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Zur Hubertusmesse in Friedrichswalde steht das Thema Stadt und Land im Mittelpunkt.

Hubertusmesse
Stadt-Land Konflikt im Fokus

Matthias Wagner / 05.11.2019, 10:00 Uhr
Friedrichswalde (MOZ) Den Konflikt zwischen Landbevölkerung und Städtern stellte Pfarrer Ralf Schwieger in seiner Predigt zur Hubertusmesse am Sonntag in den Mittelpunkt. In seiner Predigt zum Erntedankfest der Jäger bezog er klar Stellung:  Städter hätten oft ein verzerrtes Bild vom Land. Sie würden nicht bedenken, dass auf dem Land auch gearbeitet werde. Sie betrachten das Land allein als Naturraum zum Erholen. Für die Menschen auf dem Land sei es indes kein Erholungsgebiet, sondern Heimat. Landwirte, Förster und Waldarbeiter und viele anderen würden die Natur nutzen. Auf diese von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft können wir stolz sein, so Schwieger. An alle Landnutzer appellierte Schwieger mit Blick auf die Legende des Heiligen Hubertus verantwortungsvoll zu handeln.

"Auf dem Land braucht es immer den Goldenen Schnitt, den Mittelweg, hier ist deshalb manches langsamer, manches langweiliger, aber hier ist meist alles noch in Ordnung", so Schwieger. "In der Stadt scheint alles anders, ich verzichte auf Beschreibungen, aber ich höre so viel konkret Unkonkretes, so viel fantastisch Unfassbares. So viel Ideologie und ich frage mich: Warum? Und ich habe keine Antwort", so der Geistliche.

Ideologie der Stadtbevölkerung

So würde vor allem von Städtern betont, dass Natur keine Jagd brauche, den sie würde sich selbst regulieren. Doch diesem Gedanken folgend, brauche Natur auch keine Menschen oder gar Naturschützer, so Ralf Schwieger weiter. "Wir leben mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Ansichten. Aber: Wir ist immer falsch, denn es gibt kein wir. Es gibt nur mich und Dich. Wenn wir miteinander reden, erfahre ich, wer du bist und du erfährst, wer ich bin. Deshalb mache ich so eine Hubertusmesse",  fasste er zusammen.

Zum mittlerweile 21. Mal hatte Pfarrer Ralf Schwieger am Sonntag zur Hubertusmesse in die Friedrichswalder Kirche geladen. Rund 200 Besucher zog es in die herbstlich bunt geschmückte Kirche. Beim Betreten des Gotteshauses erwartete die Besucher auch in diesem Jahr wieder eine bunt-herbstliche Stimmung. Birkenkreuz mit Hirschgeweih und zahlreiche Trophäen erinnerten an den Wald, symbolisieren Naturverbundenheit und das jagdliche Brauchtum. Revierförster Kai-Uwe Hinz hatte den Raum in bewährter Weise mit Waldarbeitern und Mitgliedern der Jägergemeinschaft Joachimsthal liebevoll ausgestaltet.

Die Kirchgänger kamen aus allen umliegenden Orten. Thomas Winkler aus Britz ist seit Jahren Stammgast. Einmal im Jahr, wenn es die Zeit zulässt, macht sich der passionierte Jäger auf den Weg nach Friedrichswalde.  Für Ines Hippeli und ihre Mutter Ingelore aus Eberswalde war der Besuch der Hubertusmesse hingegen eine Premiere. Ebenso für Jürgen Nicodem aus Werbellin, der ebenfalls passionierter Jäger ist. "Gerade gestern habe ich noch angesessen", verriet der Ruheständler.

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgte, wie immer, die Oranienburger Jagdhornbläsergruppe unter der bewährten Leitung von Volkmar Zimmermann. Neben den klassischen Jagdsignalen erklangen auch einige bekannte Volkslieder, die zum Mitsingen einluden.

Nach dem Segen bot sich für alle die schon fast obligatorische Gelegenheit um den Kirchplatz herum gemeinsam bei Kaffee, Glühwein, Kuchen und herzhaftem Brot der Landbäckerei Hakenbeck etwas Jägerlatein und wahre Geschichten aus dem Leben auf dem Land auszutauschen. Die Jagdhornbläser schickten als willkommene Zugabe noch ein wenig Musik in den wolkenverhangenen Novemberhimmel.

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