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Feuerwehr
André Hildebrandt ist der neue Gemeindejugendwart

Oberkrämers neuer Gemeindejugendwart André Hildebrandt (links) bekommt die Ernennungsurkunde vom Gemeindewehrführer David Ostwald.
Oberkrämers neuer Gemeindejugendwart André Hildebrandt (links) bekommt die Ernennungsurkunde vom Gemeindewehrführer David Ostwald. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 06.11.2019, 11:27 Uhr - Aktualisiert 06.11.2019, 12:02
Eichstädt (MOZ) Seit dem 1. August haben die Feuerwehren in Oberkrämer einen neuen Gemeindejugendwart. "Er hat schon einige Taten verbracht, ohne jedoch offiziell genannt zu werden", sagte Gemeindewehrführer David Ostwald am Dienstagabend in der Wache Eichstädt. Er überreichte André Hildebrandt seine Ernennungsurkunde. Der 31-Jährige ist der Nachfolger von Paul Kresse, der in diesem Jahr aus privaten Gründen nach Leegebruch gezogen ist. Nicht mehr in der Gemeinde lebend, kann er auch die Aufgaben in der Feuerwehr nicht mehr wahrnehmen. "In Leegebruch findet sich aber bestimmt eine Aufgabe in der Feuerwehr für mich", sagte er kürzlich gegenüber dieser Zeitung.

André Hildebrandt ist bei weitem kein Unbekannter in Oberkrämer. Er ist Eichtstädter, dort geboren und aufgewachsen. "Als ich damals bei meinen Eltern ausgezogen bin, hatte ich das Glück, hier eine Wohnung zu finden. Den meisten geht das nicht so", sagt er. Sie könnten nicht in ihren Heimatort zurück. In den Häusern wohnen die Eltern und Großeltern, Mietwohnungen gibt es in vielen Dörfern kaum. André Hildebrandt konnte im Dorf bleiben. Viel los ist nicht. Inge Meyer organisiert die Seniorentreffen, die Verwaltung hat dort ihren Sitz,  Angel- und Sportverein. Und eben die Feuerwehr.

Seit 21 Jahren engagiert sich André Hildebrandt in der Ortswehr. Die vergangenen acht Jahre kümmerte er sich zusätzlich um die Jugend – als stellvertretener Jugendleiter. Momentan werden fünf Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren betreut. "Die Jugendarbeit ist für mich ein existenzieller Teil der Feuerwehr", sagt er. "Wenn niemand nachrückt, stirbt die Feuerwehr irgendwann aus." Ihm sei es ein persönliches Anliegen, die Jugend zu motivieren, später in die Feuerwehr einzutreten. "Das ist mir wichtig."

Kurzer Werdegang: Vehlefanz Grundschule, Velten Gesamtschule, danach Ausbildung als Einzelhandelskaufmann bei der dug Telecom AG, heute: mobilcom-debitel, in Eichstädt. Seit zwei Jahren arbeitet er als Brotverkäufer für Harry Brot. "Ich nehme die Bestellungen der Filialen an, beliefere sie und räume die Regale ein", sagt er. Er habe  ein Gebiet in Berlin zugewiesen bekommen, die Ware kommt aus dem Sitz der Firma in Velten. So spielt sich das Leben nicht nur im Dorf ab.

Seine Freizeit besteht aus einem Wort: Feuerwehr. Er ist in der Eichstädter Wache als Gruppenführer eingesetzt, in der Jugendarbeit aktiv und fährt reguläre Einsätze, beseitigt Ölspuren, löscht Brände. "Die Zeit muss man sich nehmen", sagt er über sein Ehrenamt, das nach wie vor oft nicht wahrgenommen wird. "Wenn Leute rausziehen und fragen, was ich neben der Feuerwehr in meiner Freizeit eigentlich mache, muss ich sagen, dass das meine Freizeit ist." Viele würden es gar nicht glauben, gerade Berliner nicht. Die Hauptstadt hat Berufsfeuerwehren. Brandenburg wird von freiwilligen Feuerwehren abgedeckt.  Von Menschen aus dem Dorf. Von Verkäufern, Kfz-Fachmännern, Elektrikern – und Brotverkäufern wie André Hildebrandt.

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