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Konzert
Kruge kämpft um Kulturhaus

Der Mann mit der Rekordstimme: Die Ural-Kosaken erinnerten im Kulturhaus Kruge an den einmaligen Ivan Rebroff und trugen mit ihrem Konzert einen Teil zum Erhalt des Gebäudes bei, das von großer Bedeutung für ganz Falkenberg ist.
Der Mann mit der Rekordstimme: Die Ural-Kosaken erinnerten im Kulturhaus Kruge an den einmaligen Ivan Rebroff und trugen mit ihrem Konzert einen Teil zum Erhalt des Gebäudes bei, das von großer Bedeutung für ganz Falkenberg ist. © Foto: Jörn Kerckhoff
Jörn Kerckhoff / 07.10.2019, 07:00 Uhr
Kruge Die Rettung des Kulturhauses in Kruge ging am Freitagabend mit dem Auftritt der Ural-Kosaken in die nächste Runde. Etwa 120 Gäste kamen zum Benefizkonzert des Chores, der mit seinem Programm an Ivan Rebroff erinnerte, der im Februar 2008 verstarb. Der Gewinn wird für den Eigenanteil der Gemeinde Falkenberg für die notwendigen Brandschutzmaßnahmen im Kulturhaus verwendet. Dieser beläuft sich vermutlich auf 40 000 Euro, wie Falkenbergs Bürgermeister Christian Ziche erklärt.

Eigenanteil beinahe zusammen

Dank verschiedener Benefizveranstaltungen habe man den größten Teil der Summe inzwischen beisammen, so Ziche. Die Künstler treten zu geringeren Gagen im Kulturhaus auf, viele von ihnen hätten bereits erklärt, dass sie wiederkommen und die Gemeinde beim Kampf um das Gebäude unterstützen wollen. "Das Kulturhaus ist für uns und unsere Vereine von enormer Bedeutung", macht auch Frank Süßbier, Ortsvorsteher von Kruge deutlich. Viele Veranstaltungen fänden in dem Saal statt, der 186 Sitzplätze bietet. Das Kulturleben von ganz Falkenberg hänge an dem Erhalt des Kulturhauses.

Problematisch sei vor allem, immer wieder Kompromisse mit dem Denkmalschutz zu finden, denn natürlich stünden die Auflagen durch den Brandschutz und denen des Denkmalamtes oft in krassem Gegensatz zueinander, so Ziche. Wegen der Brandschutzauflagen dürfe die obere Etage des Kulturhauses aktuell nicht genutzt werden, weil ein zweiter Fluchtweg fehlt. Die Einrichtung dieses Fluchtwegs – ein Konzept liege bereits vor – würde vom Denkmalamt aber nicht ohne weiteres akzeptiert. Eine Zwickmühle für die Gemeindevertreter.

Die Gemeinde strebe eigentlich sogar eine Gesamtsanierung des Gebäudes an, berichtet Christian Ziche. So müssten unter anderem auch die Sanitäranlagen erneuert werden. Diese Gesamtsanierung koste natürlich deutlich mehr, als nur die Brandschutzmaßnahmen. Statt über 200 000 Euro rede man plötzlich über etwa eine Million Euro, wodurch sich auch der Eigenanteil der Gemeinde schlagartig von 40 000 auf 200 000 Euro erhöhen würde – 20 Prozent der Gesamtkosten. Würde Falkenberg als besonders förderungswürdige Gemeinde eingestuft, sinke der Eigenanteil zwar auf zehn Prozent, für die Gemeinde aber immer noch ein ordentlicher Batzen.

Darum machten sich die Gäste des Benefizkonzerts der Ural-Kosaken am Freitagabend aber mal keine Gedanken. Natürlich kamen sie auch, um mit ihrem Eintritt und ihrer Verköstigung einen Beitrag zum Erhalt des Kulturhauses beizutragen, in erster Linie wollten sie aber die Klänge des Chores genießen. Im ersten Teil des Konzerts präsentierten die acht Sänger sakrale Gesänge und Volkswaisen aus Russland, wie das "Ave Maria" oder das "Mönchsgebet" aus dem 14. Jahrhundert.

Rebroff steht im Guinness-Buch

Im zweiten Teil widmeten sie sich den Liedern von Ivan Rebroff, der einst selbst dem Chor angehörte. Rebroffs Stimme war mit einem Umfang von viereinhalb Oktaven einzigartig, im Guinness-Buch der Rekorde ist er als Mensch mit dem breitesten Stimmumfang der Welt registriert. Neben dem Gesang war Rebroff, der mit bürgerlichem Namen Hans Rolf Rippert hieß und 1931 in Berlin-Spandau geboren wurde, als Schauspieler, Komödiant und Entertainer berühmt. "Eine weiße Birke" oder "Die Legende von den zwölf Räubern" gehören unter anderem zu seinen großen Erfolgen, die auch die Ural-Kosaken zum Besten gaben.

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