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Empfang
Kritische Neuenhagener Neubürger

Neuenhagener Neubürger: "Dahinten, da wohnen wir" – Familie Groß hat ihr Haus in der Hauptmannstraße entdeckt. Und der Sohnemann freut sich, über die Turmbesteigung am Montag in der Schule berichten zu können.
Neuenhagener Neubürger: "Dahinten, da wohnen wir" – Familie Groß hat ihr Haus in der Hauptmannstraße entdeckt. Und der Sohnemann freut sich, über die Turmbesteigung am Montag in der Schule berichten zu können. © Foto: Irina Voigt
Irina Voigt / 21.10.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 21.10.2019, 09:47
Strausberg (MOZ) Bei der dritten Neubürgerbegrüßung in diesem Jahr in Neuenhagen konnte Bürgermeister Ansgar Scharnke rund 40 Einwohner im fast 100-jährigen denkmalgeschützten Rathaus willkommen heißen. Scharnke nutzte die Gelegenheit, die Gemeinde vorzustellen. Deren Einwohnerzahl hat immerhin schon die 19 000 überschritten und die Kommune bildet nun zusammen mit Hoppegarten eines der größten Mittelzent­ren im Land. In Neuenhagen gibt es zehn Kindertagesstätten, drei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen wie das Gymnasium und die Oberschule, zählte er auf und verwies zugleich aufs rege Freizeitleben in weit über 70 Vereinen.

Scharnke berichtete vom geplanten Neubau einer vierten Grundschule im Gruscheweg, und dass dort auch der Neubau einer Förderschule geplant sei. Zudem beantwortete er zahlreiche Fragen. Da ging es um den nicht vorhandenen Busverkehr durch die Gruschewegsiedlung, die noch immer mangelnde Versorgung mit modernem Breitband oder geplante Baumpflanzungen.

Ein Neu-Einwohner hatte gar seine 30 Meter hohe Tanne als "kommunalen" Weihnachtsbaum angeboten, aber bislang keine Antwort bekommen. Der Bürgermeister versprach, den Bauhof zu mobilisieren, sich dort umzuschauen.

Nur eine unbefriedigende Antwort hatte er auf die Nachfragen nach schnellerem Internet. "Wir sind mit der Erschließung ebenso wenig zufrieden", sagte er, aber man habe bei der "Verlosung" die Telekom zugeteilt bekommen, die sich "schwer tue, die Planungen anzugehen und abzuarbeiten", sagte der Bürgermeister. Auch bei mangelnden Informationen über vorgesehene Baumpflanzungen verwies er auf den Vorhabenträger, die Siwoge. Ebenso beklage man den Baustatus des Ärztehauses in der Hauptstraße. "Dort gibt es bereits ein teures MRT, und man wollte 2017 fertig sein", sagte er, "aber die Gemeinde hat auf den privaten Investor keine Einflussmöglichkeiten." Dennoch sei die medizinische Versorgung weitgehend gesichert, erklärte Scharnke und verwies aufs Hoppegartener Ärztehaus.

Versorgt mit vielfältigem Info-Material und vor allem mit einer Broschüre zum Ortsrecht, stiegen die Neu-Neuenhagener dann traditionell die steilen Stufen hinauf auf den Wasserturm, um von dort über ihre neue Heimatgemeinde zu schauen.

Geringes Interesse in Strausberg

Beim Neubürgerempfang im ­Strausberger Stadtmuseum konnten Bürgermeisterin Elke Stadeler und die Leiterin des Hauses, Christa Wunderlich, am Sonnabend nur zwölf Einwohner begrüßen. "Die beste Entscheidung haben Sie schon getroffen, Sie sind nach Strausberg gezogen", sagte Elke Stadeler. Anderthalb Stunden informierte sie über die grüne Stadt am See, von der reichen Geschichte über die älteste erwähnte Stadtmauer in Brandenburg bis hin zu Kinderbetreuungslandschaft und zahlreichen Neubauprojekten. "Mit Ihnen sind wir jetzt 27 148 Einwohner", sagte Elke Stadeler – verteilt auf 80 Nationalitäten. Derzeit gehe es nicht nur darum, Einwohner dazuzugewinnen, sondern auch die Infrastruktur so zu entwickeln, dass diese Menschen adäquat versorgt werden könnten. Die Bürgermeisterin berichtete auch über 1884 Gewerbeanmeldungen und ermunterte die Gäste, sich politisch einzubringen, beispielsweise im Agenda-Beirat.

Waltraud Klatte, aus Wriezen nach Strausberg gezogen, fand den Vortrag sehr interessant. Sie sei vor allem an Stadtgeschichte interessiert. "Was Strausberg so schön für mich macht, ist, dass ich hier so toll Radfahren kann", sagte sie außerdem.

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Jeannette Rüdiger 22.10.2019 - 09:42:22

Kritische Neuenhagener Neubürger

Im Artikel steht: "In Neuenhagen gibt es zehn Kindertagesstätten, drei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen wie das Gymnasium und die Oberschule,..." Die Oberschule in Neuenhagen ist eine Privatschule. Wir haben in Neuenhagen eine staatliche weiterführende Oberschule. Diese einzige staatliche weiterführende Oberschule in Neuenhagen, ist das Gymnasium. Überall schießen neue Schulen, wie Pilze nach einem intensiven Sommerregen, aus dem Boden. Staatliche Grundschulen, staatliche weiterführende Oberschulen an denen das Abitur abgelegt werden kann oder staatliche Oberschulen ohne GOS. Besonders dort wo es schon staatliche weiterführende Schulen gibt. In Neuenhagen leider nicht. Es wurde und wird viel getan für Krippen-und Kindergartenkinder und Grundschüler. Das gehört anerkannt und das ist gut. Den Schülern ab Klassenstufe 7 wird aber viel abverlangt. Wer das Gymnasium in Neuenhagen nicht besuchen kann oder nicht besuchen will, quetscht sich in die sehr vollen S-Bahnen, samt schweren Rucksäcken, um eine Schule in einer anderen Gemeinde oder Stadt zu besuchen. Vorausgesetzt die Bahn kommt überhaupt und pünktlich. Für Schüler, die in Altlandsberg die Oberschule besuchen, stellt der Linienbus ab Hoppegarten, eine weitere Hürde dar, die täglich genommen werden muss. Denn er ist oft so voll, besonders im Winter, dass nicht alle Schüler mitgenommen werden konnten. Neuenhagener Grundschüler die knapp unter der gedachten Grenze zu dicht an der Schule wohnen, bekommen keine Schülerfahrkarte. Es gibt aber auch keine ermäßigte Kurzstrecke. Also fahren die Eltern ihre Kinder bis zum Schultor. Nicht jeden Tag ist der Rucksack leicht und das Wetter gut genug, um mit dem Rad zu fahren. Der Schulweg per Rad führt oft genug an gefährlichen Stellen vorbei. Es wurde viel getan, dies ist anerkennenswert. Aber es gibt noch sehr viel zu tun. Es geht um unsere Kinder.

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