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Das ganze Dorf half bei der Vorbereitung des Festes. - Das Alteisentreffen wurde so ein großer Erfolg.

Hingucker
Alte Landtechnik auf dem Alteisentreffen

Frank Groneberg / 30.09.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 01.10.2019, 12:50
Wellmitz (MOZ) Lilu Redlich ist zufrieden. "Diese Furche ist gerade geworden", freut sich die 13-Jährige, und ihr Opa nickt zustimmend. "Na ja, es war mein zweiter Versuch", ergänzt das Mädchen und lacht. Der zweite Versuch, den kleinen Traktor ihres Opas so präzise über den Acker zu steuern, dass die dabei entstehende Furche wirklich gerade wird. Einen Traktor mit Knicklenker, den ihr Opa einst selbst gebaut hat. "Wir hatten damals noch Land und haben richtig geackert, haben Kartoffeln und Rüben angebaut", erzählt Horst Geßner, "dafür brauchte ich den Traktor." 1985 habe er das Gerät gebaut, versehen mit einem Trabant-Motor. Und das rote Gefährt blieb nicht der einzige Traktor Marke Eigenbau, verrät der Neuzeller. "Elf Stück habe ich gebaut, für uns selbst, Verwandte und Bekannte – und die laufen alle noch."

Alteisentreffen und Erntefest am 28.09.2019 auf dem Pferde- und Reiterhof Sturm in Wellmitz.
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Alteisentreffen und Erntefest in Wellmitz

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Seine andere Enkelin Emma, die am Sonnabend ebenfalls mit dem Opa mitgefahren ist nach Wellmitz, darf den Traktor mit dem Trabi-Motor noch nicht allein steuern. Wohl aber ein noch kleineres Exemplar, einen blauen Lanz Bulldog mit Elektromotor. "Das ist meiner", sagt Emma Neumann, fünf Jahre alt, stolz. Heute, auf dem Alteisentreffen und Erntefest in Wellmitz, straft sie ihren Minitraktor allerdings mit Missachtung. Weil die Pferde nämlich viel interessanter sind. "Ich kann schon richtig gut reiten", verrät das kleine Mädchen stolz, "mir macht das ganz doll Spaß. Und nachher will ich auch noch auf einem Pony reiten."

Das Ponyreiten in der Reithalle – das ist eine der Attraktionen auf dem Fest, für die sich vor allem die Kinder begeistern. Tony aus Berlin zum Beispiel. Der Elfjährige ist übers Wochenende bei seiner Oma Christiane Möwert in Ratzdorf zu Gast. "Der Tony ist ganz glücklich hier, er ist ein großer Treckerfan und hier auf dem Fest gibt es ja so viele Trecker zu bestaunen", erzählt sie. Das Fest sei "wirklich sehr schön", lobt sie. Ihr Enkel hat derweil seine Runden auf dem Pony absolviert und verkündet, seine Liebe zu den Traktoren stehe ab sofort nur noch an zweiter Stelle. "Mein Liebstes ist jetzt das Reiten", erklärt er zur Überraschung seiner Oma. Dennoch habe er sich natürlich alle Traktoren angesehen und wolle unbedingt noch auf einem der Trecker mitfahren.

Mehr als 40 Traktoren, die meisten schon mehrere Jahrzehnte alt, stehen in zwei langen Li­nien auf dem Acker, der zum Pferde- und Reiterhof Sturm gehört. Zum dritten Mal sei der Betrieb Gastgeber für das Alteisentreffen und Erntefest, erzählt Inhaber Michael Sturm. "Wir stellen unseren Hof dafür gern zur Verfügung", versichert er, "wir haben Freude an dem Fest und es bereichert ja auch das Dorfleben." Mehrere Vereine und die Feuerwehr haben das Fest vorbereitet. So auch etliche Frauen, die für das Fest Kuchen gebacken haben. Claudia Brüll, Katrin Tillmann und Ursula Donner geben diesen Kuchen in einer großen Halle, die früher einmal die Turnhalle der Grundschule war, an die Festbesucher ab – gegen eine kleine Spende, die der Finanzierung des Festes dient. Ursula Donner, Ortsvorsteherin in Wellmitz, freut sich darüber, dass so viele Besucher zu dem Fest gekommen sind. Sie verweist auf den abschließenden Höhepunkt: das Nachtpflügen nach dem Sonnenuntergang.

Zuvor wird aber der 1932 gebaute Dreschkasten der Familie Sturm in Betrieb genommen. Und die vielen Zuschauer erleben staunend mit: Das alte Gerät ist noch voll funktionstüchtig.

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