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Eröffnung
Von der Gutsscheune zur Kulturscheune in Ribbeck

Blick in die Gutsscheune Ribbeck: Uta von Kameke mit Gitarrenbegleitung von Reimund Groß.
Blick in die Gutsscheune Ribbeck: Uta von Kameke mit Gitarrenbegleitung von Reimund Groß. © Foto: Egbert Neubauer
Egbert Neubauer / 24.09.2019, 18:00 Uhr
Ribbeck Kürzlich wuselte es in Ribbeck nur so rum. Eine Stimmung, wie aus dem Heimatfilm – Kinder spielten fangen, die Erwachsenen schlenderten durch den Ort und ihre Vierbeiner begleiteten das Ganze. Getroffen wurde sich vor der großen Gutsscheune, denn dort stand das Eröffnungsfest an.

Leises Gitarrengeklimper war in der Atmosphäre zu hören. Neben dem großen Tor der Scheune saß ein Gitarrenspieler, Reimund Groß, und entlockte seinem Instrument unterhaltsame Melodien. Währenddessen stakte ein als Storch verkleideter Künstler, Gernot Frischling, über die Wiese. Gelegentlich kümmerte sich dieser Storch um die ankommenden Gäste und unterhielt sie mit Informationen aus Storchensicht über das Dorf Ribbeck.

Vor zehn Jahre wurde das Ribbecker Schloss im neuen Glanz eröffnet. Die Gebäude rund um den Anger, inklusive der Dorfkirche, waren im einladenden Zustand. Jedoch im Nordwesten des Ortes gab es eine gewaltige Scheunenruine, die zu einem Drittel als Wohnhaus genutzt wurde. Die Scheune wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil des neuen Wirtschaftshofs zur Unterbringung der Ernte des gesamten Dorfes errichtet. Mit 75 Metern Länge und einer Höhe von rund 14 Metern bis zum Dachfirst ein beachtliches Bauwerk.

Sonja und Arndt Hermann, beide Architekten, erwarben die zwei Drittel Ruine und sicherten sich für ihre Absichten die Unterstützung des Kulturvereins Ribbeck e.V. Vor gut einem Jahr erhielt der Kulturverein aus den Händen des Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger einen Zuwendungsbescheid von rund 214.000 Euro überreicht. Seither hat sich viel getan. Der teilweise bereits eingestürzte Dachstuhl wurde saniert und erhielt eine Biberschwanz-Dachdeckung, die Wände wurden in der seltenen Kalk-Pisé-Technik restauriert und der Fußboden geglättet und mit Estrich versehen.

Als sich das Tor zur Gutsscheune öffnete, strömten die Besucher in das Innere. Dort vor einer Absperrung stehend, staunten diese, ob der Atmosphäre. Farbige, in das Dach eingelassen Glasscheiben projizierten farbige Lichtflecke an Wände und Boden in das Halbdunkel der Scheune. Die Zuschauer gewannen den Eindruck, in einer großen Kathedrale zu stehen statt in einem einstigen Getreidespeicher. Der atmosphärische Wandel von der Gutsscheune zur Kulturscheune ist gelungen.

Nach dem zeremoniellen Durchtrennen des Absperrbandes nahmen die rund einhundert Gäste an Biertischgarnituren Platz. An zentraler Stelle war eine kleine Bühne aufgebaut. Vor dieser begrüßte Arndt Hermann die Gäste und bedankte sich ausführlich bei allen Beteiligten für die Rettung des Scheunengebäudes. Weiter führte Hermann aus: "Vor allem ist es wichtig, dass das Gebäude als Denkmal erhalten wird. Unsere kulturelle Arbeit ist die Bereicherung für das Dorf." Die Gutsscheune soll in Zukunft ein Ort für Kunst, Kultur und Dorfleben werden.

Auch der Gesang wird in die Kulturscheune einziehen. Die Sängerin Uta von Kameke beabsichtigt, sich mit sangesfreudigen Menschen in der Kulturscheune zum gemeinsamen Gesang zu treffen. Das Vorhaben soll regelmäßig, jeden dritten Sonntag im Monat um 11 Uhr beginnen und ist von der Sängerin als "Sing Salon" betitelt.

An diesem Abend sang Uta von Kameke gemeinsam mit dem Publikum und der Begleitung von Reimund Groß. Anschließend unterhielten "Die großen Havelfrischlinge", Gernot Frischling und Reimund Groß, als singende, tanzende und spielende Pferde, das Publikum. Dieses erfreute sich danach am argentinischen Tango Tanz, vorgetragen von Claudia und Thomas Jung aus Ribbeck.

Der Eröffnungstag klang in lockerer Atmosphäre bei guten Gesprächen, geselligem Miteinander und kulinarischer Versorgung aus. Die eine oder andere Idee machte noch die Runde. So ist ein Dorfkino für die Sommermonate in der Gutsscheune geplant, auch von Theateraufführungen, beispielsweise "Die Dreigroschenoper" war die Rede.

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