Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Margot und Heinz Behrendt aus Lichterfelde sind 65 Jahre verheiratet. Gemeinsam sind sie durch dick und dünn gegangen.

Eiserne Hochzeit
Ein frecher Spruch - schon hat’s gefunkt

Matthias Wagner / 05.11.2019, 21:05 Uhr
Lichterfelde (MOZ) Es gibt so vieles, was uns wichtig erscheint und doch oftmals keiner Erwähnung bedarf. Was wirklich zählt, liegt oft so nahe und wird manchmal wenig geschätzt. Margot und Heinz Behrendt aus Lichterfelde wissen es besser. Am 9. Oktober durfte das Lichterfelder Paar auf 65 Jahre glückliche Ehezeit zurückblicken.

Beide sind Jahrgang 1935. Die sogenannte "eiserne Hochzeit" ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Einmal bedarf es einer langjährigen Gesundheit beider Partner, zum anderen einer gefestigten Beziehung zueinander, die auch Schwierigkeiten des Alltags zu überwinden vermag. "Mein Mann hat mich bei meinen gesellschaftlichen Aktivitäten immer unterstützt und war stets an meiner Seite", sagt Margot Behrendt, ehemalige Lehrerin und Chorleiterin aus Lichterfelde.

Mit frechem Spruch gewonnen

Kennengelernt haben sich beide Anfang der 50er-Jahre im damaligen Walzwerk Finow, wo Heinz Behrendt gerade eine Schlosserausbildung absolvierte und seine spätere Frau Margot, die damals noch den Familiennamen Klockow trug, im Büro tätig gewesen ist. Als Heinz eines Tages, kurz vor einem Ausflug des Lehrlingskollektivs auf dem Brückengeländer am Finowkanal saß und ihr frech entgegenrief: "Da kommt ja mein Liebling", war es um die junge Frau geschehen. "Der könnte mir gefallen", erinnert sich Margot noch an ihre ersten Gedanken beim Anblick des Jünglings. Das hatte Zukunft, wie sich alsbald erwies. In der Folge trafen sich beide regelmäßig in der Tanzsportgruppe des Walzwerks und wurden schnell ein Paar.

Anfang 1953 bezog der damals 18-jährige Heinz dann ein Zimmer im Elternhaus seiner Auserwählten in Lichterfelde. Zunächst wurde die Verbindung des jungen Paares jedoch von den beiden noch geheim gehalten. Die Eltern vermuteten lediglich einen jungen, netten Mieter in Heinz Behrendt. Aber dann ging alles doch recht schnell, denn bereits im März 1954 wurde Tochter Ursel geboren, ein Jahr später folgte Christel. Im Herbst 1954 gaben sie sich schließlich in Lichterfelde das Ja-Wort. Heute dürfen sich Margot und Heinz Behrendt über insgesamt vier Enkel und bereits zwei Urenkel freuen. Die beiden mit sieben Jahren jüngsten Familienmitglieder Eloise und Emil sind der ganze Stolz des eisernen Paares.

Während Heinz Berendt bis zur Frührente 1990 Schlosser im Walzwerk war, arbeitete Margot Behrendt mit Leib und Seele als Lehrerin. Nach dem Studium am Lehrerbildungsinstitut in Finow ab 1962 ging es drei Jahre später für die gebürtige Lichterfelderin wieder zurück in ihren Heimatort an die dortige Oberschule, wo sie 27 Jahre lang die Unterstufe unterrichtete. "Das war die beste Zeit meines Lebens", resümiert sie strahlend.

Musik spielte eine große Rolle

Als Musiklehrerin war sie bei den Schülern beliebt. Musik spielte in ihrem Leben stets eine bedeutende Rolle. Sie leitete lange Jahre den Schulchor und brachte den Lichterfeldern altes Liedgut bei. Da war es nur folgerichtig, dass sie 1990 den gemischten Chor Lichterfelde als Leiterin übernahm, bei dessen Gründung im Jahre 1950 sie schon als junges Mädchen dabei war und sogar das Protokoll schreiben durfte. 20 Jahre lang stand sie nach der Wende nun selbst der Sangesgemeinschaft vor und schrieb 2010 auch das abschließende Protokoll zur Chorauflösung. "So schloss sich der Kreis", blickt sie zurück.

Aber auch gesellschaftlich hat sich das Paar engagiert. So zum Beispiel viele Jahre im Rat der Gemeinde Lichterfelde, im Dorfclub oder in der Gewerkschaft.

Für die Zukunft bleibt der Wunsch nach Gesundheit und Wohlergehen für die ganze Familie. In zweieinhalb Jahren gilt es schließlich die steinerne Hochzeit zu feiern.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG