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Für Kunden des Mobilfunkanbieters Vodafone geht in Teilen von Finowfurt und Eichhorst derzeit nichts mehr.

Vodafone
Kein Mobilfunk in Eichhorst und Finowfurt

Schöne neue Technikwelt: LTE verspricht schnelles Internet. Der Weg dahin ist nicht immer ohne Entbehrungen, wie Handynutzer derzeit in und um Eichhorst zu spüren bekommen.
Schöne neue Technikwelt: LTE verspricht schnelles Internet. Der Weg dahin ist nicht immer ohne Entbehrungen, wie Handynutzer derzeit in und um Eichhorst zu spüren bekommen. © Foto: Andrea Warnecke
Susan Hasse / 29.10.2019, 06:15 Uhr
Eichhorst (MOZ) Kein Netz, heißt es derzeit auf den Telefonen der Eichhorster. Auch in Teilen von Finowfurt ist der Empfang derzeit mehr als schlecht. Betroffen sind alle Kunden des Telefonanbieters Vodafone und alle die das D2-Netz nutzen. Sie leben derzeit unfreiwillig entschleunigt und mobilfrei im kleinen Schorfheide-Dorf.

Die MOZ-Redaktion erreichten mehrere Beschwerden von Bürgern, die seit Tagen für ihre Kunden, Freunde und Familie unerreichbar sind. "Wir führen Arbeiten an der Mobilfunkstation Eichhorst durch", heißt es dazu auf Anfrage von Vodafone. Die Station vor Ort werde modernisiert und die mobile Breitbandtechnologie LTE erstmals installiert, so ein Sprecher des Mobilfunkkonzerns. Ausgetauscht werden dabei seit 22. Oktober die Antennen auf dem Mast, heißt es.

Netzstörungen bis November

"Während der Bauarbeiten muss die Mobilfunkstation in Eichhorst aus Sicherheitsgründen zeitweise abgeschaltet werden", erklärt Volker Petendorf von Vodafone. Der Mobilfunkverkehr werde dann weitgehend über umliegende Stationen geleitet, allerdings seien vorübergehende Einschränkungen und Netzausfälle bei einzelnen Kunden leider unvermeidlich, heißt es weiter. Vodafone bitte seine Kunden um Entschuldigung für vorübergehende Unannehmlichkeiten.

Nach Aussagen der Eichhorster ist das Vodafone-Netz allerdings dauerhaft nicht erreichbar. Erst wenn man Richtung Finowfurt fährt und den ersten Berg erreicht, piept das Handy wieder, meint etwa Wulf Gärtner. Gärtner ist als selbstständiger Schornsteinfeger berufsbedingt auf sein mobiles Telefon angewiesen. Ihn ärgert, dass es vonseiten des Konzerns keine Vorab-Information gab. Er und viele andere Betroffene hätten versucht die Ursache für den Netzausfall  bei der Hotline zu erfragen. Zumeist endeten die Gespräche in der Warteschleife. Direkt betroffen von der Netzstörung sind dutzende Einwohner in Eichhorst. Da immer weniger Haushalte einen klassischen Festnetzanschluss haben, dürften viele telefonisch unerreichbar sein. Da Eichhorst im Telekom-Netz seit jeher ein weißer Fleck ist und auch o2/E-Plus als  Mobilfunknetzbetreiber keine gute Infrastruktur im Osten hat, dürften die meisten  Eichhorster Vodafone-Kunden sein. Laut Vodafone sind insgesamt 4700 Haushalte von den Bauarbeiten am Mast zumindest teilweise betroffen.

Nach Aussagen von Vodafone dauern die Bauarbeiten am Mobilfunkmasten noch bis zum 1. November. Danach soll alles besser werden. LTE heißt dabei das Zauberwort. Dieser Mobilfunkstandard, der in den meisten Regionen und Städten Deutschlands bereits Standard ist und derzeit mancherorts von 5 G abgelöst wird, ermöglicht  Handygespräche in kristallklarer Qualität und Breitbandinternet für unterwegs. "Dank LTE können die Nutzer zum Beispiel HD-Filme blitzschnell downloaden, Musikvideos genießen und Live-Übertragungen auch unterwegs in HD-Qualität anschauen.", preist Vodafone die Technologie. Insgesamt 100.000 Euro koste die Umrüstung, die die Infrastruktur in der Region weiter verbessert. LTE sei künftig für viele Haushalte in der Region eine echte Festnetz-Alternative zu kupferbasierten DSL-Leitungen. Auch für die Gastronomie und andere Betriebe bringe die LTE-Versorgung eine signifikante Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, denn eine starke Netzinfrastruktur sei im digitalen Zeitalter der entscheidende Rohstoff für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand der Region, heißt es in der Stellungnahme des Konzerns.

Unbeantwortet blieb die Frage, ob Kunden entschädigt werden. Dazu weiß die Verbraucherzentrale in Eberswalde Rat: Wenn der Mobilfunkanbieter seine Leistung nicht erbringt, darf die Rechnung entsprechend gekürzt werden, meint Harald Gräfe. Zunächst sollte Vodafone aufgefordert werden, den Empfang herzustellen. Die betroffene Rechnung sollte sodann zurückgebucht werden. Die Tage ohne Empfang können herausgerechnet und lediglich die geminderte Grundgebühr überwiesen werden, rät der Verbraucherschützer den Geschädigten.

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