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Die SPD-Fraktion der Ahrensfelder Gemeindevertretung will ein Klima- und Freiflächenkonzept für die Kommune erarbeiten lassen.

Siedlungsachsen
Für mehr Alleen in der Feldmark

Landschaft: Die Barnimer Feldmark ist geprägt von Feldern, Wäldern und Söllen. In den vergangenen Jahren sind aber auch viele Windkraftanlagen hinzugekommen.
Landschaft: Die Barnimer Feldmark ist geprägt von Feldern, Wäldern und Söllen. In den vergangenen Jahren sind aber auch viele Windkraftanlagen hinzugekommen. © Foto: Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 12.10.2019, 13:30 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Es ist wohl vor allem der 16-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg und ihrer "Fridays for Future"-Kampagne zu verdanken, dass der Klimaschutz inzwischen immer mehr in den Blick der Politik gerät. Die Bundesregierung hat ein entsprechendes Konzept verabschiedet und auch in den Städten und Gemeinden wächst das Bewusstsein für dieses wichtige Thema.

Die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung Ahrensfelde hat ebenfalls die Initiative ergriffen und fordert ein Klima- und Freiflächenkonzept für die Barnimer Feldmark. Bei der Erarbeitung des Achsenentwicklungskonzeptes Ahrensfelde – Werneuchen sollen neben der Siedlungsentwicklung und der Schaffung von Infrastruktur auch der Erhalt und die Verbesserung des Freiraums – und dies unter Beachtung  von Klimagesichtspunkten – berücksichtigt werden. Wichtige Aspekte sind dabei, so heißt es in der Vorlage, der Wasserrückhalt, die Bodenversiegelung, der Erhalt einer biologischen Vielfalt und die Verringerung von Emissionen.

"Die Entwicklung der Siedlungsachsen darf nicht zur Zersiedlung und damit Zerstörung der gewachsenen Kulturlandschaft Barnimer Feldmark führen", sagt Fraktionsvorsitzender Jörg Dreger. Das Achsenentwicklungskonzept biete vielmehr die Chance, die vorhandenen Grün- und Freiräume vor allem unter Klimaaspekten weiter zu entwickeln. Als wichtige Maßnahmen in diesem Zusammenhang nennt der Blumberger beispielsweise die Renaturierung von Kleingewässern, insbesondere von Söllen, und die Wiederherstellung von Alleen und Gehölzstreifen. "Die Ansprüche der Menschen an Naherholungsmöglichkeiten sind gewachsen", stellt Dreger fest. "Die genannten Vorhaben kommen dem entgegen".

Der gemeindliche Bauausschuss hatte die Vorlage bereits im September positiv aufgenommen. In seiner jüngsten Sitzung votierte nun auch der Hauptausschuss einstimmig für das Papier. Eine größere Diskussion blieb allerdings aus, lediglich Bürgermeister Wilfried Gehrke meldete sich zu Wort. "Die Vorlage untermauert, dass auch Umwelt- und Naturaspekte bei unserer Entwicklung wichtig sind", betonte der Christdemokrat. Schließlich wolle man "nicht nur bauen". Der Vorschlag solle dem Büro, das sich mit dem Achsenkonzept beschäftigt, übergeben werden, hieß es anschließend aus der Verwaltung.

Die neue Siedlungsachse von Berlin über Ahrensfelde nach Werneuchen spielt eine besondere Rolle für die Zusammenarbeit von Kommunen und dem Land Brandenburg. Der Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion stellt in den Achsengemeinden in beträchtlichem Umfang Flächen dar, die für Siedlungszwecke genutzt werden können. Die beiden Kommunen an der  B 158 wollen nun die Art und den Umfang ihrer städtebaulichen Entwicklung künftig stärker selbst steuern. Das Ziel ist es, eine bessere Ordnung, Stabilität, Vielfalt und Attraktivität der örtlichen Strukturen zu erreichen. Wegen der räumlichen und infrastrukturellen Verflechtungen bietet sich ein gemeinsames Vorgehen an.

Finanzielle Mittel vom Land

Die Grundlage für die Zusammenarbeit bei der städtebaulichen Entwicklung soll das gemeindeübergreifende Achsenentwicklungskonzept Ahrensfelde-Werneuchen sein. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) beteiligt sich wegen des übergeordneten Landesinteresses mit einem "Gutachterbaustein" an der Finanzierung. Er soll die Bestandsaufnahme, eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) und die Erarbeitung eines Handlungsrahmens umfassen. Auch für Veranstaltungen sollen finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Über den SPD-Antrag wird die Gemeindevertretung am 21. Oktober entscheiden.

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