Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Veranstaltung
Hitziger Tango-Streit in Bärenklau

Im Dorfkrug sollte der Tango-Abend stattfinden. Doch Jörg Ditt konnte sich nicht mit dem Pächter einigen.
Im Dorfkrug sollte der Tango-Abend stattfinden. Doch Jörg Ditt konnte sich nicht mit dem Pächter einigen. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 04.11.2019, 19:48 Uhr - Aktualisiert 05.11.2019, 11:36
Bärenklau (MOZ) Schon vor dem ersten Takt ist nun klar: In Bärenklau steppt vielleicht der Bär, aber vorerst wird kein Tango-Tänzer seine Hüften schwingen. Die von Manuela und Jörg Ditt für den 24. November angedachte Milonga fällt aus. Es sei zu keiner Einigung mit den Pächtern des Dorfkrugs gekommen, teilt Jörg Ditt, der für die Grünen im Gemeindeparlament sitzt, auf Facebook mit.

Doch bei dieser simplen Info belasst er es nicht. Jörg Ditt, der nicht länger nach Berlin zum Tangotanz fahren und deshalb eine solche Veranstaltung in Oberkrämer anbieten wollte, macht seinem Ärger Luft. Er wirft den Pächtern vor, "urplötzlich und unverhandelbar" ein anderes Konzept auf den Tisch gelegt zu haben, "welches dem Spirit einer solchen Tanzveranstaltung völlig widerspricht".

Sechs Euro sollten laut Ankündigung Tanzwillige für die Milonga zahlen. Der DJ und die Gastronomen würden das Umsatzrisiko laut Ditt selbst tragen. Das sei so üblich. "Nun wollten die Pächter wohl mehr Umsatz machen und verlangten plötzlich, dass wir auch Zuschauer unentgeltlich in den Raum lassen. Die zahlenden Tangotänzer sollten mit einem Bändchen kenntlich gemacht werden", echauffiert sich Ditt. Bei so einem "Unfug" wolle er nicht mitmachen. Die Tänzer seien schließlich nicht in einem Zoo.

Die Pächter des Dorfkrugs, Joanna und Gregor Künzer, seien offen für Tanzveranstaltungen, sagen sie auf Nachfrage unserer Zeitung. "Herr Ditt wollte, dass Zuschauer zehn Euro bezahlen, wenn sie mal in den Raum gucken", sagt Gregor Künzer. Jörg Ditt widerspricht: Von zehn Euro sei nie die Rede gewesen.

Was den Gastronomen Künzer ärgert: Miete für den Saal wollte Jörg Ditt nicht bezahlen. Das wäre okay gewesen, so Künzer. Laut Ditt stand das auch nie im Raum, dem Konzept hätten die Pächter schon mündlich zugestimmt. Künzer schränkt ein: "Wir sind ein Restaurant, mitten im laufenden Betrieb, da können wir von unseren Gästen keinen Eintritt verlangen, wenn sie mal kurz einen Blick auf die Tänzer werfen wollen." Anders wäre es gewesen, hätte Jörg Ditt den großen Saal komplett gemietet. "Dann wäre es eine geschlossene Veranstaltung mit einem separaten Eingang gewesen, und alles wäre in Ordnung. Aber er kann nicht einfach in meinem Betrieb abkassieren, und wir tragen auch noch das ganze Risiko."

Jörg Ditt sagt, er habe nie eine geschlossene Veranstaltung angestrebt. Zuschauer wollte er aber auch keine. "Viele Tangobegeisterte sind enttäuscht", so Ditt. Er sei aber weiter auf der Suche nach einem Veranstaltungsort. Anfragen gebe es. "Realistisch wird das in diesem Jahr wohl nichts mehr – wenn überhaupt", so Jörg Ditt, der klarstellen möchte, dass er nie Profit aus der Veranstaltung ziehen wollte.

ProjektTango-Café

Der Gedanke: einTango-Café in Oberkrämer. So betitelte Jörg Ditt das Projekt, das er mit seiner Frau und der Eventagentur Kamauk aus Vehlefanz auf die Beine stellen wollte.⇥win

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG