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Einmal um die halbe Welt
15-Jährige aus Bad Saarow auf den Spuren von Thor Heyerdahl

Der "Pinizupanzl", der Laser 4.7, bleibt zu Hause in Bad Saarow. Für ein halbes Jahr steigt die 15-jährige Gymnasiastin Freya Schüler auf das Traditionsschiff "Thor Heyerdahl" und segelt mit Gleichaltrigen um die halbe Welt.
Der "Pinizupanzl", der Laser 4.7, bleibt zu Hause in Bad Saarow. Für ein halbes Jahr steigt die 15-jährige Gymnasiastin Freya Schüler auf das Traditionsschiff "Thor Heyerdahl" und segelt mit Gleichaltrigen um die halbe Welt. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 13.10.2019, 19:20 Uhr
Bad Saarow Gerade mal 15 Jahre ist sie und will schon die halbe Welt umsegeln: In wenigen Tagen, am 19. Oktober, wird Freya Schüler  mit dem Traditionssegler "Thor Heyerdahl" in Kiel auslaufen und erst am 24. April nächsten Jahres zurückkehren. "Wenn alles nach Plan läuft, sind wir Weihnachten in der Karibik und ankern in einer Bucht vor St. Georges im Inselstaat Grenada."

Das Mädchen aus Bad Saarow gehört zu der Gruppe von 33 Gymnasialschülern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die an dem Projekt "Klassenzimmer unter Segeln" teilnehmen und sich erfolgreich für die von Lehrern und Wissenschaftlern begleiteten Segel-Schul-Reise beworben haben.  "Eigentlich hat mich mein Onkel Stephan drauf gebracht", erzählt Freya. Er habe sie angeregt, den Film "My big journey" anzusehen, der von der seit über 24 Jahren existierenden schwimmenden Jugendbildungsstätte "Thor Heyerdahl" berichtet.  "Ich war sofort begeistert, das wollte ich unbedingt miterleben", fing Freya sofort Feuer. Sie gab ihre schriftliche Bewerbung beim Projektträger, dem Institut für Erziehungswissenschaft und Lerninnovation der Universität Erlangen-Nürnberg ab. Unter etwa 150 Bewerbern wurde sie zum Sommeranfang zu einem Probeturn eingeladen, wo unter den Teilnehmern noch einmal "gesiebt" wurde. "Warum ich genommen wurde? Keine Ahnung." In der Schule – sie besucht die zehnte Klasse am Bernhardinum in Fürstenwalde – sei sie kein Überflieger, aber sie habe gute Noten. Sie könne zwar segeln und sei seit der dritten Klasse Mitglied im  Saarower Seglerverein am Werl (SSVaW). Aber auf einem fast 50 Meter langen Traditionsschiff unterwegs zu sein, das sei doch etwas ganz anderes als ihr "Pinizupanzl", ihr viereinhalb Meter langes Boot.

"Auf der ´Thor Heyerdahl´ muss man vor allem seine Teamfähigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein unter Beweis stellen. Mit 50 Menschen auf engstem Raum 190 Tage an Bord zu verbringen, das ist die eigentliche Herausforderung. Das ist es, was mich fasziniert. Und natürlich, so viel von der Welt zu sehen." Freya hat keine Furcht vor Seekrankheit: "Die kommt sicher, aber daran gewöhnt man  sich." Sie sorgt sich auch nicht ums Heimweh: "Damit werde ich klar kommen, andere in meinem Alter machen ja auch ein Auslandsjahr." Der Kontakt zu ihren Eltern werde sich in Grenzen halten, denn die "Smartphones werden uns nur ein paar Stunden in den Häfen ausgehändigt." Aber über die Website des Schulschiffes und einen Blog der Teilnehmer kann sich die Familie daheim informieren, in welchem Gewässer sich Freya gerade befindet.

Zuerst geht es durch die Nordsee in den Englischen Kanal durch die Biskaya nach Marokko und dann weiter nach Teneriffa, wo die Jugendlichen auch den Spuren des großen norwegischen Entdeckers Thor Heyerdahl folgen werden. Weiter geht es über den Atlantik in die Karibik, nach Panama und bis Kuba, wo die Insel mit Fahrrädern erkundet werden soll. Mit der erneuten Atlantiküberquerung vom 25. Februar bis 6. März beginnt über die Bermudas und die Azoren die Rückreise Richtung Europa.

Freya ist wahnsinnig aufgeregt und voller Vorfreude. "Das wird total anstrengend, das weiß ich. Wir müssen uns ja am ganz normalen Bordalltag beteiligen, in der Kombüse helfen, Deck schrubben, Segel setzen, Tag- und Nachtwache schieben. Und daneben haben wir noch Unterricht. Aber es ist eine Investition in die Zukunft", spricht sie wie eine Erwachsene.

Die Reise wird nicht nur anstrengend, sie ist auch nicht ganz billig. "Sie kostet rund 3000 Euro im Monat", erzählt Freya. Sie habe einiges Geld gespart, auch noch von ihrer Jugendweihe, ihre Bienenvölker und Honig verkauft, bekomme aber auch Darlehen von Verwandten und natürlich Unterstützung von ihren Eltern. Die stehen voll hinter ihrer abenteuerlustigen, ehrgeizigen Tochter. "Freya war schon immer so eine, die gern auf Bäume klettert", sagt ihre Mutter Ulrike Schüler. Sie beneidet ihre Tochter: "Wenn ich könnte, würde ich mitfahren."

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