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An die drei Jahrzehnte gestaltete Maria Brandt den Ort entscheidend mit. Nun ist die engagierte Kommunalpolitikerin überraschend gestorben.

Trauer
Schönwalde unter Schock

So kannten und liebten die Schönwalder ihre Ortsvorsteherin: eine gut gelaunte Maria Brandt auf dem Neujahrsemfang des Ortsteils im Januar; neben ihr Bürgermeister Bodo Oehme aus Schönwalde-Glien.
So kannten und liebten die Schönwalder ihre Ortsvorsteherin: eine gut gelaunte Maria Brandt auf dem Neujahrsemfang des Ortsteils im Januar; neben ihr Bürgermeister Bodo Oehme aus Schönwalde-Glien. © Foto: Wolfgang Rakitin
Sabine Rakitin / 20.09.2019, 08:00 Uhr
Schönwalde (MOZ) Die Menschen in Schönwalde sind geschockt. Maria Brandt, ihre langjährige Ortsvorsteherin, ist in der Nacht zum Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Mehr als zwei Jahrzehnte hat sie die Geschicke des Dorfes geleitet. "Wie soll es nun weitergehen?" fragt Ingrid Pranz. "Die Lücke, die Maria hinterlässt, ist riesengroß", sagt die enge Vertraute und langjährige Stellvertreterin Maria Brandts im Ortsbeirat. "Dass Schönwalde ist, was es ist – ein lebens- und liebenswerter Ort – verdanken wir ihr", ist Ingrid Pranz überzeugt.

Und sie hat recht. Maria Brandt, die lebenslustige, freundliche, immer hilfsbereite und engagierte Ortsvorsteherin, hat für Schönwalde gebrannt. Besonders lag ihr das Wohl der Kinder am Herzen. Gerade erst in diesem Jahr begann sie, für eine Schule im Ort zu kämpfen. Die war 1990 mangels Nachwuchs geschlossen worden. Nun, knapp 20 Jahre später, ist der Ansturm auf die Plätze in den Kitas groß, und sie reklamierte für das Dorf eine mindestens einzügige Grundschule.

Lange machte sich die couragierte Frau für ein Gemeindezentrum stark. Erst im vergangenen Dezember traf die Baugenehmigung dafür ein. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche entsteht das neue Haus. Es wird eine Bibliothek, eine Heimatstube mit kleinem Café, eine Tourismusinformation, das Ortsvorsteher-Büro, einen Gemeinderaum für Schönwalder Vereine, einen Friseur und eine Physiotherapie beherbergen. Noch wird daran gebaut. Die Eröffnung, auf die sich Maria Brandt so gefreut hat, wird sie nun nicht mehr erleben können.

Geselligkeit und Zusammenhalt im Ort waren der 66-Jährigen ebenso wichtig. Jeder Gebietsreform zum trotz lud Schönwalde alljährlich zu einem eigenen Neujahrsempfang ein – nach Möglichkeit und schelmisch noch vor dem der Gemeinde. Da stand dann Maria Brandt am Mikrofon und ließ, manchmal bis zu eineinhalb Stunden, das vergangene Jahr in Schönwalde Revue passieren. Keine neue Sitzbank im Ort, kein neu gepflanzter Baum, die sie nicht nannte. Kein Dorffest, das sie nicht erwähnte. Keine ehrenamtlich engagierte Frau, keinen ehrenamtlich engagierten Mann, die sie nicht namentlich ehrte. Dabei war sie aufgeregt wie ein Schulmädchen – sie, die erfahrene Kommunalpolitikerin, die für die SPD seit 2008 in der Gemeindevertretung saß und zwei Wahlperioden die Fraktion führte und ebenso lange Mitglied des Barnimer Kreistages war. "Wir verlieren mit Maria Brandt nicht nur eine engagierte Kommunalpolitikerin, sondern insbesondere auch einen Menschen, der durch seine Liebenswürdigkeit, Herzlichkeit und einen unerschütterlichen Optimismus uns allen immer ein großes menschliches Vorbild bleiben wird", hebt die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant hervor. Ingrid Pranz verspricht: "Wir werden sie immer in unseren Herzen tragen!"

Maria Brandt hinterlässt ihren Ehemann, zwei erwachsene Kinder und ein Enkelkind.

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