dem Zähler. Er diente einst ausschließlich für Schulungszwecke.

Nun darf "Moritz" zum echten Feuereinsatz ausrücken. Der pfiffige Feuerwehrverein Golm hat den Flughafenleuten eine Spendenbescheinigung über den Restwert ausgestellt. Der bisher hier genutzte Wagen ging nach Meichow, um dort einen noch älteren auszumustern. Damit entspannt sich insgesamt die Situation im Amtsbereich, wo es immer noch uralte Wagen sogar aus DDR-Beständen gibt. Da wird die Ersatzteillage mit jedem Jahr schwieriger, der Reparaturaufwand größer.

Offiziell übergab der Verein nun den Schlüssel an das Amt Gramzow als Träger des Brandschutzes. Ein paar Mängel mussten zuvor noch abgestellt werden, weil die Pumpe ausfiel. Das Amt wiederum übergab den Zünd­schlüssel an den Feuerwehrchef des Dorfes. Ordnung muss sein. Das Fahrzeug bleibt aber im Eigentum des Vereins, eine Ausnahme im Gramzower Raum.

600-Liter-Tank an Bord

Von einem "Glücksgriff" spricht Bürgermeister Martin Röthke. Technisch macht die Wehr einen Quantensprung nach vorn. Die Motivation steigt grundsätzlich, wenn Frauen und Männer vernünftige Einsatzwagen haben. "Feuerwehrleute helfen sich", sagt Klaus Moritz. "Jetzt verfügt Golm auch über einen Löschmittelbehälter, wenn auch nur einen kleinen." Der Tank kann 600 Liter aufnehmen.

Miteingerührt hat die Sache Günter Rohde, Ortsvorsteher und langjähriger Brandschutzexperte. Er steht hinter seinen Kameraden und greift sofort zu, wenn sich solche Möglichkeiten wie der Austausch von ausgemusterten Wagen bieten. Und beim Ausscheid auf dem Übungsplatz schaut er dann plötzlich genauso verdutzt wie Klaus Moritz aus der Uniform, als er im Beisein von Kreisbrandmeister Wolfgang Loose und Patrick Richter vom Landesfeuerwehrverband das brandenburgische Feuerwehrehrenkreuz in Silber für seine Verdienste bekommt. Die Überraschung ist gelungen. Eingeweihte Gäste freuen sich diebisch über die Emotionen.

Dann geht es zur Ausbildung. Beim Löschangriff testen Wehrleute aus dem Amtsbereich ihren Ausbildungsstand. Sie wissen, dass die Einsätze in solchen Trockenjahren weiter zunehmen. Golm hat dafür einen nagelneuen Löschteich bekommen, der gerade befüllt ist. Die Kameraden haben dabei mitgeholfen, um Geld zu sparen.

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