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Entgegen aller Prognosen
Ketzin/Havel wächst - Neuketziner begrüßt

Gespräche auch nach dem Neubürgerempfang mit dem Ketziner Bürgermeister Bernd Lück (re.).
Gespräche auch nach dem Neubürgerempfang mit dem Ketziner Bürgermeister Bernd Lück (re.). © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 28.10.2019, 13:15 Uhr
Ketzin/Havel 6.621 Einwohner leben aktuell in der Havelstadt und wie Bürgermeister Bernd Lück (FPD) zum Empfang der in den letzten Monaten neu angemeldeten Bürger informierte, wird die Stadt weiter wachsen, allein durch den neuen Stadtteil Zuckerfabrik und das Wohngebiet Baumschulwiese um insgesamt fast 1.500 Einwohner, also auf mehr als 8.000 Ketziner.

Deshalb ärgere Lück sich schon seit Jahren über die amtlichen Prognosen, die einen permanenten Einwohnerschwund voraussagen. Nach der letzten Prognose sollen 2025 nur noch knapp 5.800 in der auch bei Touristen immer beliebter werdenden Havelstadt leben. Diese realitätsfernen Prognosen seien besonders ärgerlich, weil diese auch für die finanziellen Landeszuweisungen eine Rolle spielten und das Geld im Haushalt fehle, um die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren.

In seiner Präsentation aller Lebensbereiche in Ketzin/Havel zeigt der Bürgermeister zu Anfang gern Luftbilder über die von zahlreichen Gewässern umgebene Stadt. "Ich habe mir schon viel von der wasserreichen Umgebung angesehen, ein Traum", schwärmte Petra Taute, die seit kurzem in Tremmen wohnt. Es gibt aber auch Ecken in der Stadt, die kein gutes Bild bieten, so das wüste Grundstück mitten im Zentrum und ausgerechnet direkt hinter dem Stadthaus, merkten neu in der Stadt lebende Einwohner an. "Das ist in Privatbesitz und wenn keine Gefahr davon ausgeht, kann die Stadt nichts machen. Das trifft auch auf andere unansehnlichen Flächen zu", antwortete Lück.

Christa Martin ist nach über 60 Jahren wieder in ihre Geburtsstadt Ketzin zurückgezogen und kennt die Fläche noch als gepflegten Sommergarten des damaligen Cafes Schomburg. Derzeit ist der Bürgermeister optimistisch. Eine Erbengemeinschaft werde das Grundstück verkaufen und ein Investor habe schon vorgesprochen und gute Pläne für eine mögliche Nutzung vorgelegt, sagte er.

Und auch über einige gute Neuigkeiten konnte der Bürgermeister informieren. Das sei zum Einen die nun wieder über die Rathausstraße befahrbare Innenstadt. Mit der dringend notwendigen Erneuerung der Regenentwässerung werde aber nun die Breitscheidstraße abschnittweise für längere Zeit gesperrt. Hier würden insgesamt mehr als eine Million Euro investiert. Die Stadt trage davon 120.000 Euro. Den Rest bezahlt das Land. Auf die Frage nach der Sperrung des Friedhofsweges teilte Lück mit, dass mit der an der Erschließung des Wohngebietes Baumschulwiese beauftragten Firma vereinbart werden konnte, dass an den Novemberwochenenden wegen der Trauertage wieder die Befahrung möglich sei.

Auf ein anderes Problem machte Jennifer Schracke aufmerksam. Das ist die Sicherheit der Kinder auf dem Spielplatz an der vielbefahrenen Potsdamer Straße. Eine Einzäunung wäre sehr sinnvoll, meinte sie. Das sieht der Bürgermeister ebenso. Wie er sagte, sei das von vielen Bürgern gewünscht. Aber die Aufnahme in den Haushalt wurde bisher wohl wegen anderer Prioritäten abgelehnt. Der Vorschlag für die Finanzierung über den Bürgerhaushalt erhielt nur 30 Stimmen und kam mit dem zehnten Platz nicht auf die Finanzierungsliste.

Erfreulich dagegen sei, dass die Stadt nun an mehreren Punkten kostenfreies WLAN zur Verfügung stellen kann. So an der Touristinformation in der Rathausstraße, ferner am Stadtsteg, im Strandbad sowie an der Mehrzweckhalle in Etzin und am Tremmener Dorfmuseum. Später ist WLAN dann auch an der Fähre, am Falkenrehder und Zachower Dorfgemeinschaftshaus verfügbar.

Verwundert waren mehrere Ketziner Neubürger auch über die zwar schön gelegene, aber wenig genutzte Freilichtbühne. Das sei aus Lärmschutzgründen bedauerlicherweise nicht zu ändern, sagte Lück. Nur an zehn Tagen im Jahr dürften öffentliche Veranstaltungen in der Stadt und den Ortsteilen insgesamt genehmigt werden, die noch bis nach 22 Uhr dauern.

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