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Bessarabien
Einst von Katzbach nach Neu Elft gelaufen

Volle Festscheune: In Stechow kam es Ende September zum 11. Treffen von Leuten, die in Bessarabien geboren wurden. Auch viele Nachfahren gehörten zu den Gästen. Uli Derwenskus (li.) hielt einen Vortrag über eine Reise in die alte Heimat.
Volle Festscheune: In Stechow kam es Ende September zum 11. Treffen von Leuten, die in Bessarabien geboren wurden. Auch viele Nachfahren gehörten zu den Gästen. Uli Derwenskus (li.) hielt einen Vortrag über eine Reise in die alte Heimat. © Foto: Dagmar Schubert
René Wernitz / 11.10.2019, 10:39 Uhr
Stechow (MOZ) Einmal im Jahr treffen sich in Bessarabien geborene Zeitgenossen und Nachfahren in der Festscheune der Stechower Gaststätte "Stadt Rathenow". Der Einladung zum elften Treffen im Havelland folgten rund 120 Leute, teils waren sie von weither angereist.  Gastgeber war der Regionalverband Havelland und Lüneburger Heide des Bessarabiendeutschen Vereins.

Auf dem Programm am 29. September stand unter anderem ein Vortrag von Uli Derwenskus über seine Reise, die er mit seiner Gattin und zwei weiteren Frauen unternommen hatte. Er war dort, wo früher Bessarabien war, und wandelte auf den Spuren seiner Vorfahren. Er beschritt auch einen Weg, auf dem seine Großmutter als junge Frau lief, wenn sie auf ihre Cousins und Cousinen aufpassen sollte. 17 Kilometer zu Fuß von Katzbach nach Neu Elft -  das liegt in der heutigen Ukraine.

Da die Bessarabier immer gern gesungen haben, wurde in Stechow auch für Unterhaltung gesorgt. Andrea Stöckmann aus Berlin begleitete mit dem Keyboard die Lieder, die allen bekannt sind, wie das Heimatlied der Bessarabiendeutschen. Dem Wunsch, das Lied "Wie schön ist das ländliche Leben" zu spielen und zu singen, kam sie gern nach und alle Gäste der Scheune sangen mit.

Grüße aus der Ukraine überbrachte Elena Hildebrandt. Die in Rathenow lebende Tanzlehrerin zeigte Tänze in ukrainischer Tracht.

Nach Neuigkeiten und Aktuellem aus dem in Stuttgart ansässigen Bessarabiendeutschen Verein wurde das Wissen der Besucher getestet. Uli Derwenskus hatte ein Quiz vorbereitet, bei dem es Fragen zu beantworten gab, die natürlich mit Bessarabien zu tun hatten. Die Preise für die Gewinner kamen direkt aus Moldawien und der Ukraine.

Werner Schabert brachte vor wenigen Tagen von seinem Aufenthalt dort eine große Auswahl an Weinen und Spezialitäten mit. Besonders gut angenommen wurden die von heutigen Dorfbewohnern eingeweckten Tomaten, Pfeffersoßen und Marmeladen.

Sehr gut besucht war auch der Bücherstand von Lilli Moses. Es gibt eine sehr große Auswahl an Büchern, Broschüren und DVD’s mit bessarabischen Inhalten. Da es bereits fast 80 Jahre her ist, dass die Bewohner von dort nach Deutschland umsiedelten und die Erzählungen der Erlebnisgeneration nun weniger werden, freuten sich die Gäste in Stechow über Geschichten, Portraits und Chroniken über die alte Heimat und deren ehemaligen Bewohner.

Auch sehr erfreulich ist zu sehen, dass sich viele junge Menschen dafür interessieren. Wo es möglich ist, kommen sie mit der ganzen Familie, so dass der jüngste Besucher des Treffens gerade mal erst sechs Monate auf der Welt ist.

Ausgiebige Gespräche, leckeres bessarabisches Mittagessen namens "Haluschka" und ein interessanter Film über die Geschichte Bessarabiens rundeten das Treffen ab.

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