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Vier Monate lang zeigt die Klostergalerie Martinus in Neuzelle fotorealistische Acryl-Gemälde des Gubener Künstlers Wolfgang Möller.

Ausstellung
Aktmalerei als Königsdisziplin

Aktkunst: Hobby-Maler Wolfgang Möller mit der Collage "Terra Mystica" in der Klostergalerie Martinus.
Aktkunst: Hobby-Maler Wolfgang Möller mit der Collage "Terra Mystica" in der Klostergalerie Martinus. © Foto: Dietmar Puttins
Dietmar Puttins / 01.11.2019, 06:00 Uhr
Neuzelle (MOZ) Auf die Idee, eine junge Frau im Bikini im Stil des Barock zu malen, muss man erst einmal kommen. Dergleichen liegt dem Hobby-Maler Wolfgang Möller (70). Anspruchsvolle fotorealistische Acryl-Malerei ist sein Metier. Die Vernissage steht zwar noch aus, doch bereits seit Mittwoch hängen 20 Aktgemälde des Gubeners in der Klostergalerie Martinus in der Frankfurter Straße 27 a in Neuzelle. Manfred Hoffmann (63), der seit März 2015 das Geschäft betreibt, gibt regelmäßig regionalen Künstlern die Möglichkeit, ihre Bilder in seinem Laden auszustellen. "Die Akt-Ausstellung ist etwas Neues. Ich finde das sehr spannend", meint er, während er nach und nach die  Exponate an den Wänden anbringt.

Für Wolfgang Möller ist es inzwischen die vierte Ausstellung, mit der Manfred Hoffmann ihn fördert, wenn man die große Ausstellung im Geschäftsbereich des Krankenhauses Eisenhüttenstadt mitzählt, die Hoffmann einmal im Jahr organisiert. Den Klostergalerie-Inhaber beeindruckt an Wolfgang Möller vor allem dessen Vielfalt in der Malkunst. "Diese Vielschichtigkeit findet gerade ihren Ausdruck in seiner Aktmalerei", findet er, denn Möller spannt bei den 20 ausgestellten Exponaten einen Epochen-Bogen von der Renaissance (ab etwa 1300 bis 1600) über Barock (ab etwa 1600 bis 1760/70) bis hin zur zeitgenössischen Malerei der Moderne (ab etwa 1870).

Technisch orientiert er sich dabei an den Vorbildern. Beim Material nimmt er sich aber die Freiheit und wählt die Acrylmalerei. Seine Bilder sehen originalgetreu aus, gleich einem Foto. Wie gelingt ihm das? "Je nach geplantem Format übertrage ich die Vorlage, etwa ein Motiv aus einem Bildband oder ein Papierfoto, nach dem uralten System der venezianischen Maler aus der Renaissance-Zeit auf die gewünschte Größe in einen Rahmen", erläutert Wolfgang Möller. "In der Vorlage, aber auch auf Papier oder Leinwand des Gemäldes, wird die Bildfläche in Quadrate aufteilt und dann individuell entweder vergrößert oder verkleinert. Das, was ich beispielsweise im kleinen Quadrat sehe, male ich dann in ein großes Quadrat hinein.

200 Bilder in 20 Jahren gemalt

Doch seine Aktgemälde, die nur einen Teil seines um die 200 Werke umfassenden Portfolios ausmachen, entstanden mehrheitlich so nicht. Diese vollendete er mit scharfem Blick auf Abstand zum Motiv und ruhiger Hand. "Die Aktmalerei ist die Grundlage für alle Malereien", meint Wolfgang Möller. "Zumindest, wenn man versucht, Menschen zu porträtieren."

Den Hang zur Kunst muss er vom Vater haben, der beruflich als Plakatmaler in der Werbeabteilung der DDR-Handelsorganisation HO tätig war, schätzt Wolfgang Möller. Er selbst malte schon als Jugendlicher gern und nahm an Wettbewerben teil. Dann begann der Ernst des Lebens. Als gebürtiger Lübzer zog er nach dem Schulabschluss im Alter von 16 Jahren nach Guben, lernte und arbeitete dort im Chemiefaserwerk, versah seinen Armeedienst und arbeitete bis zur Wende für eine Montagefirma im Raum Eisenhüttenstadt. Danach war er als Bauleitender Monteur oft im Ausland unterwegs. In der Ferne nutzte er die Wochenenden kunstbeflissen.

So richtig malt er erst wieder seit dem Jahr 2000. Unter dem Motto "Rund um die Welt" stellt er seither seine Bilder aus. "Das ist eigentlich das Gesamtprogramm, das ich so anbiete", sagt Wolfgang Möller. Demnächst arbeitet er weiter am Portrait eines prunkvoll gekleideten hinduistischen indischen Maharadscha. "Das wird in etwa drei Monaten fertig sein", schätzt er. Format: 60 mal 80 Zentimeter.

Vernissage in der Klostergalerie Martinus

Die Vernissage zur Ausstellung "Aktmalerei vom Barock bis zur Moderne" von Wolfgang Möller ist am Sonnabend, 9. November, um 11 Uhr, in der Klostergalerie Martinus in der Frankfurter Straße 27 a in Neuzelle. In den nächsten vier Monaten kann man seine 20 Exponate von Dienstag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, sowie Sonnabend, von 10 bis 13 Uhr, in der Klostergalerie Martinus begutachten.⇥dpu

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