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Künstlerin Irina Franken spricht vom Reisen und von unerwarteter Inspiration.

Kunstausstellung
Von Farbkontrasten und Fernweh

Multitalentierte Malerin und Musikerin: Irina Franken (Mitte mit Querflöte) unterhält sich bei der Ausstellungseröffnung mit Adolf und Ingrid Korthals und Lina Blume (v.l.) über ihr Kunstwerk "Quadrart. Norden".
Multitalentierte Malerin und Musikerin: Irina Franken (Mitte mit Querflöte) unterhält sich bei der Ausstellungseröffnung mit Adolf und Ingrid Korthals und Lina Blume (v.l.) über ihr Kunstwerk "Quadrart. Norden". © Foto: Sergej Scheibe
Amy Walker / 13.10.2019, 13:00 Uhr
Bernau (MOZ) Irina Franken hat sich schon viele Träume erfüllen können. Studieren in Minsk, musizieren, reisen, malen in einem Atelier. Daher ist es vielleicht keine Überraschung, dass der Titel ihrer neuen Ausstellung im Haus der Bernauer Wohnungsbaugesellschaft den Titel "Hin und weg: Traum, Ferne, Illusion" trägt. "Jeder hat seine Träume, seine Illusionen, die Ferne lockt mehr oder weniger", erklärt Irina Franken bei der Ausstellungseröffnung. Viele der 36 Kunstwerke, die nun in der Wobau hängen, sind nach Orten auf der ganzen Welt benannt: Zadar, Marokko, Brasilien, Barcelona, Budapest.

Die Künstlerin sagt, ihre Reiselust kommt daher, dass sie als junge Frau in der DDR nicht immer ihrer Neugier über die Ferne nachgehen konnte. "Ich habe diese klassische Ostmacke. Früher haben wir versucht, uns den Osten zu erschließen und später dann auch den Rest. Ich denke mal, solange ich kann, werde ich das weitermachen", sagt die Potsdamerin. Die Motive für ihre Bilder entstünden oft während ihrer Reisen, wobei sie meistens nicht vor Ort male. Die meisten Bilder in der neuen Ausstellung seien im Atelier der Malschule Martin Mehlitz in Potsdam-Babelsberg entstanden; die Motive stammen aber oft von Fotos. "Wenn ich manchmal was Bestimmtes sehe, wenn das Licht genau richtig ist, dann denke ich einfach: festhalten", erzählt sie. Dann kommt die Handykamera zum Einsatz, und später wird es umgesetzt.

Das Außergewöhnliche in dieser Ausstellung sind die Bilder, die scheinbar auf ganz schwarzem Hintergrund gemalt sind. Durch diesen Hintergrund kommt der Kontrast vor allem durch starke Farben besonders zum Vorschein. Da ist beispielsweise das Werk "Türspalt", worauf auf komplett schwarzem Hintergrund eine leicht geöffnete Tür zu sehen ist, durch dessen Spalt das Licht in das abgedunkelte Zimmer hineinströmt. Die Künstlerin aber erklärt, dass diese Bilder mit schwarzem Motiv nicht wie üblich auf Leinwänden gemalt wurden: "Ich bin zum Malen in der Malschule Martin Mehlitz, das ist im Industriegebiet in Babelsberg, wo auch immer ein Tischler dabei ist. Und der hatte diese schwarzen Bretter als Abfälle. Und das fand ich dann sehr reizvoll mit dem Kontrast". Natürlich gefallen nicht jedem die dunklen Motive, sagt sie, aber die schwarzen Holzbretter haben ihr ganz neue kreative Entfaltungsmöglichkeiten gegeben. "Mich haben diese Bretter nicht mehr losgelassen. Mittlerweile gibt’s keinen Nachschub mehr, also jetzt muss eine neue Phase kommen."

Malerei trifft Musik

Bei der Ausstellungseröffnung zeigte Irina Franken aber nicht nur, dass sie eine talentierte Malerin ist: Gemeinsam mit ihrem Trio bestehend aus Claus Luley (Querflöte), Angela Müller (Blockflöte) und ihr selbst (Querflöte) wurde die Ausstellung in der Wobau musikalisch eröffnet. Seit zwei Jahren spielen die drei zusammen, sie haben sich in der Musikschule Potsdam kennengelernt. Angela Müller sprach bei der Eröffnung noch ein paar Worte. "Die Begriffe, die wir verwenden, um Malerei und Musik zu charakterisieren, die sind aus einem Vokabular", so Müller. "So ist das nicht von Ungefähr, dass Irina diese beiden Leidenschaften hat". Die Künstlerin sagt selbst auch, dass die Werke oft "mit der Musik im Kopf" entstanden sind - passend zum Eröffnungsabend.

Die Ausstellung ist in den Räumen der Wobau am Steintor bis Februar 2020 während der Hausöffnungszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich.

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