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Fußball
"Eine ganz bittere Niederlage"

Ein Aufreger der Partie: Der Klosterfelder Tobias Marz (rechts) wird vom RSV-Torhüter Ken Straße im Sechzehner gefoult. Anstatt Elfer und Rot sah der Assistent eine Abseitsposition.
Ein Aufreger der Partie: Der Klosterfelder Tobias Marz (rechts) wird vom RSV-Torhüter Ken Straße im Sechzehner gefoult. Anstatt Elfer und Rot sah der Assistent eine Abseitsposition. © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 30.09.2019, 11:56 Uhr
Klosterfelde (MOZ) Selbst bei Niederlagen ist Union-Trainer Gerd Pröger kaum etwas anzumerken, sofort hat er eine treffsichere Analyse des Spiels parat. Das war nach dem Spiel gegen den RSV nicht anders, trotzdem war ihm der brodelnde Vulkan im Inneren anzumerken. "Es ist eine ganz, ganz bittere Niederlage, wenn überhaupt, dann hat sich der Gegner den Sieg über eine Anfangsphase verdient, bei dem er unsere Ballverluste, gleich die ersten beiden, bestraft hat."

Mit Vollgasfußball versuchte der RSV die Klosterfelder unter Druck zu setzen und so zu Fehlern zu zwingen. Das auch bald mit dem gewünschten Erfolg. Vorher vergaben Alexander Möhl, Levi Böttcher und Dima Ronis aus guten Positionen (3. Minute). Glück hatten die Gäste, als nach Zuspiel vom Morten Jechow ein RSV-Abwehrbein in letzter Sekunde vor dem heranstürmenden Steven Nowark zehn Meter frei vorm Tor retten konnte (6.).

Blitzschnelle Aktionen

Danach wurde es etwas ruhiger auf dem Platz, doch mit blitzschnellen Aktionen in die Spitze sorgte der Tabellenführer stets für Gefahr. Julian Rauch passte fast ansatzlos zum durchstartendem Böttcher, der völlig frei zehn Meter vor dem Tor den Ball mit dem Außenrist an Union-Torhüter Dennis Tietz vorbei ins Netz zirkelte (12.). Kurz darauf eine ähnliche Situation: Per Kopf verlängerte Rauch zu Böttcher, der diesmal bei Tietz seinen Meister fand. Doch der abgewehrte Ball kam postwendend durch Tim Schönfuß zurück zu Rauch, der in Abstaubermanier das 2:0 besorgte (16.). Den Vorwurf, dass die Klosterfelder nicht kämpften, konnte man ihnen nicht machen. Aber nach vorn lief wenig zusammen. Ein Freistoß von Tobias Marz, der nach zwei Wochen Pause wieder im Union-Kader stand, sollte dann den Anschlusstreffer bringen. Der folgende Kopfball vom aufgerückten  Dennis Aerts landete am langen Pfosten, wo Lukas Bianchini mit den Beinen voran in den Ball rutschte – 1:2 (35.). Bis zur Pause waren die Gastgeber dem Ausgleich näher, als der RSV dem dritten Tor.

Union will den Ausgleich

Nach dem Wechsel das gleiche Bild, Union wollte den zweiten Treffer. Der fiel auch wieder nach einem Freistoß von Marz, den Eric Rutzen per Kopf zu William Dittrich lenkte, der aus fünf Metern das Leder über die Linie drückte (47.). Der RSV wirkte geschockt. Union wollte mehr und beinahe wäre es auch geglückt. Steven Nowark flankte von links auf den Elfmeterpunkt, wo Marz schnellen Schrittes hineilte. Auch RSV-Torhüter Ken Straße machte sich auf den Weg, doch er traf nur den Klosterfelder, ein bitterböses Foul. Nachdem der Schiedsrichter schon auf  den Punkt gezeigt hatte und sich alle Eintrachtspieler auf ein Spiel mit einem Mann weniger eingestellt hatten, da wedelte der Assistent mit seiner Fahne: Abseits. Dem schloss sich Schiedsrichter Rene Müller vorbehaltlos an (55.). Nicht sein einziger schwerer und womöglich spielentscheidender Fehler an dem Tag, wenn es nach den Klosterfelder Fans ginge. Eine Abseitsposition vom frei durchlaufenden Jerome Ehweiner, bei der der Ball aber vom Gegner kam, sorgte für minutenlange Tumulte bei den Zuschauern und eine längere Spielunterbrechung (66.). Einen der Konter, die sich der Eintracht in der Schlussphase boten, nutzte Böttcher zum 3:2-Siegtreffer (73.).

"Eigentlich haben wir den Gegner schon in der ersten Hälfte am Rande einer Niederlage gehabt. Danach haben wir ihn wieder unnötig ins Spiel kommen lassen. Es spricht für meine Mannschaft, dass wir am Ende das Ding noch gezogen haben", resümierte RSV-Trainer Patrick Hinze.

"Ich fühle mich vom Schiedsrichter keinesfalls bevorteilt", ließ Gerd Pröger nach Abpfiff und kurzem Gedankensammeln wieder Diplomatie walten. "Wir waren kurz vor und nach der Pause drauf und dran das Spiel zu drehen. Dass es dann so ausgeht, ist wirklich bitter, ganz bitter."

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