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Nachwuchsförderung
Die Retter von morgen

Zum Ausbildungsbeginn heißt es auch für die Jugendlichen: "Angetreten zum Dienst!"
Zum Ausbildungsbeginn heißt es auch für die Jugendlichen: "Angetreten zum Dienst!" © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 26.09.2019, 06:00 Uhr
Hammer (MOZ) Punkt 17 Uhr beginnt der Dienst bei der Hammer Jugendfeuerwehr. Doch die meisten angehenden Floriansjünger sind schon viel früher am Depot. Zum einen, weil sie sich noch umziehen müssen. Dienstkleidung ist auch für die Kinder und Jugendlichen Pflicht. Zum anderen, weil es einfach Spaß macht, in der Jugendfeuerwehr zu sein. Auf die Frage, was Spaß macht, kommt von den Jugendlichen unisono: "Alles!"

Dass diese Woche ein für Feuerwehrleute eher unbeliebtes Thema auf dem Ausbildungsplan steht, macht gar nichts? "Es geht um die technische Hilfeleistung", wie Marko Schymura als Ausbilder erklärt. Die Arbeiten seien zwar nicht so spektakulär, wie tatsächlich eine Spritze in der Hand zu halten und ein Feuer zu löschen. Dennoch sei sie sehr wichtig, um Leben zu retten. Dann kommt die Frage an die Jugendlichen, was dazu gehört. Da muss Schymura nicht lange auf Antworten warten. Hilfseinsätze bei Unfällen, um Menschen aus einem Fahrzeug zu befreien. Doch das ist nur ein Teil, der natürlich im Verlauf der Ausbildung noch geübt wird. Zuvor muss die Unfallstelle gesichert und die Fahrbahn abgesperrt  werden. In der Nacht bei Dunkelheit muss sie ausgeleuchtet werden. Vielleicht wird sogar ein Landeplatz für den Hubschauer gebraucht.

Theorie in der Praxis erprobt

Was hier in der Theorie erklärt wird, kommt natürlich auch in der Praxis zur Anwendung. Dafür haben Marko Schymura und Liebenwaldes Stadtjugendwartin Sylvia Eschbach die im Hammer Depot stationierten Fahrzeuge auf das Gelände gefahren.  Geübt wird in zwei Gruppen, je nach Alter. Nachdem die Rolltore geöffnet sind, kommt prompt die Frage, was da zu sehen sei. Die Jugendlichen antworten ohne Probleme. Spezieller wird es, als Schymura danach fragt, was bei der Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes zu beachten ist. Richtig: "Auf Bäume, Stromleitungen und auch auf Zäune muss geachtet werden. Sie könnten den Hubschrauber beschädigen."

Derweil wird am zweiten Fahrzeug gezeigt, wie ein Einsatzort richtig ausgeleuchtet wird. Im besten Fall kann das Fahrzeug nah an den Einsatzort herangefahren werden und es ist eine Teleskopstange vorhanden, um die Scheinwerfer in die Höhe zu transportieren. Dazu ist auch Muskelkraft notwendig. Kann das Fahrzeug nicht an die Unfallstelle gefahren werden, müssen die Retter Scheinwerfer und Gestänge hintragen. Eine weitere Aufgabe, die die Jugendlichen zu meistern haben, ist das Abstützen eines beschädigten Balkens. Das wird mit mehreren Leitern gelöst. Doch wie werden die angeordnet? "Denkt mal nach, das ist Physik, das habt ihr in der Schule gehabt", gibt Schymura einen Tipp.

Unterricht einmal anders

Die Leitern werden im Dreieck um den Balken angeordnet, damit sie die Kraft verteilen. Dann muss alles noch verknotet werden. Das klappt ohne Probleme. Schließlich haben die Jugendlichen die verschiedenen Knoten schon in anderen Ausbildungsteilen gelernt.

Dass die Ausbildung den Jugendlichen tatsächlich Spaß macht, ist zu sehen. 15 Jugendliche gehören der Hammer Truppe an. Nicht alle sind aus dem Ortsteil, auch Jugendliche aus Liebenthal und Neuholland können teilnehmen. "Das ist kein Problem, schließlich sind wir ja alle eine Stadt und arbeiten Hand in Hand, auch bei der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Wenn in einem Ort weniger Jugendliche vorhanden sind, dann holen wir sie zusammen. In der Gemeinschaft lernt es sich schließlich besser", so die Stadtjugendwartin.

Insofern haben die Liebenwalder Floriansjünger weniger  Nachwuchssorgen. Das kann Nicole Mollik bestätigen. Ihre Tochter Lea ist diese Woche das erste Mal dabei, und sie wird auf jeden Fall wiederkommen, wie das Mädchen versichert: "Das war einfach toll." "Hier wird wirklich viel gemacht, um Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern. Das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden", sagt Nicole Mollik und fügt hinzu: "Schließlich retten die Feuerwehrleute Leben und schützen das Hab und Gut anderer."

Feuerwehr Liebenwalde

Zur Stadt gehören mit Liebenwalde, Hammer, Liebenthal, Neuholland, Freienhagen und Kreuzbruch sechs Ortsteile, die eigene Depots und Löschgruppen unterhalten. Es gibt einen Stadtbrandmeister und einen Stadtgerätewart.

Um Nachwuchs zu gewinnen, gibt es in Liebenwalde sogar eine Kinderfeuerwehrtruppe, die sich einmal im Monat am Sonnabend im Depot in der Stadt zur Ausbildung trifft. 15 Kinder nehmen daran regelmäßig teil.

Zwei Teilnehmer aus der Jugendfeuerwehr haben erfolgreich ihre Ausbildung zum Truppmann abgeschlossen. Sie werden demnächst in den aktiven Dienst wechseln. Das sind Theo Balke und Marcel Fischer.⇥veb

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