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Ernste Themen treffen auf herzhaftes Gelächter. So passiert bei der Lesung André Hermanns aus seinem neuen Roman.

Abend voller Fantasie
André Hermann liest aus seinem neuen Roman

Zum ersten mal in Bernau: In der Schatzinsel liest André Hermann aus seinem letztes Jahr erschienenen Comedy-Roman "Platzwechsel".
Zum ersten mal in Bernau: In der Schatzinsel liest André Hermann aus seinem letztes Jahr erschienenen Comedy-Roman "Platzwechsel". © Foto: Sergej Scheibe
Amy Walker / 22.10.2019, 06:30 Uhr
Bernau (MOZ) André Hermann war vorher noch nie in Bernau. Doch auf Einladung der Schatzinsel hat er den Weg aus Leipzig auf sich genommen, um vor einem Grüppchen gespannter Zuhörer eine Lesung zu geben. Sein Buch "Platzwechsel" ist vor etwa einem Jahr erschienen, es ist der zweite Roman des Comedy-Autors, der Poetry Slammer ist und unter anderem für "Neo Magazin Royale" im ZDF schreibt.

Sein zweites Buch knüpft lose an sein Erstes, den 2015 erschienenen Roman "Klassenkampf". Das neue Buch handelt von dem Protagonisten, ein junger Mann namens André Hermann, dessen Großvater zunehmend dement wird, weshalb André wieder nach Sachsen-Anhalt in die Nähe seiner Familie ziehen möchte, ohne jedoch unter einem Dach mit ihr wohnen zu müssen. Also zieht der Protagonist auf einen Bauernhof für Menschen mit Behinderungen, wo er lebt und arbeitet - und sich ganz nebenbei in eine Sozialpädagogin verliebt.

Autobiografischer Roman

Das alles klingt vielleicht erst mal nach einem Buch mit vielen ernsten Themen – doch ist der Roman so humorvoll und witzig geschrieben, dass während der Lesung in der Schatzinsel die Zuhörer durchgängig laut lachen. Sicherlich fragt sich nun auch der eine oder andere: Der Protagonist heißt André Hermann, genauso wie der Autor – ist das also eine Autobiografie? "So kreativ bin ich halt beim Namen erfinden", scherzt Hermann. Aber bei genauerer Nachfrage gibt er zu: "Es gibt Sachen in dem Buch, die sind zu 90 Prozent wahr und nur zu 10 Prozent erfunden. Dann wiederum sind andere Aspekte zu 90 Prozent erfunden und nur 10 Prozent wahr."

Er kommt tatsächlich aus Sachen-Anhalt, aus Dessau-Roßlau um es genau zu sagen. Und dass sein Großvater an Demenz erkrankt ist, das sei wahr. Und er habe tatsächlich mal auf einem solchen Bauernhof gearbeitet – das hatte aber in der Realität nichts mit der Krankheit seines Opas zu tun gehabt. "Ich sag mal so: In dem Buch ist alles lustiger, als es in echt war."

Lachen, um nicht zu weinen

Hinter "Platzwechsel" steckt eine ganz klare Devise: Man muss darüber lachen, weil man sonst nur weinen könnte. Wer schon einmal erlebt hat, dass ein geliebter Mensch langsam immer mehr den Bezug zur Realität verliert, wird so einiges aus dem Roman von André Hermann verstehen. Er beschreibt auf amüsante Art und Weise, wie der Großvater des Protagonisten immer wieder aus dem Heim abzuhauen versucht, was Pfleger und Familienmitglieder zur Verzweiflung bringt.

Die Zuhörer in der Schatzinsel müssen alle geschlossen laut lachen bei der Beschreibung, wie der demente Mann sich bei der Bedienung beschwert, dass das Essen in der Kantine "scheußlich" sei  – zur Scham seiner Begleitung. Der eine oder andere Leser wird sich auch in den Situationen wiedererkennen, in denen Andrés große, laute, ungestüme Familie ihn bis an den Rand des Wahnsinns treibt – "wenn ich einen Tag mit euch verbringe, brauche ich zwei Tage Urlaub, um mich von euch zu erholen!" Hinter dem Spaß steckt aber vor allem eins: Eine ganze Menge Herz.

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