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Zehn Debütanten fiebern dem Start am 1. November entgegen.

Brandschutz
Eberswaldes erste Kinderfeuerwehr geht an den Start

Mit der Urkunde ist es amtlich: In Sommerfelde gibt es jetzt eine Kinderfeuerwehr. Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski lobte bei der feierlichen Übergabe die Initiative von Jugendwartin Christin Hering.
Mit der Urkunde ist es amtlich: In Sommerfelde gibt es jetzt eine Kinderfeuerwehr. Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski lobte bei der feierlichen Übergabe die Initiative von Jugendwartin Christin Hering. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 21.10.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 21.10.2019, 09:49
Eberswalde (MOZ) Die Hauptakteure fehlten zwar, sie müssen sich noch bis zum 1. November gedulden. Dann aber geht es los für zehn Sommerfelder Mädchen und Jungen, die schon voller Erwartung in den Startlöchern sitzen. Die erste Eberswalder "Kinderfeuerwehr" nimmt ihren Betrieb auf. Am Freitagabend wurde offiziell die Gründung in Sommerfelde vollzogen.

Zu danken ist dies vor allem der Initiative von Christin Hering, seit acht Monaten Mitglied der Sommerfelder Feuerwehr. Etwa ein Jahr lang hat die Partnerin von Ortswehrführer Axel Gora die Neugründung der Jugendwehr, in die die Kinder aufgenommen werden, vorbereitet. Bürgermeister Friedhelm Boginski sprach von einem "einzigartigen" Projekt in Eberswalde. Als mehrfacher Opa wisse er um die Begeisterungsfähigkeit des Nachwuchses für die Feuerwehr. "Bagger" und "Feuerwehr" würden nicht umsonst mit zum ersten Wortschatz der Jüngsten gehören. Diese Begeisterung gelte es zu nutzen. Doch es ginge nicht allein darum, Nachwuchs für die aktiven Brandschutzabteilungen zu generieren. Es ginge vor allem auch um Gemeinschaft, um das Lernen von Werten, so der frühere Lehrer und Schulleiter. Nicht zuletzt sei dieses neue Angebot wichtig fürs Dorf.

Spielerisches Heranführen

Was Christin Hering und die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Sommerfelde prompt bestätigten. "Für Kinder gibt es hier sonst nichts", so Hering, die soeben zur Jugendwartin berufen wurde und selbst Mutter zweier Mädchen ist, die darauf brennen, mit zur Feuerwehr zu dürfen, aber noch etwas zu jung sind. Mitmachen können Mädchen und Jungen ab sechs Jahren. Allerdings gebe es schon jetzt eine Warteliste. Auf dem Sommerfest im August habe man das Projekt vorgestellt. Und sofort seien alle Plätze belegt gewesen. Am 1. November starte ein Gruppe von zehn Kindern, 2020 kommen fünf weitere, die dann erst das Mindestalter erreichen, hinzu. Die Betreuung der Gruppe werde auf mehrere Schultern innerhalb der Wehr verteilt, so Hering.

Das Konzept sehe ein spielerisches Heranführen an die Themen Feuerwehr und Brandschutz vor. Aber ebenso die Bewegung in der Natur oder das Kennenlernen der Umgebung, der Technik. 14-täglich werde sich die Gruppe freitags um 16.30 Uhr am Depot treffen. Von Stadtjugendwartin Annegret Grundmann gab es deshalb zur Neugründung diverses Bastelmaterial als "Startpaket".

Bis 2003 bestand in Sommerfelde eine Jugendfeuerwehr. Die einstigen Mitglieder sind inzwischen fast alle Teil der aktiven Truppe. "Weshalb das Durchschnittsalter hier recht niedrig ist", wie Eberswaldes Feuerwehr-Chef Nikolaus Meier bemerkte. Innerhalb der Eberswalder Feuerwehr gebe es bereits zwei Jugendwehren: in Eberswalde und Finow (inklusive Clara-­Zetkin-Siedlung). In diesen sind 45 Kinder und Jugendliche (zwischen 8 und 16 Jahren) Mitglied. Damit sei Eberswalde eigentlich in puncto Nachwuchs und Jugendarbeit sehr gut aufgestellt, so Meier. Problematisch werde es beim Übergang von der Jugendwehr in die aktive Mannschaft, wenn Jugendliche etwa zur Ausbildung Eberswalde verlassen.

Einer der 45 Nachwuchskräfte ist der neunjährige Sohn von Xaver Graß. Jetzt könne der Kleine aber in Sommerfelde mitmachen, so Graß, der erst vor vier Jahren mit seiner Familie nach Sommerfelde gezogen ist und die Mitgliedschaft in der Brandschutz-Truppe auch als Möglichkeit ansieht, sich ins Dorf zu integrieren. Feuer und Flamme sei ebenso die Tochter von Marcel Uibaerscher. Hin und wieder nehme er die fünfjährige Lilli zu Übungsabenden mit. Weshalb sie der Aufnahme in die Kinderwehr im kommenden Jahr schon entgegenfiebere. "Ich bin hier aufgewachsen. Und die ganze Familie war oder ist in der Feuerwehr", so der 33-Jährige. Großvater, heute in der Alters- und Ehrenabteilung, Vater, Onkel, Cousin.

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