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Kita betroffen
Borkenflechte hält "Waldwichtel" in Atem

Neben dem laufenden Kita-Betrieb desinfizieren die Erzieherinnen um Kita-Chefin Kerstin Mischke die gesamte Einrichtung.
Neben dem laufenden Kita-Betrieb desinfizieren die Erzieherinnen um Kita-Chefin Kerstin Mischke die gesamte Einrichtung. © Foto: Bärbel Kraemer
Bärbel Kraemer / 19.09.2019, 14:00 Uhr - Aktualisiert 19.09.2019, 14:06
Dippmannsdorf (MOZ) In der Kita "Waldwichtel" in Bad Belzigs Ortsteil Dippmannsdorf hält die hochansteckende Borkenflechte Kinder, Eltern und Erzieher in Atem.

Darüber informierte Einrichtungsleiterin Kerstin Mischke am Montagabend in der Sitzung des städtischen Sozialausschusses. "Die Einrichtung muss deshalb aber nicht geschlossen werden", sagte sie auf Anfrage.

Bis Montagabend waren bereits zwölf Kinder von der Erkrankung betroffen; einige aber bereits wieder gesund. Der erste Fall trat Ende August, also vor knapp vier Wochen auf. Eine kleine Schramme, an der der Schorf nicht wie gewohnt abheilen wollte, wurde nach erfolgtem Arztbesuch als ansteckende Borkenflechte diagnostiziert. Am Dienstag musste nun ein weiteres Kind mit Verdacht auf die Infektionskrankheit einem Arzt vorgestellt werden.

Typisches Merkmal der bakteriellen Hautinfektion sind schorfartige gelblich-eitrige Krusten, die sich nach dem aufplatzen von winzig kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen bilden. Etwa zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung bricht die Krankheit aus. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist eine gründliche Hygiene nötig.

Für die Erzieher der Dippmannsdorfer Kita "Waldwichtel" bedeutet dass, dass sie bei laufendem Betrieb die gesamte Einrichtung desinfizieren müssen. Vom Puppengeschirr bis zum Kletterturm, vom Bettchen bis zur Garderobe. Dafür hätten sie sich lieber externe Hilfe gewünscht.

Um die Herausforderung zu bewältigen, werden die Gruppenräume nach und nach grundlegend gereinigt und danach noch einmal komplett desinfiziert. "Die pädagogische Arbeit bleibt dabei natürlich auf der Strecke", so Kerstin Mischke weiter.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurde ab der dritten Erkrankung ordnungsgemäß durch die Kitaleitung informiert und hat dieser Tage für die Eltern der Kinder ein Merkblatt mit Verhaltensregeln für daheim herausgegeben.

Es bestand der Verdacht, dass sich ein Kind sogar zweimal an der Borkenflechte angesteckt hat. Nachdem anfangs nur Krippenkinder betroffen waren, hatte sich die Infektionskrankheit im Lauf der Zeit auch auf den Kindergartenbereich ausgedehnt. Vorsorglich wurden deshalb auch die Kleine Grundschule und der Paradieshort, die Nachbarn auf dem Gelände in Dippmannsdorf sind, informiert.

Bad Belzigs Kinderarzt Burkhard Kroll erklärte, dass die Erkrankung zwar hoch ansteckend sei, von der Tendenz aber her harmlos verläuft, mit einer Creme gut zu behandeln ist und durch Schmierinfektionen übertragen wird. Über die Ursache der Erkrankungswelle kann nur spekuliert werden.

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