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Newcomer
Brodowiner Dorfband will den "Schwarzen Adler" rocken

Viola Petersson / 26.10.2019, 05:45 Uhr
Brodowin (MOZ) Aus dem "Schwarzen Adler" dringen bereits rockige Klänge. Wir sind verabredet mit der Brodowiner Dorfband. Bei einer Probe. Am 15. November geben die Musiker ein Konzert im Ökodorf und sie hoffen natürlich auf ein ausverkauftes Haus.

Bevor es mit der Probe so richtig losgeht, legen die Männer jedoch noch mal die Instrumente beiseite. Es seien ohnehin noch nicht alle da, heißt es. Die Gründungsgeschichte ist schnell erzählt: Angefangen habe eigentlich alles mit dem 60. Geburtstag von Ortsbürgermeister Wolfgang Winkelmann im März, so Henry Bartsch, von den "Kollegen" als Bandleader bezeichnet. Winkelmann habe sich Live-Musik gewünscht und ihn angesprochen. Ob er nicht was auf die Beine stellen könne. Bartsch konnte. Er trommelte einige Musiker aus dem Dorf zusammen. Darunter Jens Jensen, der früher bei "Pankow" spielte, Helles Weber, Jule Unterspann und Michael Metzler, allesamt Profis, wenngleich in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs. Und der Auftritt wurde auf Anhieb ein riesiger Erfolg.

Durchbruch beim Dorffest

Beflügelt von diesem Zuspruch machten die Musiker weiter. Das Dorffest im Sommer im Visier. Ihr erster öffentlicher Auftritt dort sollte eine "noch größere Begeisterung" auslösen. "Dabei hatten wir gar nicht groß geprobt, und trotzdem eine Super-Show abgeliefert", erinnern sich die Musiker. Trotz gestandener Mitglieder also eine echte Newcomer-Band. Der Durchbruch.

Einerseits ist da der Spaß, den die Mitglieder selbst haben, und "der offensichtlich von der Bühne runterkommt", wie Jens Jensen sagt. Andererseits gebe es da Effekte, die mit der viel zitierten Redewendung "Musik verbindet" beschrieben werden können. Wie in jedem Dorf gebe es auch in Brodowin Spannungen, zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen. Okay, in Brodowin vielleicht noch ein bisschen mehr als anderswo. Die Band trage dazu bei, dass sich Leute kennenlernen, die sich sonst nie (...) angeschaut hätten. Und so könnten eben Spannungen abgebaut werden. Gemeinsamkeit entstehe. Auch zwischen Profis und Amateuren, eine Unterscheidung, die die Brodowiner so gar nicht machen wollen. Und im besten Fall erlebe man mit der Musik ein "Gefühl des Schwebens".

"Und wir sind eine offene Band", fügt Pianist Helles Weber, dessen Metier eigentlich der Tango ist, hinzu. Keine ganz feste Formation. Natürlich gebe es einen Kern. "Ich hatte von der Band gehört und dachte, da muss ich mich melden", erzählt Karsten Riebe, der in einer Apotheke arbeitet und für den Musik Hobby ist. "Das ist so cool. Und es gibt eine Harmonie, die schweißt zusammen." – "Natürlich reiben wir uns auch in der Band", schränkt Jensen ein. "Am Ende entscheide ich", frotzelt er. Nein, natürlich nicht. Es ginge schon recht basisdemokratisch zu. Und irgendwie immer humorvoll, wie wir feststellen. Der Spaß ist auch abseits der Bühne zu spüren. "Eigentlich hätte ich heute Probe in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin", verrät Michael Metzler. "Aber man muss halt Prioritäten setzen."

Von Schlager bis Rap

Und das Repertoire? Die Mitglieder beschreiben es mit einer "wilden Mischung aus Schlager, Rock, Pop, Rap". Von Andreas Gabalier bis Rammstein. Und eigenen Kompositionen. Diese stammen aus der Feder von Henry Bartsch und Jens Jensen. Texte, mit denen die Band auch provozieren und vor allem zum Nachdenken anregen wolle. Wenn es da etwa in "Jetzt oder nie" von Jensen heißt: "Hassen ist so leicht. Leichter als den Weg zu gehen, den anderen zu versteh’n ..."

Nur einen "richtigen" Namen, den habe die Band noch nicht. Weshalb es bislang bei "Brodowiner Dorfband" geblieben sei. Genug der Vorrede. Jetzt geht es auf die Bühne. Gerade ist auch Bjö (11) gekommen. "Unser Star. Ein absolutes Ausnahmetalent am Schlagzeug", sind sich alle einig. Na, dann mal los. Bjö darf wählen: "Mein Ding", von Udo Lindenberg. Karsten Riebe und  Jörg Thiede pfeifen, jetzt Bjös Einsatz,  "Als ich noch ein junger Mann war ..."

Konzert: 15. November, 19 Uhr, in der Gaststätte "Schwarzer Adler", Brodowin

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