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Es gibt immer mehr Argumente für einen Radweg zwischen Diehlo und Möbiskruge.

Verkehrssicherheit
Mit 150 km/h durchs Dorf

Das wäre eng: Wenn ein Radfahrer auf der gleichen Seite fahren würde, müsste der Lkw auf der L43 ausweichen.
Das wäre eng: Wenn ein Radfahrer auf der gleichen Seite fahren würde, müsste der Lkw auf der L43 ausweichen. © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 07.11.2019, 08:00 Uhr
Möbiskruge (MOZ) Ein gefährliches Pflaster ist die Straße zwischen dem Eisenhüttenstädter Ortsteil Diehlo und Möbiskruge – und zwar in mehrfacher Hinsicht und vor allem für Radfahrer. Erstens gibt es auf dem etwa 1,5 Kilometer langen Stück keinen Radweg. Der wurde offenbar schlicht vergessen, denn sowohl zwischen Eisenhüttenstadt und Diehlo haben Radfahrer eine extra Bahn als auch zwischen Möbiskruge und Kobbeln. Zweitens, die Straße ist verdammt eng, ein Lkw oder Bus und ein Radfahrer passen nebeneinander nicht auf eine Spur. Drittens, die Straße ist kurvig und bergig, in der Senke verschlechtert Nebel die Sicht oft zusätzlich. Viertens, der Straßenzustand ist schlecht. Fünftens, auf der Strecke, auf der man 80 km/h fahren darf, wird gerast, was das Zeug hält – auch innerhalb von Möbiskruge.

Der letzte Punkt lässt sich seit kurzem belegen. Im Rahmen einer Verkehrszählung, die seitens des Amtes Neuzelle im August durchgeführt wurde, um dem Landesbetrieb Straßenwesen zu beweisen, dass dort viel Verkehr herrscht und somit aus Sicherheitsgründen ein Radweg gebaut werden sollte, wurde nämlich auch die Geschwindigkeit gemessen. "Das Ergebnis ist schockierend", sagt Ina Schubel aus Kobbeln, die ein Geschäft in Diehlo hat und seit einigen Monaten für einen Radweg kämpft. Im Rahmen eines Treffens der Arbeitsgruppe Radweg hatte Neuzelles Bauamtsleiter Thomas Tavernier die Details der Verkehrszählung offen gelegt. Ein Messpunkt befand sich in Möbiskruge kurz vor dem Sportplatz. Dort gelten eigentlich 50 km/h. Aber gut 90 Prozent aller Fahrzeuge brausen dort mit zu hoher Geschwindigkeit durch. Die meisten mit etwa 70 km/h. Am zweithöchsten ist der Balken mit 60 km/h, dicht gefolgt von denen, die 80 km/h fahren. Doch das ist längst nicht alles. Immer wieder wurden innerorts mehr als 100 km/h gemessen. An einem Augusttag wurden gleich zwei Fahrzeuge mit 153 km/h verewigt – einmal gegen 16.Uhr, einmal nachts. "Und wenn die innerorts schon rasen, dann machen die das auch zwischen Möbiskruge und Diehlo", ist sich Ina Schubel sicher. Doch eigentlich ging es bei der Messung ja vor allem um die Anzahl der Fahrzeuge. Auch die spricht eine klare Sprache. "Es sind nicht rund 10.000 wie unter anderem in der Chausseestraße in Neuzelle", sagt Thomas Tavernier. Aber auch auf der L43 wurden an mehreren Tagen jeweils mehr als 3000 Fahrzeuge gezählt.

Der Kampf geht weiter

Eine Beispiel gefällig? Am 16. August waren zwischen Diehlo und Möbiskruge 3085 Fahrzeuge unterwegs, davon unter anderem 2779 Pkw und 218 Lkw. "Ein Radweg macht wirklich Sinn", betont Thomas Tavernier. Denn im Land Brandenburg sprechen beispielsweise folgende Kriterien für den Neubau von Radwegen: Schulwegsicherung, Lückenschluss, Verkehrsbelastung von mehr als 2500 Fahrzeugen pro Tag. All das ist auf dem benannten Teilstück gegeben. Dennoch taucht der Radweg zwischen Diehlo und Möbiskruge auf keiner Bedarfsliste des Landesbetriebs auf – obwohl es bereits mehrere Initiativen seitens der Möbiskruger und Eisenhüttenstädter gegeben hat. Rainer Bublak, der sich in der Arbeitsgruppe engagiert, will weiterkämpfen. "Wir wollen erreichen, dass der Landesbetrieb sich das alles noch mal anschaut und den Radweg auf die Bedarfsliste setzt", betont er. Und zwar auf die, die höchste Priorität genießt.

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