Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Grabenbau
Gorgaster Unterdorf ist jetzt für Wasserkapriolen gerüstet

Banddurchschnitt: Golzows Bauamtsleiter Axel Kreatzer (l.) durchschneidet mit IWT-Geschäftsführer Kai Herrmann das Band zur symbolischen Übergabe des Entwässerungsgraben am Gorgaster Mühlenweg.
Banddurchschnitt: Golzows Bauamtsleiter Axel Kreatzer (l.) durchschneidet mit IWT-Geschäftsführer Kai Herrmann das Band zur symbolischen Übergabe des Entwässerungsgraben am Gorgaster Mühlenweg. © Foto: Doris Steinkraus/MOZ
Doris Steinkraus / 04.10.2019, 06:15 Uhr
Gorgast (MOZ) Zeitpunkt und Witterung passten zum Anlass. Angesichts von Wind und Regen konnte man sich bei der Übergabe des Entwässerungsgrabens im Gorgaster Mühlenweg vorstellen, welche Gefahren zu viel Nass für die Bewohner des Unterdorfes sowie die Landwirte der anliegenden Flächen birgt. Der Graben ist einer von mehreren, die im Rahmen des Oderbruch-Sonderprogramms des Landes hergestellt wurden. Der Küstrin-Vorländer Bürgermeister Werner Finger erinnerte an den Ursprung der Maßnahme. 2010 hatte er mit seiner Firma und mit Zustimmung der unteren Wasserbehörde einen Notgraben gezogen. Das Binnenhochwasser ließ dort wochenlang Felder und Grundstücke unter Wasser stehen.

Ersatz für Notgraben

"Der Notgraben war die einzige Möglichkeit, um umgehend Entlastung zu schaffen", erklärte Siegfried Richter, Leiter der unteren Wasserbehörde beim Landkreis. Verbunden worden sei die Genehmigung mit der Auflage, daraus einen planungsrechtlich geordneten Abfluss in die Vorflut, die Alte Oder, zu schaffen. Da es im Oderbruch in vielen Orten der Gemeinde Letschin und des Amtes Golzow erhebliche Abflussorgen gab, stand eine ganze Liste solcher Maßnahmen auf der Agenda. Jahr für Jahr wird sie seitdem abgearbeitet. Werner Finger zeigte sich zufrieden, dass jetzt auch dieser Graben fertig gestellt wurde und das Land, wie zugesichert, die Kosten zu 100 Prozent trägt. Das Frankfurter Unternehmen IWT mit seinem Geschäftsführer Kai Herrmann übernahm die Umsetzung. Im Dezember 2018 hatten die Männer um Bauleiter Christian Hein begonnen. "Es waren sehr umfangreiche Maßnahmen", erklärte Golzows Bauamtsleiter Axel Kraetzer. Es wurde ein neuer 830 m langer Graben vom Teich im Dorf bis zur Vorflut gezogen. Hinzu kamen zwei Wehre, die sichern, dass bei Bedarf  das Wasser in der Fläche gehalten werden kann. "Und dass bei hohem Stand der Alten Oder das Wasser nicht in die angrenzenden Flächen zurück drückt", ergänzte Richter.

Auch der Durchleiter am Mühlenweg wurde von den Mitarbeiter der IWT erneuert, ebenso die Einbindung des Grabens in die Alte Oder. Rund 700 000 Euro hat das Bauvorhaben gekostet. Dazu gehören auch diverse Ersatzpflanzungen, die bereits erbracht wurden. Zahlreiche neue Bäume in Gorgast konnten gepflanzt werden. Und noch etwas Gutes habe die Maßnahme gebracht, berichtete Axel Kraetzer. "Beim Grabenaushub fiel reichlich Aushub an. Die Gemeinde konnte damit endlich die alte Mülldeponie in Küstrin-Kietz abdecken und profilieren. Die Erdmassen wurden nicht kilometerweit irgendwohin gebracht, sondern konnten dort sinnvoll eingesetzt werden."

Insgesamt sei eine sehr ordentliche Arbeit geleistet worden. Man habe in der Bauausführung auch sinnvolle Veränderungen vorgenommen. So habe es im Bereich des Wäldchens Probleme mit der Stabilisierung der Böschung gegeben. Statt des aufwändigen Einbaus von Geotextilien wurde ein Bodenaustausch mit dem Material aus dem Grabenaushub vorgenommen.

Bodenaushub effektiv genutzt

Der Bauamtsleiter machte auch deutlich, dass trotz Übergabe die Maßnahme insgesamt noch nicht beendet ist. Zum einen sichere das Land auch die dreijährige Pflege der Ersatzmaßnahmen, bis 2022. Das sei durchaus ein Novum. Zum anderen müsste jetzt die Neuvermessung zahlreicher Grundstücke erfolgen. Der Graben selbst soll ein eigenes Flurstück werden und in Eigentum der Gemeinde übergehen. Der Gedo sichert die Unterhaltung. Kleine Splitterflächen in Randbereichen, wie etwa kurz vor der Eindiung in die Alte Oder, müssten ebenfalls vermessen werden, weil sie vom Eigentümer nicht mehr nutzbar sind. Ein Prozedere, dass einige Zeit in Anspruch nehmen wird, blickte Axel Kraetzer voraus. Bürgermeister Finger hofft nun, dass auch die letzten beiden Gräben in Manschnow bald in Angriff genommen werden. 4,5 km lang sind sie. Die Trasse stehe fest, so Kraetzer, man sei in der Planfeststellung.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG